Nationalpark Krka – Tagesausflug in Dalmatiens Paradies

Der Nationalpark Krka, gegründet 1985, verläuft entlang eines Teilstückes des Flusses Krka, zwischen Knin und Skradin. Wenige Kilometer von Šibenik entfernt, findet man die Eingänge Skradin und Lozovac und betritt ein 110 Quadratkilometer großes Paradies der Tier- und Pflanzenwelt.


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Das Gebiet des Nationalparks zählt zu den ornithologisch wertvollsten Gebieten in ganz Europa. Über 220 Tierarten leben hier, darunter allein bei den Vögeln 220 Unterarten, daneben 18 verschiedene Fledermausgattungen, Fische, Reptilien und unzählige Amphibien. Es kann auch mal eine Schlange oder ein Schakal des Weges kommen. Beide sind jedoch für die Besucher ungefährlich.


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Die Pflanzenwelt ist mit über 860 verschiedenen Arten sogar noch deutlich umfangreicher vertreten – was dem gewöhnlichen Besucher aber nicht unbedingt sofort auffällt. Teilweise führen die Holzstege durch dschungelartiges Dickicht, das sogar einen Großteil des Tageslichts schluckt, am Südende des Parks gibt es eine wunderbare Sumpfvegetation mit Seerosenflächen und schilfigen Ufern. Entlang des Flusses wird seit einigen Jahren zudem wieder aufgeforstet. Der ganze Park ist Naturschutzgebiet. Betreten und beschwommen werden dürfen nur bestimmte Bereiche. Das Verlassen der angegebenen Pfade ist allerdings auch aufgrund der Tretminen aus Kriegszeiten strikt untersagt, nicht nur für den Naturschutz!


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Die Krka selbst präsentiert sich wahnsinnig beeindruckend. So finden sich ruhige, bis zu 100 Meter breite Passagen im Wechsel mit fjordähnlichen Schluchten und wilden Stromschnellen. Minerale lassen das Wasser in klarem Grün schillern, was zusammen mit den sanft begrünten Hängen rundum ein wunderschönes friedliches Bild komponiert. In verschiedenen Abschnitten sammelt sich das Wasser der Krka zu insgesamt zehn Seen, um an anderen Stellen in acht großen und vielen kleineren Wasserfällen imposant in die Tiefe zu stürzen. Der Skradinski buk ist der größte der Wasserfälle und überwindet auf einer Länge von 800 Metern und über 17 Stufen einen Höhenunterschied von 45,7 Metern. Unterhalb kann man im glasklaren Wasser und mit dem tosenden Rauschen im Hintergrund baden.


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Zwischen Roški slap (einem weiteren Wasserfall mit 26 Metern Höhe) und Skradinski buk liegt inmitten des gleichnamigen Sees die Insel Visovac. Im 14. Jahrhundert lebten hier Augustinermönche. Fünf Jahre nachdem diese 1440 vor dem türkischen Heer flohen, entdeckten bosnische Franziskanermönche die Insel für sich und bauten ihr Kloster der barmherzigen Mutter Gottes, das so noch heute auf der Insel besteht. Im 16. Jahrhundert wurde eine weitere Kirche zum Schutz der Flüchtlinge während der türkischen Invasion erbaut. Bis heute ist die Insel ein Ort des Friedens und des Gebets. Aktuell leben und studieren acht Mönche auf Visovac.


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Weiterhin kann man auf dem Gebiet des Nationalparks, für dessen Besichtigung man in jedem Fall einen ganzen Tag einplanen sollte, diverse alte Festungsruinen und Höhlen finden. Oberhalb des Roški slap befindet sich die Oziđana-Höhle, in der Artefakte aus der Zeit um 6000 v. Chr. gefunden wurden. Mit 59 Metern Länge und bis zu sieben Metern Breite ist sie eine der größten der über 40 Höhlen im Parkgebiet. Überall finden sich zudem gekennzeichnete Aussichtspunkte, die den Blick auf die Postkarten-Schönheit der Landschaft freigeben.


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Total beeindruckt hat mich das alte Wasserkraftwerk am Skradinski buk. 1895 eröffnet, versorgte es seinerzeit ganz Sibenik mit Elektrizität! So war Sibenik einer der ersten Orte überhaupt, der flächendeckend versorgt wurde. Heutzutage steht das Kraftwerk als Artefakt der alten Industriearchitektur unter Denkmalschutz. Im Park kann man zudem einige kleinere Wassermühlen besichtigen. Die Wasserkraft als Energieproduzent zu nutzen, war schon in früheren Zeiten eine gute Idee – und wo ginge das besser als hier?


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Teil der kroatischen Geschichte ist auch die Mittelalterstadt Skradin. Einer der Parkeingänge befindet sich in der 700-Einwohner-Gemeinde, es lohnt sich aber durchaus, vorab oder im Anschluss einige Stunden in dem kleinen Städtchen selbst zu verbringen. Bis 1830 war Skradin Bischofssitz und noch heute ist die Stadt Erholungsort für die wohlhabenden Sibeniker, die hier ihre Ferienhäuser besitzen. Neben dem hektischen Treiben an der Marina und auf dem Obstmarkt, wo Händler und Restaurants um die Gunst der Touristen buhlen, finden sich beinahe menschenleere Altstadtgassen, die sich den Hügel hinaufwinden und allemal einen Spaziergang wert sind.


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In der Hochsaison ist der Nationalpark natürlich sehr gut besucht. Wer etwas mehr von der Ruhe und Schönheit der Natur genießen möchte, sollte deshalb zur Nebensaison kommen. Durch die großen Wasserflächen, die die Hitze des Sommers speichern, ist das Klima innerhalb des Parks ganzjährig mild, trockener und wärmer als in der übrigen Region. Der Legende nach ist die Gegend übrigens die Heimat von Elfen, Kobolden und Wassergeistern, die verantwortlich für die zauberhafte und verwunschene Schönheit des Gebietes sind. Und auch eine weitere Legende wurde hier filmisch verewigt: ein Teil der Dreharbeiten zu den Winnetou-Filmen fanden in den 1960ern an den Wasserfällen des Nationalparkes Krka statt!

 


Wissenswertes & Informationen:

Eintritt:
An den Parkeingängen in Skradin (8 bis 18 Uhr), Lozovac (8 bis 18 Uhr) und Roški slap (9 bis 18 Uhr) kann man, je nach Saison, für 30 bis 95 Kuna Tickets erwerben, die den Eintritt zum Park und für das Ethnografische Museum beinhalten. Dabei sind ab Skradin die 30-minütige Bootsfahrt und ab Lozovac das Bahn-Shuttle zum Skradinski buk jeweils inklusive. Kinder zwischen vier und 14 Jahren erhalten Rabatte, Kinder unter vier Jahren dürfen kostenlos mit.

On top:
Für rund 100 Kuna pro Person kann man zusätzlich ein Ticket für eine etwa 2,5-stündige Bootsfahrt über den größten See des Parks inklusive Besuch der Insel Visovic erwerben. Hier gelten die gleichen Rabatte für Kinder. Achtung: Hunde sind auf der Klosterinsel nicht erlaubt!

Kontaktdaten: www.npkrka.hr

Gute Karten inklusive Wanderwegen und Fahrradrouten sowie GPS-Daten zu den einzelnen Orten findet man hier: https://www.kroati.de/kroatien-infos/nationalpark-krka.html



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