Die Insel Ouessant, wild und ruhig zugleich


Bretagne für Küstenliebhaber

Seit vielen Jahren bereisen wir immer wieder die Bretagne. Wir lieben diese Region Frankreichs, weil hier das Meer wild und die Leute nett sind. Die westlichste Küstenregion der Bretagne, das Finistere, das Ende der Welt, hat diesen besonderen Reiz der Abgeschiedenheit. Beim Blick auf das offene Meer und die kleinen Inseln, die zwischen dem französischen Festland und Amerika liegen, fragen wir uns, wie das Leben sich dort wohl anfühlen muss. Wir möchten es erleben, so suchen wir nach einer Ferienwohnung auf der Île d’Ouessant und buchen die zirka einstündige Fährfahrt.

Die Fähre zur Île d’Ouessant

Die Fähre zur Île d’Ouessant fährt in den Hafen von Le Conquet ein

Phare de Nividic

Phare de Nividic bei Sonnenuntergang

Porz er Lan

Porz er Lan

Die Bucht von Lampaul

Die Bucht von Lampaul




Die Vermieterin empfängt uns freundlich im Ferienhaus

Madame Armelle Tual, unsere freundliche Vermieterin weiss genau, wann wir ankommen werden. Das ist das Gute an Fährfahrten. Sie begrüßt uns am Gartentor des weißen Ferienhäuschens. Über die Sonnenterrasse betreten wir das Haus, dort führt sie uns herum, zeigt uns alle Räume und erklärt uns alles Wissenswerte. Natürlich auf Französisch, gemischt mit etwas Englisch. Das geht sogar erstaunlich gut, trotz unserer sehr bescheidenen Französischkenntnisse. Unser jetziges Domizil übertrifft alle unsere Erwartungen: hell, geräumig, hochwertig und vollständig ausgestattet, fühlen wir uns darin sofort wohl. Sogar ein Glas selbstgemachte Brombeer-Marmelade hat Madame Tual für uns auf die Anrichte gestellt.

Tuals vor ihrem Ferienhaus

Tuals vor ihrem Ferienhaus: Objektnummer 654208a

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Wir wohnen sozusagen im Garten der Oma

Das Ferienhaus haben die Tuals vor 8 Jahren auf dem ummauerten Gartengrundstück der verstorbenen Oma gebaut und geschmackvoll eingerichtet. Erst 2014 wurde ihr 3-Sterne-Zertifikat vom Tourismusverband erneut bestätigt. Das ehemalige Wohnhaus der Oma befindet sich auf der anderen Straßenseite und wird im Sommer ebenfalls vermietet. Geschäfte, Bars und Restaurants sind in 2 Minuten zu Fuß erreichbar, ein Fahrradverleih ist direkt um die Ecke.




Tierärztin auf einer kleinen Insel

Armelle Tual, unsere Vermieterin, ist die Tierärztin von Ouessant. Es gibt nur eine Kuh, ein paar Pferde, knapp 500 Schafe und einige Dutzend Hunde und Katzen auf der Insel, um die sie sich kümmern muss. Armelle fährt zusätzlich alle 2 Wochen mit dem Boot aufs Meer hinaus, um Wasserproben für Analysen zu nehmen. Das lässt ihr ausreichend Freizeit und sie hat nicht allzuviel Stress mit ihrer kleinen Praxis.

Armelle stammt von Ouessant, nur einen Teil der Schulzeit und die Studienzeit verbrachte sie in Brest. Sie liebt ihre Insel und das Leben dort, und kehrte deshalb nach Abschluss des Tiermedizin-Studiums wieder zurück.

Armelle Tual in ihrer Praxis

Armelle Tual in ihrer Praxis




Die Lämmer werden 8 Wochen lang mit der Flasche zugefüttert

Ihr Mann Jean-Yves ist Leiter des lokalen Büros der Pen-Ar-Bed-Fährgesellschaft. Er ist immer gut gelaunt und trägt ein offenes Lächeln im Gesicht. Er spricht nur Französisch, was unsere Konversation mit ihm etwas erschwert. Jean-Yves und Armelle haben 15 Schafe, 2 Ziegen und einen Hund. Im Frühjahr müssen sie sich täglich 8 Wochen lang um die neugeborenen Lämmer kümmern und mit der Flasche zufüttern, wenn ein Schaf wieder einmal drei Lämmer zur Welt gebracht hat.

Lämmer auf der Wiese

Die Lämmer auf der Wiese

Jean-Yves Tual spielt mit einer Ziege

Jean-Yves Tual spielt mit einer Ziege

Handfütterung eines Lamms

Armelle Tual füttert ein Lamm, die Milch gibt´s übrigens aus der Bierflasche

Die Tuals füttern ihre Lämmer

Die Tuals füttern ihre Lämmer




Auf dem Festland wird Kultur getankt

Ansonsten fahren die Tuals einmal im Monat aufs Festland nach Brest zum Shoppen und um Kultur zu tanken. Armelle sagt, dass sie es gewöhnlich nicht lange in der Stadt aushält. Jedesmal ist sie froh, wenn sie von der Fähre aus ihre Insel wieder sieht. Die Festlandshektik lässt sie bereits auf der Überfahrt zur Insel hinter sich. Ihren Urlaub verbringen die Tuals mit ihren beiden Töchtern in den Alpen, ein gutes Kontrastprogramm zum Inselleben, vor allem, wenn es zum Skifahren geht.




Die Insel der Frauen

Bei Kaffee und Kuchen unterhalten wir uns noch eine Weile angeregt über das Inselleben und dessen Geschichte. Ouessant ist die “Insel der Frauen.” Die Männer waren oft jahrelang am Stück auf See, Haushalt, Ackerbau, Viehhaltung und Verwaltung lag in den Händen der Frauen. Die Leute halten hier zusammen, jeder kennt jeden.

Uns interessiert auch die Winterzeit mit den mächtigen Stürmen. Das westliche Ende der Insel Ouessant ist besonders wild. Hier türmen sich die Wellen haushoch auf und knallen auf die gewaltigen Felsen. Armelle meint, wir sollten diesen Teil der Insel unbedingt ansehen, dort sei es am schönsten. Nach kurzer Denkpause lacht sie kurz auf und ergänzt: “Ach, nein, die gesamte Küste ist wunderschön, die Ecke ist halt noch ein bißchen schöner!” Wir müssen ihr nach mehreren fotografischen Touren auf der Insel Recht geben. An der Westküste ist Magie im Spiel. Armelle erzählt, dass es bei einem richtigen Sturm oft nicht möglich ist, die Haustür zu öffnen. Aus diesem Grund haben viele Häuser auf der Insel einen zweiten, gegenüberliegenden Ausgang.

Brechende Welle auf Ouessant

Brechende Welle auf Ouessant

Fahrrad

Mit dem Rad an der KüsteJean-Yves Tual spielt mit einer Ziege


Delfin

Delfinbesuch im Fährhafen

Küste Pern, Ouessant

Küste Pern, Ouessant

Phare de Creac’h, Ouessant

Phare de Creac’h, Ouessant

Phare du Stiff im Abendlicht

Phare du Stiff im Abendlicht

Phare de Nividic mit Brandung

Phare de Nividic mit Brandung




Ruhe auf der wilden Insel

Wir verstehen bald, was das Leben auf Ouessant so attraktiv macht. Abgesehen von der grandiosen Felsenküste, den gewaltigen wilden Wellen, den Leuchttürmen und der frischen, belebenden Meerluft, überträgt sich die ruhige, entspannte Lebenart der Bewohner auf die gesamte Insel. Hier kennt jeder jeden, hierher kommen nur die Leute, die sich fest vorgenommen haben, dem Alltag zu entfliehen, und die Natur und Erholung suchen.