Strandcheck an der holländischen Küste

Wer an Holland denkt, der hat Pommes, Fahrräder, Käse, Clogs und Amsterdams Grachten im Kopf. Es sind genau die Dinge, die man auf Fotos sieht, von denen man in Reisebüchern liest und die man aus Erzählungen kennt. Doch viele vergessen, dass es in unserem kleinen Nachbarland auch noch etwas anderes gibt: wunderschöne Strände. Nur eine knappe halbe Stunde von Amsterdam entfernt liegt zum Beispiel Zandvoort– ein Strandörtchen, in dem sich ein netter kleiner Fischstand an den nächsten reiht, in dem schon beim Verlassen des Zugs die Haare vom Winde verweht sind und einem die frische Seeluft schon auf den ersten Metern um die Nase weht.


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Hollands Küste ist wunderschön. Unberührt und zum Teil verlassen. Wer hierher kommt, der ist entweder nur für einen kurzen erholsamen Tagesausflug da oder macht mit der ganzen Familie Urlaub im Ferienhaus. Dabei sind Tagesausflüge eigentlich viel zu kurz. Damit den Besuchern ein wahres holländisches Juwel nicht verborgen bleibt, kommt hier mein Strandcheck der holländischen Küste.



Noordwijk: Allein bei den Schönen

Der Weg von Amsterdam nach Noordwijk führt entlang an Windmühlen, Tulpenfeldern und niedlichen kleinen, typisch holländischen Dörfern. Eine Autofahrt kann einfach nicht holländischer sein, als wenn es nach Noordwijk geht.


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Noordwijk ist der Ort in Holland, an dem die Schönen und Reichen Urlaub machen. Selbst Barack Obama kommt hierher, wenn er mal wieder auf Staatsbesuch in den Niederlanden ist.


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Doch das bedeutet nicht, dass es hier nur hochtrabend zugeht. Ganz im Gegenteil: Das Örtchen wirkt verschlafen und authentisch.


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Der Wind weht hier besonders stark und die Sonnenuntergänge sind orangefarben, fast schon feuerrot. Wer also nach Noordwijk kommt, der sollte sich für das Abendessen ein ganz besonderes Restaurant suchen, von dem aus man den Strand und vor allem die Sonne sehen kann.


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Mein persönlicher Tipp ist ein Abendessen im Vesper Hotel. Warum? Durch das Messingregal in der Mitte des Restaurants wird jeder einzelne Sonnenstrahl auf den Tisch reflektiert. Nach ein paar Minuten erstrahlt das gesamte Restaurant in einem wunderschönen, warmen Orangeton.


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Zandvoort: Fisch, Fritten und eine verdammt frische Brise

Sehr einfach kommt man von Amsterdam aus mit dem Zug nach Zandvoort. Nur 30 Minuten dauert es, bis man das Großstadtleben gegen echte Strandidylle eintauschen kann. Der Bahnhof liegt gerade mal ein paar Schritte vom Strand entfernt und ist somit superleicht zu erreichen.


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Wer hier einen Tag verbringt, der sollte direkt mit einem Fischbrötchen von einem der vielen Stände beginnen. An der Promenade und am Strand werden nämlich in alten Fischerhütten und kleinen Containern frische Fische aus dem Meer verkauft. Typisch für die Gegend sind übrigens Hering und vor allem Kibbeling mit Remoulade. Das ist die holländische Version von „Fish & Chips“.


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Die Beine vertritt man sich dann am besten am Strand. Der ist breit, sauber und wunderschön. Direkt am Strand befinden sich dazu auch noch idyllische Strandbars, die die perfekte Wahl für einen Sundowner sind – die Sonnenuntergänge sind hier nämlich absolut traumhaft.


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Rockanje: Ein Tag am Meer

Rockanje liegt etwa zwei Stunden von Amsterdam entfernt und ist ein kleines Örtchen, in dem nicht viel passiert. Muss es auch nicht, denn der Strand reicht hier völlig aus. Schon der Aufgang zum Strand ist ein echtes Paradies. Als Besucher läuft man hier durch einen kleinen Waldabschnitt, bis die Füße im Sand stecken.


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Der Strand hier ist besonders breit und das ist auch gut so, denn sonst würde sich nicht eine Beachbar an die nächste reihen. Die sind übrigens wirklich wunderschön. Mein Tipp ist der Havana Beach Club. Hier kann man locker einen ganzen Tag verbringen, auf den Korbsesseln entspannen und der Elektromusik lauschen.


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Wer abends von der vielen Sonne hungrig und müde ist, der sollte sich im Badhotel stärken. Von außen wirkt das Gebäude wie ein altes Kurhaus, innen denkt man, man sei in einem Berghotel in den Alpen gelandet bei all den Hirschgeweihen an der Wand, dem Holzboden und den Fellen über den Stühlen. Auch die Speisenkarte kann sich sehen lassen. Meine Empfehlung ist der Wildlachs, bei dem man schmeckt, dass die hoteleigenen Fischer am Morgen aufs Meer geschippert sind und den Fisch frisch gefangen haben.


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Ein Hollandurlaub besteht also schon lange nicht mehr nur aus Pommes essen und einem Trip nach Amsterdam. Viel wichtiger ist es, dass eine Städtereise in Holland mit einem Kurztrip ans Meer verbunden wird, denn hier fühlt sich Holland auf einmal ganz anders an: frisch, nordisch und sehr friedlich – so sehr, dass man fast schon automatisch in den Urlaubsmodus schaltet.


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Tipps für die Anreise

Vom Hauptbahnhof Amsterdam aus fahren fast stündlich Züge nach Zandvoort. Tickets kosten nur knapp 11 Euro. Vom Bahnhof aus sind es ein paar Meter zu Fuß bis zur ersten Meeresbrise.

Wer lieber nach Noordwijk möchte, der kann von Amsterdam aus mit dem Zug nach Leiden fahren und nimmt dann den Bus direkt nach Noordwijk. Tickets für diese einstündige Tour kosten 20 Euro.

Rockanje liegt von Amsterdam am weitesten entfernt, lohnt sich aber dennoch für einen kurzen Ausflug an das Meer. In zwei Stunden ist man am Strand und zahlt etwa 40 Euro.


Hier gibt es noch mehr Infos zu meinen Lieblingsadressen:

Transport Holland
Vesper Hotel
Badhotel Rockanje
Havana Beach Club Rockanje