Ein Ausflug in die schottischen Highlands



Raue Natur, endlose Weiten und sagenumwobene Seen: Jedes Mal, wenn ich in Edinburgh bin, mache ich auch einen Ausflug in die schottischen Highlands. Das gehört für mich einfach dazu. Denn im Gegensatz zu vielen Großstädten, auch hier auf der Insel, konnten sich die Highlands ihren kulturellen Charakter bis heute bewahren. Wer Schottland kennenlernen will, sollte sich also in die Highlands wagen!

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Was ist das Besondere an einer Highlands-Tour?

An einer Highlands-Tour liebe ich vor allem, dass ich mich einfach zurücklehnen und fortan genießen kann. Oder sollte ich sagen: staunen? Noch im Morgengrauen steige ich im Zentrum von Edinburgh in den Bus und komme erst spät abends – je nachdem, wie lang die Tour dauert – wieder zurück. Dazwischen liegt eine Ladung voller schottischer Eindrücke. Man könnte es auch eine magische Reise nennen. Aufgeregt drücke ich meine Nase an die Fensterscheibe des Busses und schaue in die Ferne. Dabei winke ich meiner Nachbarin ununterbrochen zu und deute auf dieses oder jenes neue „Loch“ (so nennen die Schotten ihre Seen), an dem wir gerade vorbeifahren.

Begleitet wird mein Staunen von schaurigen Geschichten über wilde Schlachten und laute, trinkfeste Männer. Etliche Male steige ich aus dem Bus aus, um mir hier eine Burg und da einen See anzusehen oder gleich beides auf einmal: eine Burg an einem See. Zwischendrin streichle ich echte Highland-Kühe – diese zotteligen, rothaarigen Kerlchen. Im Touristenshop kaufe ich mir eine CD mit traditionell schottischer Folkmusik, die ich in den nächsten Wochen rauf und runter hören werde. Und natürlich habe ich wie immer meine Kamera dabei, mit der ich die schlichte und gleichzeitig wunderschöne Landschaft fotografiere.

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Die Schottischen Highlands

Schottland besticht nicht durch weiße Sandstrände, blühende Felder oder kilometerhohe Berge. Und doch zieht es mich immer wieder in seinen Bann. Hier in der Gegend, in der ich gerade bin, in den schottischen Highlands, nennt man die bewachsenen Berge „munros“. Sie schillern in den verschiedensten Grüntönen und bilden eine Landschaft voller sanfter Ruhe, die einen mit freundlicher Zurückhaltung willkommen heißt. Wer sich gut mit ihr stellt, wird herzlich in den Arm genommen. Auch von den Bewohnern: Einmal bin ich zusammen mit sechs Studenten etwas verloren in eine kleine Bar gestolpert, die eigentlich nur Schotten und Stammgästen vorbehalten zu sein schien. Als uns das auffiel, war es schon zu spät. Wir bestellten Tee zum Aufwärmen und sorgten damit dafür, dass uns die anderen Gäste erst mal skeptisch beäugten. Nachdem sich aber alle aneinander gewöhnt hatten, folgte schon bald munteres Zuprosten und Armdrücken, das wir – natürlich! – verloren.

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In Schottland gibt es kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung

Dreimal war ich bisher in den Highlands von Schottland unterwegs. Dreimal hingen die Wolken tief und es regnete so sehr, dass sich an den Bergen reißende Sturzbäche bildeten. Vermutlich darf ich mich nicht beschweren, immerhin habe ich meine Touren im Oktober, im Dezember und im April unternommen. Trotzdem: Für mich gehört dieses Wetter dank der drei Male fest zu einer Highlands-Tour dazu. Quasi genauso, wie ich eine Reise auf die Malediven mit Dauersonne verbinde. Der Regen passt einfach und unterstreicht den rauen Charme der Schotten. Und wie sagt ein passendes Sprichwort so schön? Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung.

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Immer für einen Whisky gut

Die Highlands sind weltberühmt für ihren Whisky. In vielen kleinen und großen Destillerien wird hier fleißig und voller Leidenschaft Whisky gebraut. Das merke ich vor allem daran, dass ich während meiner Highlands-Tour nur selten um eine Kostprobe herumkomme. Was ich dabei gelernt habe? Man den edlen Alkohol nicht hinunter, sondern genießt ihn ganz langsam, Schluck für Schluck.

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Das Ungeheuer von Loch Ness

Für eine Tour durch die Highlands erwähne ich das Loch Ness fast schon zu spät... doch gut Ding will Weile haben. In einem schmalen, lang gezogenen See zwischen Iverness und Fort Augustus, so besagt es die Sage, soll sich ein Ungeheuer verstecken: das Ungeheuer von Loch Ness. Man erzählt sich von einer Art Seeschlange, die – je nach Geschichte – bis zu 20 Meter lang ist!

Ich selbst habe das Loch Ness nur bei zwei meiner drei Highlands-Touren gesehen, da es gut vier Stunden von Edinburgh entfernt liegt. Wer hinfährt, dem empfehle ich einen Stopp an der Ruine von Urquhart Castle. Von hier kann man perfekt auf den tiefsten Punkt von Loch Ness schauen. Ob das Ungeheuer tatsächlich irgendwo da unten ruht?

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Wer, wie, wo, was, wann?

Ich empfehle, die Highlands-Tour in einem der Reisebüros auf der Royal Mile zu buchen. Die Ausflüge der verschiedenen Anbieter unterscheiden sich vor allem in ihrer Länge, Dauer und in der Route. Die einen umrunden das Loch Ness komplett, andere fahren nur nach Fort Augustus und wiederum andere lassen den geheimnisvollen See komplett aus. Bei all der Auswahl kann ich vor allem einen Ratschlag geben: Es gibt keine falsche Entscheidung! Denn absolut jede Tour hat es in sich, egal, auf welche Highlights der Highlands sie nun setzt. Der Preis liegt meist bei ca. 47 Pfund für einen Erwachsenen, was umgerechnet etwa 66 Euro entspricht.

Der für mich schönste Punkt jeder Reise ist – auch bei Regen – die Gegend rund um Glen Coe. So heißt Schottlands wohl berühmtestes und malerischstes „glen“ (zu dt.: Bergschlucht, Tal). Hier wurde sogar für den Film „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ gedreht.

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Monster, Massacres und Mountains – zuletzt bleibt mir nur, ehrfürchtig zu sagen: Macht euch ein eigenes Bild von den schottischen Highlands! Denn eine Reise nach Schottland, bei der man die Highlands nicht gesehen hat, ist kein wahrer Schottlandurlaub.

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