Lissabon – die sonnige Metropole am Meer



In etwas weniger als drei Stunden kann man von Berlin aus in Lissabon sein. Da stellt sich die Frage: Warum macht man das eigentlich nicht viel öfter? Lissabon ist perfekt, um sich eine abwechslungsreiche Auszeit von der Hektik des Alltags zu nehmen – und dazu einfach unglaublich schön.




Öffentlicher Nahverkehr? Ein Traum!

Was man sich zudem spart: den Stress, vom Flughafen in die Stadt und zurück zu gelangen, den man beispielsweise in London und New York hat, wo man gerne mal einen halben Urlaubstag verliert.

In Lissabon ist man mit der U-Bahn innerhalb von 15 bis 30 Minuten in allen Teilen der Stadt, dazu sind die Tickets im Vergleich zu anderen Großstädten superbillig. Und selbst wer ein Taxi für den Flughafen-Transfer bevorzugt, wird niemals mehr als 15 Euro zahlen. Die meisten Bezirke Lissabons kann man sich erlaufen. Wer möglichst viel sehen will, sollte sich aber unbedingt ein aufladbares Metro-Ticket kaufen, das man dann je nach Wunsch einzeln oder direkt mit mehreren Fahrten aufladen kann. Ähnlich wie in New York kommt man ohne Ticket auf legale Weise in keinen Bahnhof, da diese mit elektronischen Türen oder Drehkreuzen versehen sind.

Je nachdem, wie viel Zeit man hat, gibt es einige Dinge, die man auf jeden Fall einplanen sollte!

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Alte Klassiker in Chiado und Baixa erleben:

Für das klassische Lissabon-Feeling ist dabei ein Besuch der alten Ober- und Unterstadt (Chiado und Baixa) unverzichtbar.

Die Baixa ist die eigentliche Innenstadt Lissabons. Nach dem Erdbeben von 1755 komplett neu aufgebaut, ist sie von Prachtbauten und weitläufigen Straßen und Plätzen geprägt. An der „Praça do Comércio“ findet man den Triumphbogen, am „Rossio“ das portugiesische Nationaltheater.

Das Viertel Chiado wurde durch die eher wohlhabende Bevölkerung geprägt und besitzt viele prächtige Altbauten und außerdem das älteste Café Lissabons, das „A Brasileira“. Natürlich kommt hier fast jeder Tourist für einen Kaffee und ein „pastel de nata“ vorbei – das allerdings völlig zu Recht.

Je nachdem, wie viel Zeit man hat, gibt es einige Dinge, die man auf jeden Fall einplanen sollte!

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Kleiner Trick, um sich einige Höhenmeter zu sparen: Die U-Bahn-Station Baixa/Chiado besitzt zwei Ausgänge: einen unten in Baixa, den anderen oben in Chiado (direkt vor dem „A Brasileira“). Wählt man den zweiten, fährt man via Rolltreppen (tatsächlich fühlt es sich an, als würde man aus den Tiefen eines Bergwerkes an die Erdoberfläche hinauffahren, so viele sind es!) und kann so entspannt den Höhenunterschied überwinden.




Das historische Lissabon im Bairro Alto genießen:

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Danach sollte man sich unbedingt ins noch weiter oberhalb von Chiado gelegene Bairro Alto begeben, das im Schicksalsjahr kaum beschädigt wurde. Damals lebten in dem Altstadtviertel vorwiegend einfache Bürger, heute wird das Viertel von Künstlern, Kunsthandwerkern und Intellektuellen geprägt. Hier finden sich zudem die meisten Bars und Restaurants der Stadt. Und wer die Musikszene und das Nachtleben Lissabons kennenlernen möchte, ist definitiv ebenfalls richtig!

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Das Bairro Alto ist sowohl durch den „Elevador de Santa Justa“, den wohl meistfotografierten Lissabonner Aufzug, erreichbar als auch durch die Tram-Linie E28 (steht für „Eléctrico Nr. 28“), die mit ihren historischen gelben Wagons durch die Altstadt fährt – ein beliebtes „to do“ für Touristen.




Mondäne Badeorte & Weltkulturerbe:

Nach so viel Laufen wird es Zeit für einen kleinen Ausflug in die Umgebung. Man mag es nicht glauben, aber auch die Fernzüge, die Lissabon mit den Vororten und naheliegenden Städten verbinden, sind unfassbar günstig und man kann für etwa 2 Euro innerhalb von 40 Minuten nach Cascais oder Sintra fahren! Ich wünschte, andere Großstädte würden diese Preise übernehmen. Irre.

Cascais liegt 35 Kilometer westlich von Lissabon und der Zug fährt die ganze Strecke über direkt an der Atlantikküste entlang, was allein schon ein wunderschöner Trip ist. Ursprünglich ein klassisches Fischerdorf, hat sich Cascais irgendwann zum mondänen Badeort gemausert. Und es fühlt sich auch heute noch sehr nobel an, wenn man auf der breiten Promenade flaniert oder (Geheimtipp!) sich im Restaurant des Boutique-Hotels „Albatroz“ einen Portwein zur Käseplatte auf der auch für Nicht-Gäste zugänglichen Terrasse genehmigt, die direkt über dem Wasser liegt und einen atemberaubenden Blick über den Strand und auf die Küstenregion Richtung Lissabon bietet. Für einen kurzen Moment fühle ich mich wie eine elegante Schauspielerin an der Côte d'Azur der 60er Jahre. Im Anschluss kann man dann zum spektakulären „Boca do Inferno“, dem „Höllenschlund“, laufen – einer tiefen Schlucht, an der man die unglaubliche Naturgewalt des Wassers bestaunen kann. Ich bleibe sprachlos zurück und frage mich, ob ich eine Zweitkarriere als Fischer starten sollte, die dort mit bester Aussicht auf das schillernde Meer blicken und einen Plausch halten. Aber vermutlich ist das nur ein Teil ihres harten Alltags.

Die Kleinstadt Sintra liegt ebenfalls nur etwa 30 Kilometer von Lissabon entfernt, allerdings weiter im Landesinneren. Sie gehört mit ihren Maurenburgen und dem Pena-Nationalpalast zum Weltkulturerbe der UNESCO, ebenso wie die riesigen Parks und tollen Wanderwege der Umgebung, die bis zum westlichsten Punkt des europäischen Festlandes, dem „Cabo de Roca“, führen. Am besten plant man zwei Tage für die Provinz Sintra ein, um die Stadt und die Natur entspannt und ohne Hast genießen zu können.




Mit Fado Lissabons Seele fühlen:

Zurück in Lissabon sollte man unbedingt noch das von schmalen Gassen geprägte Viertel Alfama besuchen – den Geburtsort des Fado, dieses typisch portugiesischen Musikstils. Ach, und Belém mit dem Seefahrerdenkmal und dem „Torre de Belém“.

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Ach, und Cacilhas auf der anderen Seite des Tejo, um die Christus-Statue „Cristo Rei“ zu besuchen und um eine schöne Fährfahrt über den Fluss zu machen. Ach, und hatte ich schon erwähnt, dass man Lissabon gut und gerne auch öfter besuchen kann? Ich werde das auf jeden Fall tun, denn neben all den erwähnten Schönheiten kann man ganz in der Nähe ziemlich gut surfen. Diese Liebe hat Lissabon nämlich ganz nebenbei auch noch in mir geweckt... aber das ist eine andere Geschichte. Hach ja, Lissabon, da hast du was mit mir angerichtet!

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Wissenswertes und Adressen

Café „A Brasileira“ http://www.luaverde.com/portraet_brasileira.htm

Boca Do Inferno, Cascais http://www.cascais-portugal.com/Attractions/Boca-Inferno-Cascais.php

Sintra http://www.parquesdesintra.pt/en/

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