Ein traumhaftes Wochenende in Prag



Spät abends fährt mein Bus von der Autobahn ab und tuckert über das Kopfsteinpflaster der Prager Straßen. Die kleinen Gassen sind beleuchtet, irgendwo in der Ferne schimmert das Licht des Mondes auf die Moldau. Die Stadt wirkt jetzt schon mystisch, ein bisschen düster, und ich bin voller Vorfreude auf mein Wochenende in Prag. Endlich schaffe ich es einmal in diese wunderschöne Stadt. Prag ist einer dieser Orte, von denen ich noch nie etwas Schlechtes gehört habe. Noch nie. Ich selbst bin nun das allererste Mal hier, meine Liste ist lang und ein Wochenende, so fürchte ich, wahrscheinlich viel zu kurz, um alles zu sehen.
 


Ein Samstagmorgen beginnt am besten auf dem Bauernmarkt



Prag_Anne auf dem Markt

Denn, was kann es Schöneres geben? Meinen ersten Morgen verbringe ich auf dem Bauernmarkt Náplavka, der sich direkt am Ufer der Moldau befindet. Direkt am Quai Rašínovo nábřeží gelegen tummeln sich hier am Samstag von 8 bis 14 Uhr mehr Einheimische als Touristen. Die Stufen herunter werde ich direkt mit Live-Jazz-Musik begrüßt. Gegenüber gibt es frische Säfte, dahinter Obst und ganz am Ende lockt der Geruch von frischen Burgern.

Prag_Bier auf dem Markt

Mein Tipp: Für nicht mehr als zwei Euro gibt es hier Wein, der aus den berühmten Winzergegenden Litoměřice und Mělník stammt. Er wird traditionell in 1,5-Liter-Flaschen gefüllt und ist ein tolles Souvenir.

Prag_Gebäck auf dem Markt

Wer an einem Samstagmorgen keine Lust hat, direkt eine solch große Menge Wein zu kaufen, der geht an den fast letzten Stand des Marktes. Hier kaufe ich mir ein frisch gezapftes Bier, das in einem kleinen Hinterhof gebraut worden ist. Einen Namen für das Bier gibt es nicht, hier kommt es auf den richtigen Riecher an: Aus verschiedenen Sorten darf ich mir meinen Favoriten heraussuchen. Ich gönne mir einen Becher und genieße den Blick auf das Wasser und die kleinen Inseln in der Moldau.

Prag_Korb auf dem Markt.  

 


Hoch oben über Prag

 

Prag_Anne Petrin Turm

 

Direkt vom Markt aus nehme ich die Straßenbahn und fahre zum Petřín-Berg. Eine kleine alte Bahn fährt die Touristenmassen tagtäglich den Hügel hinauf. Warum? Weil alle den Prager Eiffelturm – einen etwas kleineren Nachbau des Pariser Originals – besteigen wollen. Verständlich, denn von hier aus hat man die wahrscheinlich beste Aussicht auf die Brückenstadt. Vom Turm aus spaziere ich durch die Parkanlage und gehe zum Mittagessen in ein echtes Kloster: das Kloster Strahov. Das ist nicht wegen der Mönche berühmt, die hier tatsächlich noch wohnen, sondern vielmehr wegen – Überraschung! – des Bieres. Das wird nämlich in einer kleinen Brauerei im hinteren Teil des Restaurants hergestellt. Am besten lässt es sich übrigens mit einer „Prager Bierplatte“ genießen, also mit sauren Gurken, dunklem Brot, Prager Käsequark und Räucherfisch. Eine bessere Kombination zu Bier gibt es einfach nicht.

 

Prag_Bimmelbahn Petrin Berg

 

Prag_Aussicht Petrin Turm

 

Prag_Petrin Turm Prag

 

Prag_Bierplatte Kloster Prag

 


Ein Spaziergang durch die Geschichte Prags

Ich habe das Gefühl, dass in Prag an jeder Ecke ein tolles Gebäude oder eine super Aussicht auf mich wartet. So auch auf meinem Weg vom Kloster zurück ins Zentrum.


Historisches Prag.JPG

 

Dieser Weg führt mich nämlich direkt durch die Burganlage und zum Veitsdom. Trotz der vielen Touristengruppen fühle ich mich hier ein wenig wie in ein anderes Zeitalter zurückgeschossen. Die Gebäude sind wahnsinnig prunkvoll, die Straßen mit Kopfsteinpflaster belegt und wenn ich in die alten Wohnzimmer blicke, habe ich das Gefühl, dass ich in Puppenstuben schaue.

 

Prag_Fassaden

 

Mein Highlight in der Burganlage ist das kleine Goldene Gässchen, die Zlatá Ulicka. Hier sind die Häuser wirklich um die Hälfte kleiner als normal. Um die Läden zu betreten, muss ich mich bücken und die Fenster sind so winzig, dass ich gerade so mit einem Auge durchschauen kann.



Prag_Goldgässchen

 

 

Ein bisschen Tourist muss schon sein: Der Glockenturm und die Karlsbrücke

Ich finde, wenn man das erste Mal in einer Stadt ist, dann sollte man auch ein paar Dinge machen, die einfach dazugehören. In Prag sind das ein Spaziergang über die Karlsbrücke und ein Besuch des Glockenturms.

Glockenturm Prag

 

Die Karlsbrücke ist für mich einfach das, was ich im Kopf habe, wenn ich an die Stadt denke: eine massive Brücke, die rechts und links von alten Statuen gesäumt ist. Mittendrin bewegen sich die Touristen über die Pflastersteine. Einige bleiben stehen, weil noch schnell eine Karikatur von sich malen lassen wollen. Ich allerdings laufe weiter, vorbei an der kleinen Insel Kampa, die unter der Karlsbrücke liegt, hin zum Glockenturm.

 

Prag_Glockenturm

 

Zu jeder vollen Stunde lässt sich hier nämlich ein faszinierendes Glockenspiel beobachten. Den Glockenturm kann man übrigens auch besteigen und der Ausblick lohnt sich wirklich. Von hier aus kann man perfekt über die kleinen Gässchen schauen, die die Altstadt in ein echtes Labyrinth verwandeln.

 

Aussicht vom Glockenturm Prag

 


Oh, das Prager Essen...

Apropos Turm: Mein kulinarisches Wochenend-Highlight ist definitiv der Besuch des Restaurants Zvonice, das mehr oder weniger so aufgebaut wurde, dass es direkt um die Glocken des Turms mitten in der Innenstadt liegt. Prag hat mich nicht nur architektonisch, sondern auch kulinarisch wirklich gepackt. Seien es die Lebkuchen bei Perníčkův sen, die nur unweit des jüdischen Viertels verkauft werden oder die leckeren Brote bei Sisters, die es in einer kleinen Gasse gibt, die mich irgendwie an Berlin erinnert. Oder – perfekt für eine kurze Pause vom Stadtrummel – das Café Styl & Interier, bei dem sich mitten in der Innenstadt im Hinterhof eine grüne Oase versteckt. Prag hat einfach ein riesiges kulinarisches Angebot, das sich perfekt in die Gassen und wunderschönen Häuser der Brückenstadt einfügt.

Prag_Restaurant Zvonice

 

Prag_Strudel Prag

 

Prag_Stulle in der Hand

 


Naplavka: http://www.farmarsketrziste.cz/en/naplavka-en

Kloster Strahov: http://www.strahovskyklaster.cz/

Zvonice : http://www.restaurantzvonice.cz

Styl & Interier: http://www.stylainterier.cz/kavarna

Sisters: http://www.chlebicky-praha.cz/

Perníčkův sen: http://www.pernickuvsen.cz/

 

 

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