Eine kulinarische Reise durch Mallorca

Ich möchte dem kalten, tristen Wetter in Deutschland entfliehen und habe mir Mallorca als Urlaubsziel ausgesucht. Warum? Eine Freundin lebt mit ihrer Familie schon lange auf der Insel. Sie kann sich einen Leben in Deutschland gar nicht mehr vorstellen. Bei jeder Gelegenheit schwärmt sie von den Vorzügen, welche diese schöne Insel neben grandiosem Wetter sonst noch zu bieten hat. Ihre Lieblingsjahreszeiten auf Mallorca sind der Herbst und Frühling. Also ziehe ich los, um die Schönheit der Insel abseits der Hauptsaison zu entdecken. Die spanische Insel ist voller kulinarischer Besonderheiten. Gerade abseits von der Hauptsaison eröffnet sich ab September eine völlig neue Welt auf Mallorca – ruhige und gemütlich, ein Ort zum Entspannen und Genießen. Meine Tipps, wo man auf Mallorca besonders nett seine Zeit investieren kann, gibt es hier.


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Zu einem guten Essen gehört: Knoblauch

Mein kulinarischer Urlaub auf Mallorca startet direkt mit dem ersten Gaumenschmaus. Nach dem Flug gönne ich mir im Chumbo Pool Restaurant Bruschetta und frisch zubereitete Guacamole – köstlich! An das Pa de Figa, das katalanische Brot aus getrockneten Feigen und Anislikör traue ich mich noch nicht heran. Was mir an den Speisen besonders gefällt: Hier wird nicht mit Knoblauch gegeizt. Da der Tag noch jung ist, beschließe ich, einen Verdauungsspaziergang zum Strand zu machen.


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Meeresfrüchte in Meeresumgebung

Am gleichen Abend habe ich ein persönliches erstes Mal. Im Restaurant Es Romani in Santa Maria del Cami regiert die avantgardistische mediterrane Küche des Küchenchefs Martin Schattenberg und der empfiehlt Tintenfisch als Vorspeise. Also soll es der wohl auch für mich sein, denn im Urlaub entdecke ich mich grundsätzlich kulinarisch neu. Der Tintenfisch ist zwar von der Konsistenz her etwas gewöhnungsbedürftig und vom Geschmack nicht so speziell, wie ich ihn mir vorgestellt hatte. Trotzdem: Lecker schmeckt er auf jeden Fall. Da wir Herbst haben und mir die frische Brise abends eine Gänsehaut auf die Arme zaubert, darf es trotz Urlaub im Süden etwas Deftigeres zum Abendessen sein. Ich bestelle mir selbstgemachte Tagliatelle mit Trüffeln. Ein Traum! Und alles in allem der perfekte Start in meinen kulinarischen Mallorca-Urlaub.


Weine probieren bei Macià Batle

Am nächsten Tag steht eine neue spannende Herausforderung auf meinem Tagesplan: Ich möchte bei einer richtigen Weinverkostung mitmachen – und zwar bei einem beliebten mallorquinischen Weingut: Macià Batle. Wie ich höre, soll die Bodega mit einem Produktionsvolumen von einer Million Flaschen pro Jahr zu den größten der regionalen Weinszene gehören. Ein Grund mehr, mich auf die Spuren der Trauben zu begeben. Denn ein guter Wein gehört zu einem mallorquinischen Essen einfach dazu!

Meine Tour mit der netten jungen Winzerin beginnt mit einer Führung durch den riesigen Weinkeller. Auf unserem Weg durch die verschiedenen Produktionsstationen bis zur „Wall of Fame“ der Special Edition-Weine, die jährlich erscheinen und deren Etikett immer von einem anderen Künstler gestaltet wird, probieren wir den ein oder anderen Tropfen. Und was soll ich sagen? Sie schmecken hervorragend!


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Die mallorquinischen Trauben sind besonders süß. Ich lerne, dass das daran liegt, dass Mallorca jedes Jahr rund dreihundert Sonnentage hat. Süße Trauben bringen übrigens auch mehr Alkohol in den Wein. Gut zu wissen, oder?

 


Mit dem Gourmet-Zug zur Olivenölfinka

Da mir Wein allein nicht reicht, habe ich gleich eine komplette Gourmet-Tour über die Ländereien von Macià Batle gebucht. So steige ich nach meiner Weinverkostung leicht schummerig, aber glücklich in den schon bereitstehenden, antik aussehendem Gourmet-Zug und wir fahren zur hauseigenen Olivenöl-Finka. Der Zug heißt so, weil er uns von einem Gaumenschmaus zum Nächsten fährt.

Auf der Olivenöl-Finka gibt es Pa amb oli. Das ist Katalanisch für Brot mit Öl – eine typische Mahlzeit für zwischendurch. So leckeres Olivenöl und so tollen Essig wie hier habe ich schon lange nicht mehr gegessen. Außerdem erfahre ich durch unsere tolle Führerin jede Menge Hintergrundinformationen zum Anbau und zur Ernte der Früchte. Die spannende Tour mit dem Gourmet-Zug empfehle ich unbedingt weiter.


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Buchen kann man die Tour übrigens direkt in der Bodega oder per Mail an info@maciabatle.com.

 


Himmlische Apfeltarte im Flanigan

Meinen letzten Abend verbringe ich im Yachthafen von Mallorca, beim Abendessen im Flanigan. Hier kommen täglich frischer Fisch und tolle Meeresfrüchte vom lokalen Fischmarkt auf den Teller. Als Beilagen findet man auf der Karte saisonale Früchte und Gemüse. Das Lokal ist rappelvoll und ich bin froh, dass ich reserviert habe. Ich starte mit dem Ibérico Schinken, der direkt neben mir frisch zubereitet wird. Köstlich! Als Hauptspeise gibt es für mich frische Garnelen mit einem kleinen Salat, denn ich will mir noch Platz lassen für das Highlight des Restaurants. Die Garnelen sind traumhaft frisch und perfekt knackig gebraten. Für mich müssen sie immer ein bisschen über dem normalen „kross“ sein – und diese hier sind perfekt.


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Und dann kommt der krönende Abschluss! Auf der Speisekarte des Restaurants wird gewarnt, dass man durch die Nutzung von Mobiltelefonen neben den zwischenmenschlichen Beziehungen auch das Gelingen der berühmten Apfeltarte schwer beeinträchtigen kann. Deswegen gibt es leider kein Foto von meinem absoluten kulinarischen Highlight auf Mallorca: der Apfeltarte mit Vanille-Eiscreme. Wenn ihr es schafft, sollte ein Besuch im Flanigan und der Genuss der eben genannten Tarte auf jeden Fall auf der Liste stehen.


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Die mallorquinische Küche ist eine mediterrane. Die Gerichte werden hier mit Paprika, Tomaten, Knoblauch, viel frischem Fisch und Olivenöl zubereitet. Auf fast jeder Speisekarte findet man tolle Fischsuppen, die Sopa de pescado, und den Caldereta, ein Gericht das mit einem deutschen Eintopf zu vergleichen ist, aber hauptsächlich aus Meeresfrüchten besteht. Ein absolut typisch mallorquinisches Abendessen ist auch Arroz a la marinera, eine einfache Reispfanne mit Fisch und Meeresfrüchten.

Schweren Herzens steige ich nach ein paar tollen Tagen auf Mallorca wieder ins Flugzeug. Sowohl das Klima in der Nebensaison als auch all die neuen kulinarischen Eindrücke haben mir bestens gefallen. Was ich gelernt habe? Der deutsche Knoblauchstandard ist eindeutig zu niedrig, guten Wein darf man schon ab 11 Uhr morgens trinken und beim Olivenöl sollte ich wählerischer werden. Fürs Erste sollte das reichen, denn jetzt muss ich wieder nach Deutschland... und mich dort auf die Suche nach der perfekten Apfeltarte machen.


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