Unterwegs im Land der Maare: Aktivurlaub in der Vulkaneifel

Raus aus dem Alltag und rein in die Natur: Die Eifel macht es ihren Besuchern wirklich leicht, die Seele baumeln zu lassen. Hinter jeder Wegbiegung entdecke ich eine neue Burg, ein märchenhaft entrücktes Kloster und Naturwunder, die mich innehalten lassen. Entschleunigung stellt sich da von ganz allein ein.

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Wer in der Eifel auftanken möchte, wählt einen der überwältigenden Wandersteige vom kurzen Bienenlehrpfad Ulmen über die halbtägige „Hexen, Henker und Halunken“-Tour bis zum Klassiker aller Eifel-Wanderungen, dem Eifelsteig. Mein Geheimtipp: Entdeckt die frischen Wanderrouten der Vulkaneifel-Pfade! Auf bestens ausgeschilderten Wegen geht es hinab in tiefe Täler und durch Wälder, entlang rauschender Bäche und hinauf zu Ausblicken, die alles zur Ruhe bringen – nur nicht den Auslöser der Kamera. Detaillierte Infos zu den einzelnen Routen findet ihr auf den offiziellen Seiten der Ferienregion GesundLand Vulkaneifel.

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Einmal Durchatmen bitte – Sonnengruß im Kessel

Wandern verscheucht ja bekanntlich den Stress, hellt die Stimmung auf, mobilisiert körpereigene Abwehrkräfte und färbt die Wangen rot. Entspannter geht es nicht, dachte ich. Und ob!

Bei einer Yoga-Wanderung geht man nicht nur, man geht vor allem in sich. Ein Schritt, ein Atemzug. Die Gedanken verebben, alles wird langsamer, intensiver. Diese Art von Meditation feiert den Moment, das unmittelbare Erleben, das Nichtstun. Meine Sinne saugen sie auf, die grüne Harmonie: sanfte Hänge, das Gezwitscher der Amseln, raschelndes Laub, die vom Nebel geküsste Luft. Man sieht es ihnen gleich an: Die Dauner Maare sind eine ausgezeichnete Yogamatte – samtweich und herbsttrunken.

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Im Nieselregen laufen wir weiter um das Schalkenmehrener Maar und bewegen uns im Zeitlupentempo. Die leichten Yoga- und Entspannungsübungen bremsen den Lauf des Minutenzeigers. Deepti Statnik, Yogalehrerin und ausgebildete Landschaftsmentorin, leitet uns mit ruhiger Stimme an. Ihre positive Energie ist ansteckend. Am Ende bin ich entspannt wie ein uralter Baum. „Ma“ nennen die Japaner diesen Zustand oder „Voll von Nichts“. Schön, nicht wahr?


Über Stock und Stein – Mountainbiken rund um die Ulmener Bergruine

Der Pfad hoch über dem Ulmener Maar ist angsteinflößend schmal. Rechterhand stehen mächtige Bäume, links fällt der Blick steil in die Tiefe. Wurzeln überwuchern den Rundweg. Bevor wir am Tagesende über solche Pisten brettern, absolviere ich sicherheitshalber ein Fahrtechniktraining. Vielleicht lässt sich so verhindern, dass mir beim Ritt über Felder und durch Wälder die Gelassenheit der Yoga-Wanderung abhanden kommt.

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Mit unserem Trainer Jens üben wir die richtige Haltung auf dem Rad, Berganfahren auf weichem Waldboden, Gleichgewichthalten und sicheres Bremsen. Seine ruhige Art und die ständige Wiederholung nehmen sogar mir die Angst, über den Lenker zu fliegen. Der Trail & Ride-Kurs von MTB Xpert vermittelt auf leichten Routen die Grundlagen des Mountainbikens. Einen Kurs von Frauen für Frauen gibt es auch.

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Zum Glück kommt der Landschaftsgenuss bei all dem Training nicht zu kurz. Vorbei an saftigen Feldern rollen wir durch verwunschene Buchenwälder, während die Rehe durchs Unterholz springen. Nach der kurzen Verschnaufpause auf einer Lichtung kehren wir zurück nach Ulmen und peilen die mittelalterliche Burgruine an. Eine Kulisse, die uns den Atem raubt.

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Zum Abschluss der Tour folgen wir Jens auf dem anspruchsvollen Trail. Was ein Spaß! Hinter der letzten Kurve versuche ich, mir einen Weg durch die breiten Furchen zu bahnen, die das Regenwasser in den Boden gefräst hat. Da rutscht das Vorderrad weg und ich auf dem Hosenboden hinterher, die flache Böschung hinunter. Lachend sitze ich im Schlamm. Immerhin sehe ich jetzt wie eine echte Mountainbikerin aus!

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Einfach mal abtauchen! – Vulkaneifel-Therme Bad Bertrich

Nach dem Tag an der frischen Luft schreit mein Körper nur nach einem: Wärme. Eine halbe Stunde später aale ich mich im Glaubersalzbecken der Vulkaneifel-Therme, tauche ab und genieße das samtweiche, warme Wasser. Mit einer Temperatur von 32 Grad Celsius sprudelt das Bad Bertricher Heilwasser aus über 2.000 Metern Tiefe ans Tageslicht, vollgepumpt mit Mineralstoffen. Noch ein Geschenk des Vulkanismus!

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Wem Schwimmhäute nicht stehen, der kann aus dem umfangreichen Wellness-Programm der Therme schöpfen: Traubenkernölmassage? Hot Stone? Lavalichtsauna? Nach dem Schlammbad während des Mountainbikens fällt meine Wahl erneut auf Schlamm, diesmal auf warmen: die erste Fangopackung meines Lebens. Dafür musste die vulkanische Glut aus dem Kaiserstuhl bei Freiburg lange abkühlen. Ganze 16 Millionen Jahre ist das badische Vulkangestein alt. Die im Vulkanitpulver enthaltenen Mineralien fördern die Durchblutung und senken die Muskel- und Hautspannung. Eine wahre Wohltat! Nach 20 Minuten, eingepackt in eine drei Zentimeter dicke Schlammschicht, schlüpfe ich wie ein Schmetterling aus dem Kokon. Danke, Vulkaneifel!

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Links:

Vulkaneifel-Therme Bad Bertrich: www.vulkaneifel-therme.de
Mountainbiken mit MTBxpert: www.mtb-xpert.de
Yogawanderung: www.parcours-der-sinne.info/deepti-statnik


Alle Unterkünfte in der Eifel

Hier gibt es noch mehr Infos zu meinen Lieblingsadressen:

Café Strandvilla
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Travemünder Woche
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