Warschau – das perfekte Wochenende in der polnischen Hauptstadt



Wer an Warschau denkt, der hat Plattenbauten, breite Straßen und die Farbe Grau im Kopf. So war es auch bei mir. Ich verspürte nie großartig den Wunsch, die polnische Hauptstadt kennenzulernen. Doch wie es der Zufall will, zog mein Freund genau dorthin und zack! – schon wurde der Plan geschmiedet, ein Wochenende in Warschau zu verbringen. Ich wollte der Stadt eine Chance geben und all diese komischen Vorurteile direkt aus meinem Kopf verbannen. Gesagt, getan. Warschau ist sehr viel mehr als nur Grau. Warschau ist künstlerisch, es ist hip und es hat verdammt viele schöne versteckte Ecken, die entdeckt werden wollen.

Altstadt-Warschau.JPG

Bei meinem Stadtspaziergang durch Warschau mache ich mich auf die Suche nach den Schätzen der polnischen Hauptstadt:

Altstadt-Warschau-Gemaelde.JPG




Ein Spaziergang durch Warschaus Altstadt

Altstadt-Warschau-1.JPG

Ich starte meinen Tag in der polnischen Hauptstadt mit einem Spaziergang durch die kleinen Gassen, die allesamt mit Kopfsteinpflaster ausgelegt sind. Dabei wundere ich mich immer wieder aufs Neue, wie die einheimischen Mädels elegant mit ihren Stöckelschuhen über diese Wege laufen können. Ich kann es nicht.

Altstadt-Warschau-Bilder.JPG

Warschau wurde im 2. Weltkrieg fast ausnahmslos zerstört. Umso faszinierender ist es für mich, all die Gebäude anzuschauen, die so wirken, als ständen sie dort schon seit Jahrhunderten. So ist es nämlich nicht: Die Paläste, der Schlossplatz und die Gassen rund um die Stare Miasto wurden von 1949 bis 1955 nahezu originalgetreu wiederaufgebaut und sind gerade deshalb sehenswert.

Altstadt-Warschau-Cafes.JPG

 

Zwischenstopp im Café „Wrzenie Świata“

Ich mache mich auf zu meinem zukünftigen Lieblingscafé. In dem Moment, als ich das Café „Wrzenie Świata“ betrete, fühle ich mich zu Hause. Riesengroße Bücherregale säumen die Wände, in jeder Ecke sitzt ein Schreiberling an seinem Computer und an der Bar gibt es nicht nur Kaffee, sondern auch hausgemachte Limonade und Kuchen.

Cafe-Wrazenie-Swiata Arbeiten.JPG

Das Café gehört dem sehr berühmten polnischen Journalisten Mariusz Szczygieł, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, einen inspirierenden Ort für Bücherwürmer, Autoren und andere Freunde der Literatur und des guten Kaffees zu schaffen. Wer noch ein bisschen Zeit hat, der sollte auch im „Ministerstwo Kawy“ vorbeigehen. Hier gibt es nicht nur Almdudler, sondern auch einen tollen Ausblick auf den sogenannten „Hipster Square“, der für seinen riesigen, neun Meter großen Stahlregenbogen, der in der Mitte steht, berühmt ist.

Cafe-Wrazenie-Swiata-Essen.JPG




Entlang des Weichselufers

Mit vollgeschlagenem Bauch mache ich mich auf zur Weichsel. Das Ufer der Weichsel ist ein absoluter Geheimtipp, denn hier verstecken sich wahre Schätze: Cafés, Bars, Strandclubs. Wer Lust auf Astra und Club Mate hat, der sollte definitiv der Bar „Cud nad Wisłą“ einen Besuch abstatten.

Hauptplatz-Warschau.JPG




Scrabble im Freien

Entlang des Weichselufers schlendere ich zum Museum „Kopernikus Science Center“, das in Windeseile zu einem meiner Lieblingsorte in Warschau wird. Warum? Weil es auf der Grünfläche vor dem überdachten Museum nicht nur einen tollen Ausblick auf den Fluss gibt, sondern auch kostenlose Spiele, bei denen sich jeder einfach so bedienen kann. Was kann bitte mehr Spaß machen als eine Runde Scrabble im Freien? Ich verbringe hier jedenfalls Stunden über Stunden und lümmele auf den bequemen Yogamatten im Gras.




Hoch oben über Warschau

Zu einem perfekten Städtetrip gehören für mich immer drei Dinge: ein nettes Café finden, am Wasser entlangspazieren und die Stadt von oben betrachten. Die ersten beiden Dinge habe ich heute schon abgehakt. Letzteres ist in Warschau ebenfalls sehr einfach. Ein Besuch im „Palace of Culture and Science“ lohnt sich definitiv (mindestens!) für ein tolles Foto. Auch wenn das Gebäude von außen nicht wirklich an einen Palast erinnert – die Dachterrasse hat es in sich.

Warschau sehr alt.JPG




Wer keine Pierogi gegessen hat, der war nicht in Warschau

Auf meiner Reise nach Warschau habe ich mich stundenlang durch die vielen Teigtaschen gefuttert und kann jetzt mit Stolz behaupten, das beste Restaurant für Pierogi gefunden zu haben. Pierogi sind traditionell polnische Teigtaschen, die typischerweise mit körnigem Frischkäse und Kartoffeln gefüllt sind. Meine Favoriten sind allerdings die mit Camembert und Lachs gefüllten Pierogi. Die besten gibt es bei der Restaurantkette „Zapiecek“, die tatsächlich 3000 verschiedene Sorten im Angebot hat. Wer kein Fan von Teigtaschen ist, dem empfehle ich, unbedingt die kalte Rote-Beete-Suppe zu probieren. Lecker!

Warschau Cuda Na Kiju Multitap.JPG




„Cuda na Kiju“ oder: die Bar der 1000 leckeren Biere

Den Abend lasse ich in meiner neuen Lieblingsbar ausklingen: im „Cuda na Kiju“. Diese Bar erstreckt sich über zwei Etagen und ist bekannt dafür, wahnsinnig viele ausgefallene Biersorten auf der Karte stehen zu haben. Die Devise lautet hier: schnelle Entscheidungen treffen. Denn alle paar Minuten wechselt das Angebot an Bieren. Im Sommer ist die Terrasse der Treffpunkt der jungen Polen, die in der Nähe wohnen oder aus den umliegenden Städten für einen Kurztrip in die hippe Hauptstadt kommen.

Warschau Cuda Na Kiju.JPG

Ich gönne mir ein englisches Bier, bestelle mir eine der leckeren Pizzen und genieße die entspannte Atmosphäre in dieser tollen Bar.

Warschau Hipster.JPG

Warschau mag im ersten Moment vielleicht nicht wirken als sei es romantisch wie Paris, aufregend wie London oder postkartenidyllisch wie Amsterdam. Doch mit ein bisschen Fingerspitzengefühl und einem Riecher für die richtigen Ecken verwandelt sich Warschau plötzlich in den perfekten Ort für einen unglaublich entspannten Städtetrip.

 

Weiteres und Links