Bäder, Bernstein, frische Brise: Was macht man eigentlich in Zinnowitz?



Ich bin ein Inselkind, so ist das nun einmal. Ich liebe es, wenn mir der Wind durch die Haare bläst, wenn ich das Meer rieche und wenn ich am Abend ganz rosige Wangen von der frischen Meeresluft habe. Ich liebe es, wenn der Sand in meinen Schuhen landet und tagelang zwischen den Zehen hängenbleibt. Und genau aus diesen Gründen liebe ich auch den Ort, an dem ich geboren wurde: Zinnowitz. Das kleine, fast schon verschlafene Küstenörtchen liegt auf der wunderschönen Insel Usedom und lockt mit einem unglaublich breiten Strand, frischem Fisch und vielem mehr.

Verschlafen öffne ich die Gardinen an meinem Fenster und freue mich über den Ausblick. Jaaa, ich bin an der Ostsee und kann es kaum erwarten, mein Zimmer zu verlassen und an den Strand zu rennen. Es gibt diese eine Sache, bei der mir garantiert nie langweilig wird: ein Spaziergang am Strand von Zinnowitz.

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Sand zwischen den Zehen, Salz auf der Haut

Ich laufe die einzige Hauptstraße des Ortes immer in Richtung Meer, bis sie vor mir liegt: die Ostsee. Glitzernd und schimmernd schwappt sie vor sich hin. Sofort merke ich das Salz auf meiner Haut und in meinen Haaren. Ich ziehe meine Schuhe aus und springe in den Sand. Das vertraute Gefühl, den Sand an den Füßen zu spüren, macht sich breit und ich liebe es.

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Meine Lieblingsstrecke in Zinnowitz führt von der Seebrücke aus bis zum Fischerstrand. Eigentlich braucht man dafür nicht mal 15 Minuten – es kann aber gut und gerne auch mal eine Stunde dauern, wenn ich oft genug rechts und links springe und meinem großen Zeh einen kurzen Zwischenstopp im Wasser gönne.

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Zum Heringsbrötchen an den Fischerstrand

Es gibt Dinge, die lasse ich mir bei einem Besuch in meiner guten alten Heimat nicht nehmen und dazu gehört ganz klar das Heringsbrötchen bei Lucki. Lucki ist ein alter Zinnowitzer, der vor Jahren einen kleinen Stand aufgebaut hat, um seinen frisch gefangenen Fisch zu verkaufen.

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Heute ist der Stand „Am Fischerstrand“ vielleicht ein bisschen größer, das Flair allerdings ist das gleiche. Wie alle Gäste esse ich gemütlich auf einer Bierbank, die Brötchen kommen direkt aus dem Ofen und werden noch warm mit dem frischen Fisch serviert. Auch wenn heute vielleicht nicht mehr so viel gefangen wird wie vor ein paar Jahren – einen besseren Fisch als hier gibt es nicht! Mein absoluter Tipp: erst ein Lachsbrötchen, dann ein Heringsbrötchen und dazu ein eiskaltes Flensburger.

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In der Tauchgondel, dicht an dicht mit den Fischen

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Von hier aus schlendere ich die Promenade zurück zur Seebrücke. Die Zinnowitzer Promenade ist einzigartig: rechts liegt die Ostsee, mittig befindet sich eine durchgehende Grünfläche, die mit verschiedenen Figuren und Spielen ausgestattet ist, und links liegen die Hotels, Villen und vor allem die kleinen Boutiquen, in denen Muscheln und frischer Sanddornsaft verkauft werden. Die 315 Meter lange Seebrücke in Zinnowitz, die auch „Vineta Brücke“ genannt wird, wirkt zunächst wenig spektakulär. Doch wer es wagt, bis ans Ende zu laufen, der findet die Tauchgondel vor. Seit 2006 können Einheimische und Touristen hier die Tiefen der Ostsee entdecken, denn die Gondel taucht bis an deren Boden. Eine Fahrt kostet acht Euro und bringt jeden Besucher Nase an Nase mit all den Fischen, die in diesem kühlen Gewässer leben.

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Entspannung in der Bernsteintherme

Die Entspannung nach einem Tag am Meer hole ich mir in der Bernsteintherme. Seit Jahren schon gehe ich in diese Therme und seit Jahren freue ich mich jedes Mal auf einen ganz bestimmten Moment: Von der Sauna aus geht es direkt in die Ostsee, denn einer der Räume hat direkten Zugang zum kalten Meer. Es kostet zwar ein bisschen Überwindung, sich tatsächlich in die Fluten zu stürzen – aber direkt nach dem Einkuscheln im Bademantel ist die Kälte schon wieder vergessen und ich hüpfe innerlich vor Freude.

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Mit dem Rad zum Achterwasser

Wer Urlaub an der Ostsee macht, verbringt oft die meiste Zeit am Strand und in den umliegenden Restaurants. Viel zu selten schnappt man sich das Fahrrad und erkundet die Gegend. Bei einem Urlaub in Zinnowitz gehört für mich allerdings immer ein Ausflug zum Achterwasser dazu, wo ich als kleines Kind meine Runden auf Schlittschuhen gedreht habe.

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Auch heute nehme ich die kleine Radtour auf mich, um nach einer knappen halben Stunde vor einem wunderschönen See inmitten unberührter Natur zu stehen. Das Achterwasser ist eine Lagune des Peenestroms, der in der Ostsee mündet. Vor allem aber ist es ein Naturreservat, das einen mit einer unglaublichen Energie versorgt. Ein paar Stunden am Achterwasser fühlen sich für mich an wie ein ewig langer Urlaub und lassen mich den Alltagsstress komplett vergessen. Ach, Zinnowitz, du Perle der Ostsee! Ein Besuch in diesem schönen Kurort ist einfach immer viel zu kurz. Aber immerhin spüre ich das Salz noch Stunden nach meiner Abreise in meinen Haaren – und natürlich packe ich mir immer etwas Matjes von Lucki für zu Hause ein.


Weitere Infos:

Am Fischerstrand: http://www.yelp.de/biz/am-fischerstrand-zinnowitz

Tauchgondel: http://www.tauchgondel.de/tauchgondel-zinnowitz.html

Bernsteintherme: http://www.bernsteintherme.de/

Unterkünfte in Zinnowitz: Hier klicken