Ein Tag im Skigebiet Sölden

Keine 90 Minuten von Innsbruck und nur knappe drei Stunden von München entfernt, liegt das beschauliche Örtchen Sölden. Eine schmale Straße im Tal führt über etliche Zebrastreifen vorbei an Skisportgeschäften, Hüttenrestaurants und der Liftanlage. Wer hier durchfährt, merkt sofort: Wir sind angekommen! Willkommen im Skigebiet Sölden – und hier kommen meine Highlights.


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Das Gletscherskigebiet von Sölden:

Das Skigebiet Sölden hat das große Glück, eines von fünf Tiroler Gletscherskigebieten zu beherbergen. Das bedeutet, dass die sehr hoch liegenden Pisten schon von September an bis in den Mai hinein befahrbar sind. Dort oben ist es besonders sonnig, die Pisten sind breiter als sonst und die Aussichten atemberaubend: Denn bei klarer Sicht schaut man meilenweit über alle Gipfel hinweg und kann sogar die Lifte vom nächsten Gletscherskigebiet erspähen. Das restliche Skigebiet Sölden, dessen Pisten nicht weniger lang, aber häufig steiler und nach links und rechts etwas begrenzter sind, ist von November bis April geöffnet.


Meine Lieblingsabfahrt im Skigebiet Sölden:

In manchen Skigebieten hatte ich tatsächlich schon das Gefühl, mehr (Schlepp-)Lift als Ski zu fahren. Dabei bin ich ein Fan langer, abwechslungsreicher Abfahrten und eher erholsamer Liftfahrten. Genau diesen Ansprüchen genügt das Skigebiet Sölden: Hier erwarten mich 69 Kilometer blaue (soviel Pistenkilometer haben viele andere Skigebiete nicht einmal insgesamt), knapp 45 Kilometer rote und fast 30 Kilometer schwarze Piste. Weil eine Abfahrt länger und besser ist als die andere, kann ich eigentlich keine davon nicht empfehlen. Müsste ich mich aber entscheiden, würde ich die blaue Piste Nr. 38/39 am Tiefenbachgletscher wählen (wegen der Aussicht und Weite) oder die rote Nr. 11/12 am Rotkogljoch (wegen der Abfahrt). Dort gibt es auch eine ausgeschriebene Freeride-Area.


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Die wohl schnellste Abfahrt und der Adrenalin Cup Sölden:

Jährlich wird im Gletscherskigebiet Sölden der Skiweltcup abgehalten. Der Hang der Slalom-Rennpiste besticht dabei mit bis zu 65 Prozent Steigung. Genau diese Strecke dürfen auch Ottonormalfahrer in abgespeckter Länge runterrasen und dabei ihr Können testen. Ich selbst habe mich das nicht getraut und lieber nur von unten zugeschaut.

Die Abfahrt ist Teil des Adrenalin Cup Sölden, den ich für eine grandiose Idee halte: Auf gekennzeichneten Pistenabschnitten kann man sich dabei filmen und messen lassen, wie man besondere Techniken anwendet oder Fun-Disziplinen durchläuft. Dazu gehören beispielsweise Slalom, Riesenslalom, Carving, Speed, Freeride, Buckelpiste oder Flug, also Springen. Die Filme und Fotos davon sind eine tolle Urlaubserinnerung. Der gesonderte Adrenalin-Pass kostet für Erwachsene 5 Euro pro Tag. Ich habe davon zu spät erfahren, aber beim nächsten Mal würde ich mir sofort mein Filmchen von der oben erwähnten Freeride-Area holen.


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Gute Aussichten und die BIG 3 Foto Rallye:

Einen spektakulären Aussichtspunkt finde ich im Skigebiet Sölden auf 3.250 Metern an der Bergstation der Gondel Tiefenbachferner. Über eine Schlucht ragt ein ziemlich langer Aussichtssteg hinaus, der gefühlt nur an einem Bindfaden hängt und an dessen Ende ich nur noch auf einem Gitter stehen würde. Würde – denn ganz zur Spitze traue ich mich erst gar nicht. Lieber konzentriere ich mich auf die Aussicht und fühle mich vor lauter Bergpanorama plötzlich ganz klein.


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Die Aussichtsplattform ist eine von vier Fotostationen der BIG 3 Foto Rallye: Ich halte meinen Skipass an eine bestimmte Stelle und schwupp fotografiert mich ein installierter Blitzer, wie man ihn aus dem Straßenverkehr kennt. Dank der Nummer auf dem Skipass finde ich das Foto später auf der Homepage. Und es ist deutlich schöner als ein Blitzerfoto mit Strafzettel. Die drei weiteren Aussichtspunkte und Foto-Points findet ihr an der Terrasse des Powder Q, auf der Terrasse des Restaurants Schwarzkogl und an der Bergstation der Schwarze Schneidbahn.

http://www.skiline.cc/home
http://adrenalincup.soelden.com/de



 

Restaurants mit guter Aussicht:

Wer auch während der Mittagspause das Gesicht in die Sonne halten und den Blick in Richtung Piste richten möchte, speist am besten auf der Terrasse des SB-Restaurants an der Tiefenbachbahn. Von hier aus kann ich nach dem Essen gestärkt zwischen drei Liften wählen, die mich wieder auf den Berg befördern. Wer stattdessen auch mittags ein Highlight braucht, lässt sich im höchsten Restaurant des Ötztals bedienen – dem Restaurant Ice Q an der Bergstation Gaislachkogl auf 3.048 Metern.


Zum Mittag in eine traditionelle Hütte:

Urig wird es in der Skihütte Gampe Thaya. Zwischen geschmeidigem Holz und traditioneller Deko ist es so gemütlich, dass ich nach der Suppe auch noch einen Kaiserschmarrn bestelle und danach noch einen Kakao – bis ich einen Stuhl auf der beliebten Sonnenterrasse ergattere. Auf einmal habe ich es gar nicht mehr so eilig, auf die Piste zu kommen. Gekocht wird mit Produkten aus eigener, heimischer Landwirtschaft und sogar eine Käserei gehört dazu. Die Hütte liegt auf dem Weg der bereits empfohlenen roten Piste Nr. 11.

Link:http://gampethaya.riml.com/

 

Mein Highlight: Der Skitunnel

Mein persönliches Highlight im Skigebiet ist ein Tunnel für Skifahrer. Mit ihm kommt man auf besagte Lieblingsskipiste Nr. 38/39. Im Tunnel selbst ist es ganz ruhig und es fühlt sich fast schon mystisch an, wenn man nur noch die Ski durch den Schnee gleiten hört. Aber sobald ich das Sonnenlicht wieder erspähe und die Freudenschreie höre, öffnet sich vor mir plötzlich ein großes Gletscherplateau voller lachender Skifahrer und es gibt diesen besonderen Moment, in dem mir ein leises, andächtiges „Wooow!“ über die Lippen kommt. Skifahren ist schön!


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1, 2, 3... fünf Talabfahrten:

Wer – wie ich! – den Tag auf der Piste bis zum letzten Sonnenstrahl ausnutzen und den Trubel an der Gondel beim Runterfahren vermeiden möchte, nimmt am besten die Talabfahrt und fährt mit den Ski bis vor das Auto. Dazu gibt es im Skigebiet Sölden nicht nur eine, zwei oder drei Varianten, sondern tatsächlich fünf – für jeden Abend und jeden Schwierigkeitsgrad mindestens eine. Viel Spaß!


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Wie ihr lest, kann ich das Skigebiet Sölden wärmstens empfehlen. Denn egal wie gut, mittel oder schlecht man fährt, ob man jung oder alt ist, sportlich ambitioniert oder ganz gemütlich unterwegs ist – in Sölden kommt jeder auf seine Kosten.

 


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