Der Vertrauensfaktor

Deutschland gehörte schon immer zu den reisefreudigsten Nationen. Daran konnte auch das turbulente letzte Jahr nichts ändern und Familien in Deutschland zeigen sich weiterhin zuversichtlich, dass sie 2022 wieder eine Urlaubsreise antreten können.

Nach all dem Stress des vergangenen Jahres haben sie sich dieses Jahr eine Pause redlich verdient. Und sage und schreibe 89% der deutschen Familien sind zuversichtlich, dass sie dieses Jahr tatsächlich verreisen können.

37% der Familien geben an, dass Reiseanbieter und Vermieter noch flexiblere Stornobedingungen anbieten sollten, um diese Zuversicht bei der Buchung noch etwas zu steigern. 33% wären bereits zuversichtlicher, wenn die Reisebeschränkungen aufgehoben werden.

Fast ein Drittel (31%) sagt, dass die hohen Impfquoten in Deutschland und in anderen Ländern ihnen zusätzliches Vertrauen geben und 16% der Eltern wünschen sich, dass ihre jüngeren Kinder geimpft werden.

Recht unbeeindruckt zeigen sich die 26%, die angeben, dass sie sich bereits an das Reisen während der Pandemie gewöhnt haben.

Vom Traum zur Wirklichkeit

Die Reiselust sorgt für neuen Gesprächsstoff in der Familie. Es liegt jedoch auf der Hand, wie die meisten Deutschen denken: Mehr als die Hälfte (57%) haben fest vor, in den Sommermonaten 2022 Urlaub in Deutschland zu machen. Ostern folgt als zweitbeliebteste Urlaubszeit mit 19%. 14% planen einen Urlaub an Pfingsten und noch einmal so viele einen Urlaub im Herbst. 7% sind sogar sehr optimistisch und planen bis Weihnachten voraus. Lediglich 6% geben an, dass sie in diesem Jahr keinen Urlaub im eigenen Land planen.

Fast ebenso zuversichtlich zeigen sich die Familien in Deutschland hinsichtlich der Planung ihres Sommerurlaubs 2022 in einem europäischen Land. Satte 49% haben Pläne und nur 9% geben an, dass sie in diesem Jahr keinen Urlaub in einem europäischen Land planen. Pfingsten liegt mit 14% auf dem zweiten Platz, gefolgt von Ostern und dem Herbst mit 13%.

Bei Reisen in weitere Ferne zeigen sich deutsche Familien allerdings etwas vorsichtiger, denn 21% haben noch keine Pläne für internationale Reisen im Jahr 2022. Beim Rest stehen erneut die Sommermonate ganz oben auf der Beliebtheitsskala (38%), gefolgt von den Herbstferien mit 12% und den Oster- bzw. Pfingstferien mit 10%.

Bei der Art des Urlaubs gibt es in diesem Jahr einen klaren Gewinner: 55% können es kaum mehr erwarten, sich mit Schaufel, Sonnencreme und Badeanzug auszustatten und sich am Strand zu entspannen. Ein Urlaub in den Bergen, auf einem Bauernhof oder auf dem Land und Städtereisen erhielten 10% der Stimmen, während private oder geführte Rundreisen 7% der Umfrageteilnehmer:innen überzeugten.

Familienurlaub neu gedacht

Wenn uns die Pandemie eines geschenkt hat, dann Zeit zum Nachdenken – wir hatten die Möglichkeit, unser Leben zu überdenken und vielleicht unsere Prioritäten neu zu setzen. Den meisten Familien (81%) ist klar, dass sich verschiedene Aspekte des Reisens grundlegend verändert haben, möglicherweise sogar für immer.

75% sind sich einig, dass Urlaubsreisen nun mehr und langfristigere Planungen erfordern als früher, 71% finden, dass Urlaubsreisen kostspieliger geworden sind, und 69% glauben, dass uns Gesundheits- und Sicherheitsprotokolle noch für eine lange Zeit, vielleicht sogar für immer, erhalten bleiben. Fast zwei Drittel (64%) sind überzeugt, dass es zukünftig nur für Geimpfte einfach ist, zu verreisen.

Andererseits sind sich 61% sicher, dass Nachhaltigkeit künftig eine tragende Rolle bei ihren Urlaubsentscheidungen spielen wird, da die Frage, wie die Urlaubsbranche auf lange Sicht gesehen rentabel und dennoch ökologisch und kulturell verträglich agieren kann, für immer mehr Familien an Bedeutung gewinnt.

Drei Viertel der Familien in Deutschland (75%) glauben, dass Ferienwohnungen und -häuser sichere Unterkünfte sind, und 70% halten sie für eine gute Wahl für ihre eigene Familie.

67% der Familien wollen ihre Urlaubsplanung zudem möglichst stressfrei gestalten und suchen daher vorrangig nach einem Ziel, das mit dem Auto erreicht werden kann. 62% ziehen Reiseservices mit möglichst wenig Kontaktpunkten vor, beispielsweise kontaktlose Schlüsselübergaben und automatische Zahlungen.

Ein Blick aufs Budget

Die Pandemie hat vielen Familien einen unverhofften finanziellen Bonus in Form von niedrigeren Ausgaben verschafft. 77% der deutschen Familien geben an, dass dies auf sie zutrifft. Die Gründe dafür sind vielfältig: Es gab nicht so viele Gelegenheiten, auszugehen (31%), ein Restaurant zu besuchen (27%), zu reisen (26%) und andere Waren oder Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen (23%).

Knapp über die Hälfte der deutschen Familien (54%) plant, einen Teil dieser Ersparnisse – oder sogar alles davon – für ihren Familienurlaub 2022 aufzuwenden. Und was wünschen sie sich für diese erhöhte Kaufkraft?

Die Familie kommt definitiv an erster Stelle. 46% geben an, dass ein Ziel mit guten Familien- und Unterhaltungsangeboten ganz oben auf ihrer Liste steht, wo die Kinder sich austoben können. Die Pandemie bestimmt nach wie vor das öffentliche Leben, daher spielt auch die Gesundheit eine wichtige Rolle bei der Entscheidung. 38% vermeiden überfüllte Orte und 36% ziehen ein Urlaubsziel mit hohen Gesundheits- und Hygienestandards vor.

Auf der Suche nach einem Tapetenwechsel zieht es 21% an völlig neue Orte, während 20% in den letzten Jahren bereits genug Aufregung und Überraschungen erlebt haben und lieber auf bereits bekannte Urlaubsziele setzen. 25% ist es wichtig, die Sprache an ihrem Reiseziel zu verstehen.

Im Einklang mit vorherigen Ergebnissen suchen 21% nach einem umweltfreundlichen Urlaubsort, der auf Nachhaltigkeit setzt.

Interessante Fakten

Vorfreude ist die schönste Freude, heißt es – und auch auf die Urlaubsvorbereitungen kann das zutreffen. Wie also bereiten sich deutsche Familien auf ihren großen Urlaub vor?

Die Antwort ist wenig poetisch: 43% putzen am liebsten ihr Heim noch einmal gründlich durch, damit es bei ihrer Rückkehr sauber ist. 37% kaufen Kosmetikartikel in Reisegröße und 18% lassen sich noch einmal die Haare schneiden.

Andere gehen es da schon etwas spannender an: 29% der Familien legen sich ein neues Outfit zu, 26% laden Filme, TV-Serien, Musik und Podcasts herunter, die ihnen beim Entspannen helfen, und 17% kaufen sich und den anderen Familienmitgliedern Bücher und Magazine zum Schmökern.

Auch die Verwandtschaft wird nicht vergessen: 28% verabschieden sich bei Großeltern oder anderen Verwandten. Andere leuten den Urlaub kulinarisch ein: 16% reservieren einen Tisch im Lieblingsrestaurant und 19% bestellen sich Pizza nach Hause.

Alte Urlaubsfotos zu durchstöbern und in Erinnerungen zu schwelgen sehen 11% als guten Start für ihren Urlaub.

Angesichts dieser Planung und Vorbereitung ist es nicht wirklich überraschend, dass die überwältigende Mehrheit der deutschen Familien (82%) am Tag der Abreise kurz bevor oder nachdem es bereits zu spät ist bemerkt, dass in ihren Koffern etwas Wichtiges fehlt. Kommt Ihnen das bekannt vor?

Das kann Insektenschutz (18%), Sonnencreme und Sonnenbrille (7%) oder Ibuprofen (7%) sein, aber auch Dinge für die Kinder wie eine Nachttischlampe (9%), Kissen (8%), das Lieblingsspielzeug (5%) oder sogar Unterwäsche (4%).