Von Weichsel und Wodka – Ein Tag in Krakau



Krakau, das war bisher keine Stadt, die sehr weit oben auf meiner Reiseliste stand. Wenn ich an die Hauptstadt der Woiwodschaft Kleinpolen gedacht habe, kam mir kein vertrautes Bild, kein besonderes Panorama in den Kopf. Denke ich heute an Krakau, dann habe ich direkt ein Grinsen im Gesicht. Warum? Weil ich mich komplett in die kleinen Gassen, süßen Cafés, his-torischen Restaurants und das ganz besondere Flair, das die 760.000-Einwohner-Stadt an der Weichsel umgibt, verguckt habe. Krakau, wenn ich an dich denke, dann wird mir ganz warm ums Herz!


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Entlang der Weichsel startet der Tag in Krakau

Meinen Tag in Krakau beginne ich mit einem Spaziergang entlang der Weichsel – denn am Wasser ist es doch sowieso immer am schönsten. Ich laufe zum berühmten Königsschloss auf dem Wawel, durch den Park hindurch, dann stehe ich auch schon am Ufer des breiten Flusses. Die Promenade, die direkt an der Weichsel entlangführt, ist einfach perfekt für einen langen Spaziergang. Meinen Durst stille ich in einem der vielen Restaurants, die sich auf Hausbooten auf der Weichsel befinden. Ich lasse mir bei einem kühlen Piwo z Sokiem (Bier mit Sirup) die Sonne auf die Schultern scheinen und genieße den Ausblick.


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Eine frische, heiße Zapiekanki

Zapie-was? Ja, genau so stand ich auch vor dem kleinen Stand „Endzior“ auf dem belebten Plac Nowy, an dem immer eine Horde von Menschen in Reih und Glied ansteht. Meine Rei-sedevise lautet: Da, wo viel los ist, muss es lecker sein – und genau das ist es hier. Zapiekankis sind große, krosse Brotstücke, die mit allerlei Leckereien belegt und dann überbacken werden. Am besten schmecken die Brote allerdings nicht zur Mittagszeit, zu der ich sie mir heute gönne, sondern spät am Abend nach einigen Gläsern Wodka.


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Schindlers Fabrik & Museum of Contemporary Art

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich bei Städtetrips selten in ein Museum gehe. Wenn man sich allerdings die Geschichte Krakaus genauer anschaut, dann gehört ein Besuch in Schindlers Fabrik zum Pflichtprogramm. So fahre ich vom Plac Nowy aus zu dem Museum, das sich mit dem Dritten Reich befasst – und zwar auf eine sehr interessante und bewegende Art und Weise. Das Museum ist wahnsinnig toll aufgebaut und vermittelt den ganz und gar nicht leichten Stoff so, dass ich zwei Stunden lang hochkonzentriert den Pfaden folge. Das Museum ist ganz klar eines meiner Highlights in Krakau und sollte bei einem Besuch der Stadt auf keinen Fall fehlen. Nachdem ich einmal im Museumsmodus bin, gehe ich danach gleich noch ins Museum of Contemporary Art. Es gibt übrigens ein Doppelticket, mit dem man in beide Museen gehen kann, da diese sowieso direkt nebeneinander liegen.


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Eine ausgiebige, kulinarische Tour

Ich lasse die Museen hinter mir und fahre zurück nach Kazimierz. Hier wimmelt es nur so von historischen Gebäuden und Gassen mit Pflastersteinen, die das das ehemalige jüdische Viertel Krakaus wie ein idyllisches Dorf wirken lassen. Mein Lieblingsrestaurant hier und eines mei-ner Highlights in Krakau ist das Ariel in der Szeroka Strasse, der kleinen Hauptstraße, die vom Marktplatz aus ins Viertel hineinführt. Ich bestelle mir eine jüdische Vorspeisenplatte und ge-nieße den Blick auf den Platz in der Mitte, der zum Abend hin zu einer echten Flaniermeile wird. Als ich satt bin, gehe ich in die Buchhandlung nebenan und schmökere durch uralte, jü-dische Bücher.


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Ebenfalls sehr gut ist das Restaurant Well Done!, das ein Mix aus Berliner Hipstercafé und amerikanischem Diner ist. Das Frühstück hier ist der absolute Hammer! Doppeldecker-Pancakes mit allem drum und dran – mega! Außerdem ist das Restaurant in Weichselnähe, ihr könnt eure Pancake-Bäuche danach also direkt in die Sonne legen. Die besten Smoothies und Cupcakes gibt es übrigens im Cupcake Corner!


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Wer keinen Wodka trinkt, hat verloren

Bei jedem Besuch in Polen wird mir genau das zum Verhängnis. Ich mag keinen Wodka. Egal, in welcher Form er mir vor die Nase gestellt wird – ich bekomme ihn einfach nicht runter. Zum Glück habe ich eine feine Wodka-Bar in Krakau entdeckt, die mir den tatsächlich den Atem raubt. Und zwar zum einen durch die alkoholgetränkte Luft und zum anderen durch das Ambiente. Sie heißt Pijalnia Wódki i Piwa. Es handelt sich dabei um eine Art Wodka-Kette, die es in ganz Polen gibt – ähnlich wie bei uns das Vapiano. Hier gibt es Wodka für einen Euro in allen möglichen Variationen. Mein persönlicher Tipp ist „Wodka Chuppa Chup“: Lemonwod-ka, Ingwersirup und Pfeffer oben drauf. Wirklich sehr lecker – und sogar für mich geeignet! Wer Hunger hat, bekommt hier übrigens auch Hering und saure Gurken oder andere Deftig-keiten gegen den Wodka-Appetit. Warum ich das Ambiente so mag? Die Wände sind mit Zei-tungen beklebt, so dass der Laden wie eine alte Redaktion wirkt.


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Für alle Historiker und jene, die wie ich abends einfach bei Kerzenlicht an einem alten Tisch sitzen wollen, ist die Bar Alchemia genau das Richtige. Ich lasse die Wodka-Luft hinter mir, spaziere über den gefüllten Plac Nowy und schleiche in die dunkle Bar hinein. Die Terrasse liegt direkt vorm Zapiekanki Rondell, so dass auch ein Mitternachtssnack drin ist.

Was soll ich sagen? Krakau hat sich schwupp-di-wupps zu meiner absoluten Lieblingsstadt in Polen gemacht. Sei es das Weichselufer, die Coolness der Polen in Krakau oder einfach nur der Mix aus Historie und aufkommendem Hipstertum – Krakau hat etwas und ich habe mich direkt in dieses Etwas verliebt.
 

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Hier gibt es noch mehr Infos zu meinen Lieblingsadressen:

Endzior
MOCAK
Schindlers Fabrik
Restaurant Ariel
Well done!
Cupcake Corner
Pijalnia, Wódki i Piwa
Bar Alchemia