Familienreisetrends: Erforschen, Spaß haben und träumen

Auf Entdeckungstour – Mit wem deutsche Familien die Welt bereisen

Für 2020 ist der engste Familienkreis die wichtigste Begleitung für den Haupturlaub. 72 Prozent aller befragten Europäer gaben an, dass sie mit ihrem Partner und ihren Kindern verreisen werden. Für sechs Prozent der Befragten zählen die Großeltern zur Reisegruppe und für weitere fünf Prozent der Umfrageteilnehmer gehören die Großeltern und andere Familienmitglieder wie Onkel, Tanten, Cousins und Cousinen dazu.

Deutschland liegt leicht vor anderen europäischen Ländern, wenn es um Reisen allein mit dem Partner/der Partnerin und den Kindern geht: 73 Prozent der deutschen Familien geben an, dieses Jahr nur mit diesen Angehörigen in den Urlaub fahren zu wollen. Bei sieben Prozent sind auch Familienmitglieder der älteren Generation mit von der Partie und weitere fünf Prozent reisen mit entfernteren Verwandten.

Jedoch scheint es, dass bei diesem erweiterten Familienurlaub die Haustiere das Nachsehen haben, da nur drei Prozent der deutschen Familien planen, ihren Vierbeiner 2020 mit in den Haupturlaub zu nehmen.

Win-Win für alle! Die Vorteile eines Familienurlaubes

Da die große Mehrheit der befragten Europäer mit ihren Familien verreist, ist die Liste der Vorteile, die eine Weltentdeckungstour mit den Liebsten hat, entsprechend lang. Laut Urlaubern aller Regionen sind die größten Vorteile eines Familienurlaubs der gemeinsame Spaß, die Erholung vom Alltagsstress und die kostbare Zeit im Kreise der Familie, die den Zusammenhalt maßgeblich stärken. Die Möglichkeit, unvergessliche Momente zu erleben und gleichzeitig den Alltag hinter sich zu lassen, indem man neue Dinge ausprobiert, ist überaus reizvoll für viele Urlauber.

Vorrangig ist für deutsche Familien jedoch der Spaßfaktor. Einen Urlaub als Familie zu verbringen, bedeutet, gemeinsam Spaß zu haben und sich vom Alltagsstress zu erholen. Viele der Befragten sind der Meinung, dass die gemeinsame Zeit zur positiven Entwicklung der ganzen Familie beiträgt und die Familienbande stärkt, was ebenfalls als sehr wichtig erachtet wird.

Den Charakter jedes einzelnen Familienmitglieds besser kennenzulernen, wird als weniger wichtig angesehen.

Reisen bildet und eine Reise ins Ausland ist besonders für Kinder eine wertvolle Erfahrung. Dieser Ansicht ist eine breite Mehrheit der deutschen Eltern, denn sie sind davon überzeugt, dass es das Selbstbewusstsein und die Abenteuerlust der Kinder fördert, unbekannte Orte im Kreise der Familie zu entdecken. Darüber hinaus sind viele Eltern der Meinung, dass die Erfahrung ihre Kinder offener und toleranter gegenüber anderen Kulturen und Lebensweisen werden lässt, und dass es ihnen dabei hilft, ein Interesse für kulturelle Vielfalt und Sprachen zu entwickeln.

Die Urlaubererwartungen an den perfekten Familienurlaub*

Mehr als 56 Prozent der deutschen Familien wählen für 2020 einen Urlaub am Strand. Diese Entscheidung spiegelt weltweite Reisetrends wider, da die Strandnähe eines Feriendomizils aufgrund der zahlreichen Wasser- und Strandaktivitäten weiterhin die beliebteste standortbezogene Attraktion für Familien mit Kindern darstellt.

Die Möglichkeit, zusammen mit der Familie zu grillen oder in einer geräumigen, gut ausgestatteten Küche zu kochen, steht ebenfalls ganz oben auf der Wunschliste, genauso wie die Nähe zu einem Lebensmittelgeschäft im Ort. Vielleicht ist die Selbstverpflegung auch deshalb so beliebt, weil kulinarischen Erfahrungen überraschend wenig Bedeutung beigemessen wird, ebenso wie dem Besuch einer Weinkellerei oder Brauerei. 

Die Möglichkeit, im Pool zu schwimmen und einen Garten zu nutzen, wird ebenfalls als wichtig angesehen, ebenso wie die Nähe zu einem Krankenhaus oder einer Apotheke, um für Notfälle gerüstet zu sein.

* Savills Second Homes Report, 12 November 2019, Savills Research & HomeAway 

Kleine Entdecker? Die Generation der Weltenbummler

Die Zahl der Auslandsreisen ist in den letzten Jahrzehnten stark gestiegen und die Kinder in Europa haben erstaunlich viel Auslandsreiseerfahrung im Vergleich zu ihren Eltern. Mehr als 30 Prozent der Erwachsenen gaben zu, im Kindesalter nie im Ausland gewesen zu sein, während es bei der Generation ihrer Kinder nur zwölf Prozent sind.

Über die Hälfte der Kinder hat ein bis drei Länder bereist, ein weiteres Viertel bringt es auf vier bis sechs und bei glücklichen zehn Prozent sind es sogar mehr als sieben.

Die Deutschen sind schon immer gerne und viel gereist, was sich auch in den Zahlen niederschlägt. Der Unterschied zwischen den Generationen ist sehr viel weniger ausgeprägt als in anderen europäischen Ländern. Dennoch gilt auch für die Deutschen, dass ihre Kinder mehr reisen, als sie es selbst als Kinder getan haben. 20 Prozent der Eltern geben an, als Kind nie im Ausland gewesen zu sein – einer der niedrigsten Werte unter den Ergebnissen für Europa. Bei den deutschen Kindern sind es heute hingegen neun Prozent.

Was die Zahl der bereisten Länder betrifft, ist der Unterschied sogar noch geringer: 52 Prozent der Kinder haben ein bis drei Länder bereist, im Vergleich zu 47 Prozent der Eltern, als diese Kinder waren. Es scheint, als ermutigten reisefreudige Eltern ihren Nachwuchs, selbst die Welt zu erkunden.

Neun Prozent der Kinder in Deutschland haben heute das Glück, vor ihrer Volljährigkeit sieben oder mehr Länder bereist zu haben. Allerdings leben die europäischen Jugendlichen mit der größten Reiselust in den Niederlanden und Schweden (jeweils 15%) sowie Großbritannien (14 %). Die Franzosen (7%) Spanier (6%) und Portugiesen (4%) gestehen ein, dass ihre Kinder am wenigsten Länder bereist haben.

Vorfreude ist die schönste Freude

Vorfreude ist die schönste Freude lautet das Mantra deutscher Eltern, die schon zu Hause die Reiselust bei den Kindern schüren. 54 Prozent der Familien schmieden zusammen Pläne und überlegen sich, was sie am Urlaubsort unternehmen wollen. 48 Prozent davon betreiben dazu Internetrecherche. 38 Prozent beziehen die Kinder in die Reisevorbereitungen ein, indem sie sie ihren Koffer selbst packen lassen.

Weitere 21 Prozent bringen ihren Kindern sogar ein paar Worte in der Sprache oder dem Dialekt am Reiseziel bei, während 16 Prozent aufs Ganze gehen und zu Hause typische Gerichte des Reiseziels kochen, um die Kinder auf die regionale Küche einzustimmen. Das können von britischen Familien empfohlene Fish and Chips oder die von den Schweden bevorzugten Köttbullar mit Kartoffelbrei und Preiselbeeren sein.

Die Welt entdecken – Traumziele vs. Realität**

Deutsche Urlauber hatten große Träume, was ihre Wunschreiseziele für 2019 anbelangte. Reisen ans andere Ende der Welt lagen da ganz weit vorn, denn 32 Prozent stimmten für Australien und Neuseeland als Wunschziel – gefolgt von der Karibik mit 31 Prozent und den USA mit 30 Prozent der Stimmen.

In Wirklichkeit entschieden sich viele Deutsche, 2019 in Europa Urlaub zu machen, aber für 25 Prozent der Befragten war der Kontinent ohnehin ein Wunschziel.

Geschichte zum Anfassen, Sehen und Fühlen – Sehenswürdigkeiten auf der Wunschliste von Familien

Die beliebtesten Sehenswürdigkeiten der Europäer im Familienurlaub sind über den ganzen Globus verteilt, aber die Liste wird mit 35 Prozent der Stimmen vom Eiffelturm in Paris angeführt, der die Freiheitsstatue und die Niagarafälle um eine Nasenlänge schlug. 

Eine andere europäische Sehenswürdigkeit ist das Kolosseum in Rom, das sich den vierten Platz mit einer Topattraktion der USA, dem Grand Canyon, teilt, während es die britische Tower Bridge und die Blaue Lagune in Island noch auf den neunten Platz schafften.

Die Deutschen stimmen mit anderen Europäern überein, dass der Eiffelturm in Paris ganz oben auf die Wunschliste der Sehenswürdigkeiten für einen Familienurlaub gehört. Die Plätze zwei bis fünf entfallen jedoch auf amerikanische Sehenswürdigkeiten: die Niagarafälle, die Freiheitsstatue, den Grand Canyon und die Golden Gate Bridge.

Weitere europäische Ziele in den Top 10 sind das Kolosseum in Rom, die Blaue Lagune in Island und der Schiefe Turm von Pisa. Doch die Chinesische Mauer sowie die Pyramiden und die Große Sphinx in Ägypten sind auch in der Liste vertreten, denn die Deutschen lieben Fernreisen.

Zukünftige Reisepläne

Die Europäer im Allgemeinen planen für die nächsten drei Jahre überwiegend Reisen in nicht allzu weit entfernte Länder, denn unter den Top 10 der Reiseziele ist nur ein nichteuropäisches Land vertreten. Spanien, Italien und Frankreich führen die Liste an, gefolgt von Großbritannien auf dem vierten Platz.

Die USA belegen als einziges nichteuropäisches Reiseziel Platz sechs vor anderen Favoriten wie Portugal, Österreich und den Niederlanden.

Was die Auslandsreisepläne deutscher Urlauber für die nächsten drei Jahre betrifft, so führen die Dauerbrenner Italien und Spanien die Liste an, gefolgt von Griechenland und Österreich auf dem dritten Platz.

Wie auch bei ihren europäischen Nachbarn besteht die Liste hauptsächlich aus Ländern in Europa. Einzige Ausnahme sind wieder die USA, die den siebten Platz belegen. Wer weiß, vielleicht werden viele deutsche Familien 2020 die Sehenswürdigkeiten in den USA auf ihrer Wunschliste abhaken können.

Parlez-you Italiano? – Wir müssen reden

Goethe sagte einmal: „Wer fremde Sprachen nicht kennt, weiß nichts von seiner eigenen.“ Und die Deutschen haben diese Worte scheinbar beherzigt. 70 Prozent der Befragten geben an, eine andere Sprache „fließend“ oder „ganz gut“ zu sprechen, während 21 Prozent zumindest ein paar Sätze sprechen können.

Lediglich neun Prozent geben zu, nur Deutsch zu sprechen. Die Österreicher, Schweden und Italiener übertreffen jedoch allesamt die Deutschen, da nur fünf Prozent keine Fremdsprache sprechen. Nur die Portugiesen sind mit drei Prozent noch besser.

Diese Ergebnisse heben sich sehr positiv von denen zweier anderer Länder ab, da mehr als ein Viertel der Briten und 20 Prozent der Franzosen zugeben, nur ihre Muttersprache zu sprechen.

Am besten von allen befragten Europäern schnitten die Schweden ab, bei denen mehr als 80 Prozent angaben, Fremdsprachen „fließend“ oder zumindest „ganz gut“ zu sprechen.

Englisch ist bei Weitem die am meisten gesprochene Zweitsprache der Deutschen, das gaben zumindest 81 Prozent an. Weit abgeschlagen folgt Französisch mit 19 Prozent. Englisch ist zudem die beliebteste Zweitsprache der Europäer insgesamt, denn sie wird von fast 80 Prozent der Europäer gesprochen, während nur 28 Prozent auch Französisch, 25 Prozent Spanisch und 20 Prozent Deutsch sprechen.

Warum das Erlernen einer Fremdsprache für Kinder wichtig ist

66 Prozent der Deutschen erkennen an, dass es wichtig ist, eine Fremdsprache zu erlernen, weil man dadurch aufgeschlossener gegenüber anderen Kulturen wird. In Europa belegen sie damit Platz zwei hinter den Spaniern, von denen sogar 70 Prozent diese Ansicht teilen. Etwas mehr als die Hälfte glauben, dass man dadurch in der Welt besser zurechtkommt. Doch nur 27 Prozent sind der Ansicht, dass es die beruflichen Chancen erhöht, während vier Prozent gar keinen Vorteil darin sehen.

Der Hauptgrund, den ein Drittel derer angibt, die keine weitere Sprache sprechen, ist der, dass sie einfach Deutsch sprechen und versuchen, damit durchzukommen. Ein weiteres Viertel gibt an, nicht so viel zu reisen, um eine Fremdsprache zu benötigen. Acht Prozent geben zu, einfach keine Lust zum Erlernen einer Sprache zu haben.

Interessante Fakten rund ums Reisen

Die Welt erschmecken: Kulinarische Empfehlungen von Familien für Familien

Welche deutsche Spezialität würden Sie Familien empfehlen, die Deutschland besuchen und ein typisches Gericht probieren möchten? Bei unseren deutschen Familien war der klare Gewinner die Currywurst, für die 44 Prozent der Befragten stimmten. 

Doch die deutsche Wurst kommt gleich in vier der fünf beliebtesten Gerichte vor: Kartoffelsalat mit Würstchen auf Platz zwei, Bratwurst und Sauerkraut auf Platz drei sowie Weißwurst und Brezeln auf Platz fünf. Nur auf Platz vier geht es süß statt herzhaft zu. Die einzige Empfehlung deutscher Familien in den Top 5, die keine Wurst beinhaltet, ist nämlich der Käsekuchen.

Fischstäbchen erzielten nur 13 Prozent der Stimmen, Schnittchen zum Abendbrot 15 Prozent und Maultaschen 16 Prozent.

Europaweit betrachtet erweitert sich das Spektrum erheblich. Die Top-Empfehlung der Österreicher für Familien ist das Wiener Schnitzel, während die Briten erwartungsgemäß „Fish and Chips“ nennen. Und bei den Franzosen ist es einfach der Käse.

Was im Gepäck deutscher Familien auf keinen Fall fehlen darf

Wenn deutsche Familien ins Ausland reisen, haben 64 Prozent von ihnen das Notfallset dabei: die Reiseapotheke. Den zweiten Platz belegt Bargeld in Landeswährung – ebenfalls eine vernünftige Wahl, zumal viele Deutsche nicht gerne mit der Kreditkarte zahlen. 

Optimistischer sind sie hingegen in Bezug auf das Wetter, denn nur 19 Prozent packen einen Regenschirm und nur 32 Prozent eine Allwetterjacke ein. Nur sieben Prozent stimmten für Strohhüte, was vielleicht dem Wunsch nach mehr Eleganz entspringt.

Überraschenderweise scheinen sie kein so großes Heimweh nach typischen Nahrungsmitteln wie Deutschem Brot zu verspüren, da nur neun Prozent dafür stimmten.

Für Kinder all-inclusive?

Wie großzügig sind Mama und Papa, wenn es darum geht, den Urlaub ihrer Sprösslinge zu finanzieren? Europäische Eltern sind scheinbar nicht unbegrenzt gewillt, den Urlaub ihrer Kinder zu bezuschussen. 26 Prozent kommen nur so lange für die Kosten auf, wie die Kinder zu Hause wohnen, und zehn Prozent bis zur Volljährigkeit.

17 Prozent sind jedoch bereit, so lange für den Urlaub aufzukommen, wie sie es sich leisten können, und 16 Prozent zahlen immer dann, wenn gemeinsam Urlaub gemacht wird. Neun Prozent zahlen so lange, bis die Kinder eine eigene Familie gründen, und acht Prozent während des Studiums der Kinder.

Deutsche Familien zeigen sich großzügig, denn 28 Prozent geben an, für den Urlaub ihrer Kinder zu zahlen, solange diese bei den Eltern leben. 20 Prozent zahlen immer dann, wenn als Familie verreist wird, und weitere neun Prozent zahlen, solange sie es sich leisten können. Im Vergleich mit den europäischen Nachbarländern zeigt sich, dass die Franzosen vielleicht am großzügigsten sind, da 36 Prozent für den Urlaub ihrer Kinder aufkommen wollen, solange diese im Elternhaus leben, während 15 Prozent immer zahlen. Die Briten scheinen am knauserigsten zu sein: Nur sieben Prozent geben an, sie würden immer für die Kinder zahlen, wenn sie gemeinsam verreisen. Und 19 Prozent zahlen nur bis zum Erreichen der Volljährigkeit.

Quellen:

Sofern nicht anders angegeben, basieren die vorliegenden Daten auf einer Online-Umfrage, an der mehr als 9.000 über 18 Jahre alte Mütter und Väter mit Kindern unter 15 Jahren aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Spanien, Italien, Portugal, Schweden, Österreich und den Niederlanden teilgenommen haben. Die Umfrage wurde von Atomik Research im Dezember 2019 im Auftrag von FeWo-direkt durchgeführt, einer Vrbo-Marke, die Teil der Expedia Group ist.

Weitere Quellen:

* Savills Second Homes Report, 12 November 2019, Savills Research & HomeAway 

** Die vorliegenden Daten basieren auf der Nachfrage und den tatsächliche gezahlten Preisen auf www.fewo-direkt.de die im Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 – verglichen mit dem gleichen Zeitraum im Jahr 2018.

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