Strandcheck Dänemark


Ich vergrabe meine Füße im sonnengewärmten Sand und halte mein Gesicht in die untergehende Sonne. Seit Tagen erkunden meine Freunde und ich das beschauliche Land Dänemark und testen so einige schöne Strände. Was uns dabei aufgefallen ist - die Vielfalt, die Dänemark zu bieten hat: Kein Strand gleicht dem anderen. Wenn wir wollen, können wir jeden Tag etwas ganz anderes sehen. Und das, ohne weit fahren zu müssen. Hier ein kleiner Überblick:



Klitmøller, der Strand für Familien und Surfer:

Klitmoeller Strand

In Klitmøller, dem Strand für alle Surfer und Kiter, ticken die Uhren langsamer. Ich frage mich, ob man hier überhaupt auf die Uhr schaut. Das sichelförmige Strandufer ist überschaubar. Dabei ist es recht steinig und windig und das Wasser wird schnell tief. Dafür finde ich die Atmosphäre in Klitmøller sehr familiär und einladend. Direkt hinter dem Strand befindet sich ein kleines Stadtzentrum mit Surfschulen und Surfshops, Spielplätzen und Skatepark. Außerdem gibt es hier ausreichend Imbisse wie den leckeren Fischimbiss Klitmøller Røgeri mit Selbstbedienung direkt am Strand.

Die Surfshops vor Ort haben sogar eigene Pullis mit dem Aufdruck „Cold Hawaii“ und geben dem Surfspot damit gewissermaßen seinen Namen. Zwar liegt Hawaii von Dänemark mehrere tausend Meilen entfernt, die Surfbedingungen sind in Klitmøller aber wirklich nicht zu unterschätzen. Tatsächlich kiten oder windsurfen die Leute hier also nicht nur fleißig mit großen Drachen und schweren Segeln, sie surfen sogar auch! Ein fantastisches Bild.

Auch uns packt im Surfmekka Dänemarks der Surf-Lifestyle. Wir schlendern durch die Shops und haben schauen uns nach dem neuesten Trend um. Wie wir erfahren, hat das Wasser im Sommer eine Temperatur von 14-19°. Das heißt, ein Neopren ist schon noch nötig. Das Brett für einen Tag kostet 21€ bei der Surfschule Westwind. Den Neopren gibt es dort für 14€. Ein Wellenreitkurs für Anfänger kostet mich bei Westwind für 2 Stunden etwa 35€, beim Cold Hawaii Surfcamp für 1 ½ Stunden ca. 38€. In diesem Preis ist das Material dann schon enthalten. Bei Westwind kann man außerdem auch Windsurfen und Kiten lernen.




Henne Strand, der Strand für Reiter und alle, die sich mehr Platz wünschen:

Reiter am Strand von Henne

In Henne Strand unterhalb des Ringkøping Fjord werden wir von einer kilometerweiten Dünenlandschaft mit feinen Sandwegen eingeladen, die in einen breiten, weitläufigen Sandstrand übergeht. Hier ist bis zum Horizont nichts als Meer und Strand zu sehen. Somit haben wir genug Platz, uns auszubreiten, ohne schon beim Nachbarn auf dem Handtuch zu liegen. Auch für Ballspiele haben wir hier meilenweit Platz. Es gibt in den Dünen auch einen FKK-Abschnitt: Von dem wurde ich während meines Ausritts überrascht. Außerdem liegen am Henne Strand mitten in den Dünen ein paar riesige Pferdeweiden, deren feinen Zaun man von Weitem kaum sieht. Das führt dazu, dass Besucher immer wieder denken, es gäbe hier Wildpferde.




Hirthals, der Strand für entspannte Genießer:

Ferienhaus am Strand

Der Strand in Hirthals dagegen bleibt mir durch eine Marienkäfer-Plage in Erinnerung. Noch nie habe ich so viele kleine schwarze Punkte auf rotem Grund gesehen. Dabei ist der Strand eigentlich ganz schön. In der Regel fährt man mit dem Auto oder Van fast bis zum Meer, stellt sich hier in die Reihe dazu und hat freie Sicht auf das Wasser. Dieses ist hier angenehm ruhig und bleibt lange Zeit extrem flach. Solange ich in Bewegung bin, stören mich die Marienkäfer nicht. Sie sind sogar ganz niedlich. Als ich dann aber in Ruhe meinen Nudelsalat essen will, werden sie schon sehr lästig. Also setze ich mich zum Essen trotzig ins Auto.

Kultur mit dem Hund? Auch das ich in München möglich. Die Kunst- und Kirchenhistorikerin Dr. Chris Loos und ihre spanische Mischlingshündin Fanny bieten bei „CultureDog“ kulturelle Stadtführungen durch München an. In Museen dürfen die Vierbeiner natürlich nicht mit, aber da wechseln sich die Teilnehmer bei der Besichtigung ab und passen gegenseitig auf die Hunde auf. Die haben genügend Zeit zum Toben, Spielen und Freunde finden.

Strand von Hirthals




Holstebro, der Strand für Gruppen, die unter sich sein wollen:

Strand_von Holstebro

Vermutlich, weil sie nicht am offenen Meer liegen, sondern am Limfjord, sind die Strände von Holstebro sehr ruhig und rar besucht. Wir sind in der Hochsaison da und haben den Strand trotzdem fast für uns allein und er liegt direkt vor unserer Haustür. Bei guten Windverhältnissen und am Abend in der untergehenden Sonne sieht man hier hin und wieder Kiter oder Windsurfer, die mit ihrem Wohnmobil vorgefahren kommen. Von unserem Fenster aus sehen wir eine Wiese mit Blick auf das Meer. Dazwischen aber liegt eine Art Steilklippe, in die eine Treppe eingelassen wurde. Unten am Fuß der Klippe, ganz versteckt und geschützt, liegt der schmale, in kleine Buchten geteilte Strand. Daher finde ich es hier durch die steile Wand im Rücken schön ruhig und behütet. Anders als bei den bisher beschriebenen Stränden eignet sich der Sand hier wunderbar zum Burgenbauen, weil er viel feiner und feuchter ist.

Typisch für Dänemark, sieht der Strand ein paar Hundert Meter weiter also schon wieder völlig anders aus – auf einmal wird der Sand weich und samtig zart, wie er mir sonst nur aus der Südsee bekannt ist. Hier ist auch keine Steilklippe mehr im Hintergrund, sondern man hat freie Sicht auf gelbgrüne Gräser und große Windräder.

Mir bleibt zu sagen, dass Dänemark trotz der kleinen Größe unglaublich vielseitig ist und kaum ein Strand dem anderen gleicht. Wie so oft gilt auch hier der Spruch: klein aber oho!

Gruppe am Strand_Holstebro




Cold Hawaii-Surfcamp: www.coldhawaiisurfcamp.com

Surfcamp Westwind: www.westwind.dk

Ausreiten: Stutteri Vestkysten: www.stutterivestkysten.dk

Beitrag auf Lilies Diary: Warum man öfter ein Ferienhaus in Dänemark mieten sollte