Generation „Coronials“ auf Reisen

Babys, die während der Pandemie geboren wurden, wuchsen bisher unter ganz besonderen Umständen auf. So besonders, dass manche Stimmen sogar von einer komplett neuen Generation sprechen: den Coronials. Viele Coronial-Eltern sind nun darauf bedacht, dass ihr Nachwuchs fehlende Erfahrungen schnellstmöglich nachholt – auch Urlaubserfahrungen gehören einer neuen Umfrage* des Ferienhausportals FeWo-direkt zufolge dazu. So planen ganze 91 Prozent der deutschen Eltern von einem Kleinkind unter zwei Jahren, in diesem Jahr gemeinsam auf Reisen zu gehen.

Homeoffice sei Dank konnten zwar viele Eltern mehr Zeit mir ihren Neugeborenen verbringen, doch das Leben spielte sich größtenteils innerhalb des eigenen Umfelds ab. Bis jetzt, denn dieses Jahr soll alles anders werden. Nach gelockerten Reisebeschränkungen, die das Reisen mit ungeimpften Kindern wieder einfacher machen, planen 46 Prozent der Eltern mit Pandemie-Baby einen Urlaub im europäischen Ausland. 20 Prozent visieren sogar ein Reiseziel außerhalb Europas an. Weitere 43 Prozent der Familien möchten innerhalb der Landesgrenzen urlauben.

Familienexpertin und Buchautorin Nora Imlau kann den Wunsch der Eltern verstehen: „Für viele Familien war die Pandemiezeit ausgesprochen belastend. Umso wertvoller ist es nach einer solchen Zeit, gemeinsam neue Kraft zu schöpfen. In einem Familienurlaub gelingt das besonders gut. Gerade wer unfreiwillig viel zu Hause war, blüht in einer anderen Umgebung oft regelrecht auf. Das gilt für Kinder wie auch Eltern.“

Förderung der kindlichen Entwicklung

Neben einer gemeinsamen Auszeit als Familie erhoffen sich mit 34 Prozent mehr als ein Drittel der deutschen Eltern von einem Urlaub auch einen positiven Effekt für die Entwicklung ihres Babys. „Neue Erfahrungen sind sowohl für die kindliche Seele als auch fürs kindliche Gehirn das optimale Futter, um auszugleichen, was während der Pandemie mitunter an anregenden Erlebnissen gefehlt hat“, bestätigt Nora Imlau. 20 Prozent möchten den Urlaub nutzen, um das Baby daran zu gewöhnen, in einem anderen Umfeld als zu Hause einzuschlafen. 14 Prozent haben sich vorgenommen, Kontakte mit anderen Familien zu knüpfen.

Auch Eltern fehlt es an Erfahrung

Doch nicht nur Babys haben während der Pandemie zurückstecken müssen. Auch ihren Eltern fehlt es teilweise an Erfahrungen, die für andere Mütter und Väter während der ersten zwei Lebensjahre ihres Kindes selbstverständlich waren. Wie geht es dem Kind mit einer längeren Reise, wie verhält es sich an einem anderen Ort, unter anderen Menschen? Da ist es nur verständlich, dass mehr als jeder fünfte Elternteil befürchtet, dass sich der Nachwuchs in einer neuen Umgebung nur schwer zurechtfindet (23%) oder dass das Baby bei Begegnungen mit anderen Menschen fremdelt, weil es während der Pandemie nur wenig Kontakt zu Fremden hatte (21%).

„Tatsächlich sind viele der in der Pandemie geborenen Babys etwas zurückhaltender als andere Kinder, weil die Eltern einfach so lange darauf getrimmt waren, Abstand halten zu müssen“, gibt Nora Imlau zu bedenken. „Da kann etwa ein Hotelurlaub mit vielen anderen Menschen leicht eine Überforderung darstellen.” Auch deshalb erfreuen sich Ferienunterkünfte großer Beliebtheit, wie die Umfrage von FeWo-direkt zeigt: 40 Prozent der Eltern von Pandemie-Babys geben an, ein Ferienhaus oder eine Ferienwohnung beziehen zu wollen. Nur 24 Prozent setzen dagegen auf Hotels. „Ferienunterkünfte fühlen sich an wie ein zweites Zuhause. Hier erleben Kinder, wie viel Spaß es macht, einen neuen Ort zu erkunden, und haben gleichzeitig einen Rückzugsort, der wie ein sicherer Hafen ist.“

Expertentipp: Unterstützung mitnehmen

Eltern sollten sich deshalb nicht überfordern und sich nicht zu viel Programm vornehmen, empfiehlt die Familienexpertin. Stattdessen ist das Unterwegssein selbst der Urlaub: „Mit einem kleinen Kind neue Wege und Orte, Spielplätze und Eisdielen zu entdecken kann wunderbar entspannend sein.“ 59 Prozent der Coronial-Eltern empfinden es laut FeWo-direkt-Umfrage dabei als besondere Entlastung, wenn sie weitere potenzielle Betreuungspersonen für das Baby einladen, mit in den Urlaub zu kommen. „Dann können etwa die Großeltern, die ihre Enkel durch die Pandemie ja auch oft viel zu selten gesehen haben, wertvolle Zeit mit dem Kind verbringen und die Eltern können einfach mal wieder durchatmen.“

* Die Online-Umfrage wurde von Atomik Research unter 564 Eltern (18+) in Deutschland, die mindestens ein Kind unter 2 Jahren haben und in den letzten fünf Jahren als Familie gereist sind, vom 15. bis 20. Dezember 2021 durchgeführt.