Formentera – das letzte Paradies im Mittelmeer

Ein letzter Blick zurück auf die wunderschöne Festung und den Hafen von Ibiza. Der Anblick gleicht einem Foto aus einem farbenprächtigen Bildband. Wir verlassen den Hafen von Ibiza – mit zwei lachenden Augen und einem hüpfenden Herz, denn wir wissen, was nach der 30-minütigen Bootsfahrt auf uns wartet: Formentera! Formentera – das letzte Paradies im Mittelmeer.

Die kleine Insel, die südlich von Ibiza liegt, ist an der schmalsten Stelle keine zwei Kilometer breit und nur knappe 23 Kilometer lang. Besiedelt wurde sie erst in den 70ern, als Hippies und Aussteiger ihr Paradies auf Erden fanden – und es hegten und pflegten. Bis heute leben hier einige Menschen als Selbstversorger. Lasst euch von mir auf eine Reise in das letzte Paradies im Mittelmeer mitnehmen.

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Formentera – etwas Magisches liegt in der Luft

Formentera! Als ich das Wort das erste Mal gehört habe, konnte ich es kaum aussprechen, geschweige denn wusste ich, worum es sich dabei handelt. Noch nie hatte ich davon gehört. Formentera, das ist ein magisches Wort – wie der Code zu einem geheimen Versteck. Wer die Insel nicht kennt, erfährt auch nichts von ihr. Doch wer einmal von ihr gehört hat und danach fragt, der wird auf aufgeregtes Flüstern und leuchtende Augen stoßen. Erst nach meiner Reise erfuhr ich, dass selbst meine Eltern hier schon ihren Urlaub verbracht hatten. Doch warum erzählte mir niemand davon? Ganz einfach – weil man einen Schatz gut behütet. Euch aber möchte ich gern von der Insel berichten:


Formentera – Willkommen in Klein-Karibik

Formentera wird auch Klein-Karibik genannt, wie mir die Insulaner stolz erzählen. Ich verstehe das mit nur einem Blick. Türkisblaues, klares Wasser säumt die Insel, umrahmt von feinen, hellweißen Sandstränden. Besonders schön finde ich den Strand an der nördlichen Landzunge, an der keine Autos mehr erlaubt sind. Hier befindet sich auch eines meiner unzähligen Highlights der Insel: An der schmalsten Stelle Formenteras kann ich auf beiden Seiten das Meer sehen! Auf der Westseite der Zunge liegt der windstille Platja de Ses Illetes mit sehr ruhigem Wasser, zur anderen Seite tobt das Meer am Platja de Llevant.

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Formentera – auf Entdeckerreise

Vom nördlichen Strand aus wage ich mich einige hundert Meter ins Wasser. Wer mutig genug ist, so hat man mir erzählt, der gelangt zu Fuß ans andere Ufer: ans Ufer einer noch einsameren, unbewohnten Insel. Ich paddle lieber mit dem Boot hinüber. Auf der Insel angelangt, fühle ich mich jedoch nicht weniger abenteuerlich. Selbst ein unentdeckter Völkerstamm oder Robinson Crusoe hinter dem nächsten Busch würde mich kaum überraschen.

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Formentera – hier ticken die Uhren anders

Zurück auf der Straße fällt mir auf: Hier gibt es keine Ampeln, sondern nur Kreisverkehre. Na klar, erst vor wenigen Jahrzehnten schliefen hier noch Hippies in Höhlen. Unterhalb des Leuchtturms Far de la Mola, steile Klippen hinab, findet man solche Höhlen noch. Hier haben die Hippies oft geschlafen. Sogar Bob Dylan soll sich hier in den 60ern mal nach einem Motorradunfall erholt haben.
Heute sind immer noch einige der Insulaner Selbstversorger, leben von der Musik oder ihrer Kunst. In jedem Sandkorn und jedem Bewohner spüre ich hier einen ganz besonderen Vibe. Wirklich echte Hippies, so wie damals in den 70ern, habe ich zwar nicht getroffen, aber Menschen, die für ihre Leidenschaft brennen und das machen, worauf sie Lust haben.

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Formentera – muss man vom Wasser aus gesehen haben

An meinem letzten Tag auf der Insel habe ich mich in einen kurzen Neopren geschmissen und die Insel von der Seeseite aus erkundet: per Motorboot, im Kanu, mit dem Schnorchel und abenteuerlich beim Klettern durch versteckte Höhlen. So schön die Insel von der Landseite auch ist – dieser Tag war mein absoluter Lieblingstag auf und um Formentera. Mein Bootsmann des Vertrauens war dabei Asier vom Bootsverleih Centro Nautico Formentera, dem man die Liebe zur Insel in jeder seiner Geschichten und Projekte anmerkt.

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Formentera – die Blue Bar

Wer auf der Insel groß geworden ist, der schaut sich vermutlich die Welt an – und kommt dann ziemlich sicher wieder zurück. So wie der Sohn der Besitzer der Blue Bar am Platja de Migjorn, einer Bar, die mit all ihrer blauen Alien-Deko so scheußlich ist, dass es schon wieder ganz niedlich wirkt. Und immerhin sind sogar Mitglieder von Led Zeppelin und Pink Floyd per du mit den deutschen Auswanderern, denen die Bar gehört. Außerdem hat man von hier aus einen wundervollen Blick auf den weißen Strand und das klare Meer. Einen typischen Bauernsalat mit dem fantastischen, an der Luft getrockneten Fisch dazu und zufriedener könnte man mich nicht machen.


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Formentera – kommt in der Nebensaison

Ich war im April auf Formentera – eine absolut empfehlenswerte Zeit. Denn gerade für einen sonnenempfindlichen Typ wie mich reichen die Temperaturen völlig aus, um mir ein wohliges Sommergefühl und eine schöne Bräune zu geben. Streifenfrei sozusagen – denn im April hatte ich die Insel quasi komplett für mich allein. Nur 3.000 Menschen leben in den Wintermonaten auf der Insel, doch ab Juni sind hier locker zwischen 10.000 und 30.000 pro Tag unterwegs. Wer also das Paradies als Paradies erkunden will, sollte in der Nebensaison kommen.

Formentera: Die meisten Besucher kommen nur für einen Tagesausflug hierher und entschwinden dann wieder auf die große Schwester Ibiza – das finde ich eigentlich viel zu schade. Warum nicht lieber einen unvergesslichen, entschleunigten Urlaub auf Formentera verbringen und nur zum Partymachen, Shoppen oder für eine Fahrt mit einem Méhari-Oldtimer rüber auf die große rote Insel fahren? Ich jedenfalls möchte dieses Ursprüngliche und Geheimnisvolle an Formentera nicht missen.

Links:
Wer die Insel mit dem Rad erleben möchte, bekommt hier mehr Informationen: http://www.lilies-diary.com/ausflug-nach-formentera/

40 Fragen an die Insel – inklusive Antworten! – findet ihr hier:
http://www.lilies-diary.com/37-fragen-die-insel-formentera/

Wer einen Ausflug nach Ibiza plant, kann hier tolle Tipps mitnehmen:
http://www.lilies-diary.com/alles-ausser-party-mache-ich-im-urlaub-auf-ibiza/

Zum Bootsverleih Centro Nautico Formentera geht es hier entlang:
http://www.centronauticoformentera.com/en/

Die Blue Bar findet ihr hier:
www.bluebarformentera.com