Generation Covid – Urlaubsreisen mit Babys und Kleinkindern

Die Folgen der Pandemie waren weitreichend und in allen Schichten der Gesellschaft zu spüren, aber manche wurden wortwörtlich in diese Situation hineingeboren. Wie werden Babys und Kleinkinder, die innerhalb der letzten zwei Jahre zur Welt kamen, wohl reagieren, wenn sie mit ihren Familien zum ersten Mal in einer völlig neuen Umgebung Urlaub machen? Wie bereiten sich die Familien darauf vor? Und was sind ihre Erwartungen und Ängste?

Nichts geht über Entschlossenheit

Beeindruckende 91% der Familien mit Kindern im Alter bis zwei Jahre lassen sich von möglichen Problemen nicht abhalten und planen, 2022 mit ihren Kleinen zu verreisen. Fast die Hälfte (46%) möchte in einem europäischen Land Urlaub machen. 43% bleiben lieber innerhalb der deutschen Grenzen, aber wagemutige 20% zieht es sogar in noch weitere Ferne.

Der Sommer ist die Lieblingsreisezeit mit den Kleinen (55%), gefolgt von Ostern (27%) und den Pfingstferien (16%).

Den Aufgaben gewachsen

Mit kleinen Kindern zu verreisen war schon immer eine Herausforderung der besonderen Art. Eltern müssen eine Menge zusätzlicher Dinge einpacken (30%), für Babys geeignete Unterkünfte finden (29%) und auch für sich selbst einige Stunden zur Entspannung freischaufeln (28%).

Auch andere Personen können eine Herausforderung sein, da 19% der Eltern angeben, dass sich andere Urlauber:innen oft über den Lärm beklagen, den kleine Kindern nun eben verursachen.

Die größte der neuen Sorgen, die Familien mit einem kleinen Kind im Urlaub seit der Pandemie beschäftigt, ist die, dass sie selbst als Eltern sich anstecken könnten und sich deswegen nicht um ihre Kinder kümmern können (33%). Auch ganz oben auf der Liste steht die Sorge, dass sie wegen Reisebeschränkungen mit ihrem Baby in einem fremden Land stranden (31%). Außerdem könnte das Baby sich anstecken oder das Virus weitergeben, da es noch nicht geimpft ist (30%).

Die fehlende soziale Interaktion während der Pandemie ist eine weitere Sorge, da sich die Eltern nicht sicher sein können, wie ihr Baby wohl auf die neue Umgebung reagiert, nachdem es in den letzten zwei Jahren so viel Zeit zu Hause verbracht hat (23%) und Fremde nicht gewöhnt ist (21%).

Eine weitere Herausforderung stellt für Eltern die Suche nach einer sauberen und sicheren Unterkunft dar (26%).

Von der Planung zur Ausführung

Bei der Verwirklichung der Urlaubspläne spielt die Unterstützung durch Verwandte und Freunde eine große Rolle: Mehr als die Hälfte (59%) der deutschen Familien, die 2022 mit Babys oder Kleinkindern verreisen, möchten dies in Begleitung anderer Personen tun, die notfalls aushelfen können. Das können die Großeltern des Babys (18%), entferntere Verwandte (16%) oder Onkel und Tanten des Babys (13%) sein. Auch ein verlässlicher Freundeskreis ist eine große Stütze – 11% verreisen mit Freunden, die ebenfalls Kinder haben, und 9% mit solchen, die keine Kinder haben.

Doch unabhängig von derartigen Hilfestellungen ist eine gründliche Planung nötig, damit im Urlaub alles glatt läuft. Dazu haben Eltern einige Tricks auf Lager: 35% legen eine Liste mit Dingen an, die sie für ihr Kind mitnehmen, 30% suchen gezielt nach kinderfreundlichen Unterkünften und 24% informieren sich darüber, was man im Urlaub für Kleinkinder unbedingt dabeihaben sollte.

Ratschläge werden von vielen Quellen eingeholt, beispielsweise vom Kinderarzt (22%) oder von der Familie und Freunden (13%). 9% informieren sich zudem in Blogs, Büchern und Magazinen und 7% in Podcasts.

20% wollen sich und ihrem kleinen Sonnenschein passende Urlaubsoutfits kaufen.

All dieser Planungsaufwand macht sich meist jedoch bezahlt. Eltern in Deutschland freuen sich auf die wertvolle gemeinsame Zeit als Familie, insbesondere den Abstand, den sie vom stressigen Alltag gewinnen (35%), die wertvollen Erinnerungen (32%) und die Möglichkeit zur Entspannung (26%).

Dazu gibt es noch die Vorteile für die Entwicklung des Babys, beispielsweise durch neue Erfahrungen (34%), die Gewöhnung an das Schlafen in einer fremden Umgebung (20%) und an einen anderen Tagesablauf (18%) sowie die Erfahrung von Flugreisen (15%) und das Kennenlernen anderer Eltern und deren Kinder (14%).

Bei der Suche nach einer Unterkunft für den Urlaub mit ihrem Kleinkind haben praktische Überlegungen für die Eltern Vorrang. Für 37% hat Sauberkeit oberste Priorität, 33% achten besonders auf Sicherheitsvorrichtungen für Kinder und 31% legen besonderen Wert auf das Vorhandensein einer kindgerechten Einrichtung mit Hochstuhl oder Babybett.

Privatsphäre (23%) und Freiraum (21%) werden ebenfalls in die Suche mit einbezogen, genau wie eine gut ausgestattete Küche mit Mikrowelle, um Babynahrung aufzuwärmen (21%), und einfach zu reinigenden Oberflächen (17%).

Am liebsten buchen Familien mit Babys und Kleinkindern für den Urlaub eine Ferienunterkunft, die sich wie ein neues Zuhause anfühlt (40%), gefolgt von einem Hotel mit zusätzlichen Services (24%). Ein Resort, in dem sie neue Bekanntschaften schließen können, wählen 16% und 12% entscheiden sich für ein Wohnmobil.

Der Traum von einer längeren Auszeit

Die Mehrheit der Eltern liebäugelt mit dem Gedanken, länger als nur die üblichen zwei Wochen mit ihren Kleinen zu verreisen. 75% geben an, dass sie einen Teil ihrer Elternzeit gemeinsam mit dem Kind auf Reisen verbringen würden, wenn sich ihnen die Gelegenheit bietet.

Von denjenigen, die in Deutschland bleiben, würden 23% eine Ferienwohnung buchen, während 19% das Land während einer Rundreise erkunden würden. Ein etwas höherer Prozentsatz würde ins Ausland gehen und dort eine Ferienwohnung buchen (24%), 20% würden lieber Europa entdecken und an unterschiedlichen Orten nächtigen.

14% sind etwas abenteuerlustiger und würden sogar eine Weltreise in Betracht ziehen.