24 Stunden in Madrid



Es ist mal wieder eine dieser Reisen, bei der ich mich schon, bevor es überhaupt losgeht, darüber ärgere, dass ich nur so wenig Zeit haben werde – in einer Stadt, die ich noch nicht kenne, von der ich aber schon eine ganze Menge gelesen habe. Mindestens fünfmal habe ich meinen Reiseführer von vorne bis hinten und von hinten bis vorne zurück durchgeblättert. Und eines klar: Madrid, du hast einfach viel zu viel zu bieten!


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Ich versuche also, schon im Flugzeug meine wenigen Stunden so punktgenau zu planen, dass ich auf gar keinen Fall etwas verpasse.


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Ein Spaziergang durch Madrid

Der beste Startpunkt für eine Erkundungstour ist Puerta del Sol, das Tor der Sonne. Genau hier ist das offizielle Zentrum Spaniens: die Mitte des Landes. Jedes Jahr an Silvester essen die Spanier traditionell zwölf Weinbeeren, eine zu jedem der zwölf Glockenschläge des Turms auf diesem Platz – und das in ganz Spanien, nicht nur in Madrid.

Von hier aus laufe ich weiter in Richtung Plaza Mayor. Der von vier Häuserblöcken umgebene Platz ist einer DER Treffpunkte der Madrilenen. Hier, wo früher Stiere gegeneinander kämpften, stehlen sich heute die Touristen bei ihren Foto-Shootings gegenseitig die Show.


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Was auf gar keinen Fall auf dem Stadtspaziergang fehlen darf, ist die königliche Residenz, die man zum Teil sogar besichtigen kann. Wer sich das allerdings sparen möchte, der kann auch einfach von außen große Augen machen, denn die Fassade ist einfach wunderschön.


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Ich beende meine Runde auf der Via Grande – der großen Shopping-Straße Madrids. Spanien ist ein Einkaufsparadies. Und auch wenn dieses Monstrum an Straße vielleicht weniger einladend wirkt als die kleinen Gassen: Hier lassen sich einige interessante Boutiquen finden.

 


Lunch im Mercado de San Miguel

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Foodmärkte sind das Tollste, was es gibt! Seit Jahren versuche ich in jeder Stadt, die ich besuche, mindestens einmal über einen Foodmarkt zu schlendern. So auch in Madrid. Hier gibt es z. B. den überdachten Mercado de San Miguel, in dem es nach Schinken und leckerem Käse riecht.


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Die Stände bieten frischen Jamon, also Schinken, in kleinen Tütchen an. Dazu trinkt man ein Glas Rotwein an einem der vielen Weinstände und genießt das Treiben – toll!


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Auf einen Smoothie nach Malasaña, dem Hipster-Viertel von Madrid

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Willkommen im Künstler-Hipster-Viertel Madrids, dem Viertel mit den süßesten Cafés, der höchsten Rate an „Selbstgemachtem“ und dem wohl beeindruckendsten Buchladen der Welt: Libreo. Malasaña muss erlebt werden. Hier gilt: einfach durch die kleinen Gassen laufen und sich von der Atmosphäre treiben lassen. Der beste Ausgangspunkt dafür ist die Metrostation Bilbao.


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Ab jetzt laufe ich nur noch im Zickzack durch die Gassen. Meine Tipps für perfekte Stunden in Malasaña: Trinkt einen Smoothie im Lolina Vintage Café, stöbert durch den verrückten Kram im Curiosite und findet tolle Bücher im Libros.


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Abendessen gibt es im La Casa del Abuelo

Seit 108 Jahren werden in diesem Laden schon Garnelenschwänze auf den Boden geworfen. Auch heute tritt man in die Überbleibsel, sobald man die Ladentür öffnet. Mein Tipp für ein typisch spanisches Dinner: Bestellt mindestens so viele Tapas wie Leute am Tisch sitzen, teilt alles und vergesst auf keinen Fall die Piementos – die kleinen Paprikas sind hier besonders lecker!


Das Nachtleben in Madrid startet spät, sehr spät

Das Gute an 24 Stunden in Madrid? Dass sich das Nachtleben tatsächlich durch die ganze Nacht zieht. Gegen 21 Uhr starten die Madrilenen gemütlich mit dem Abendessen, die erste Bar wird frühestens um 23 Uhr besucht und der ganze Spaß geht locker bis um 4 Uhr in der Früh weiter. Am besten beginnt man die Nacht rund um den Plaza Santo Domingo. Ab elf kann man sich hier in der Bar Berlin tollen Jazz anhören und generell ist die Gegend voller Bars, die auch schon vor Mitternacht dezent gefüllt sind.


Ein Churro noch und dann ab in den Flieger

Churros – also fingerdicke, frittierte, in Zucker gewälzte Teigstangen – sind ein absolutes Muss in Madrid. Die besten gibt es in der Chocolateria San Ginés. Schon beim Betreten werde ich vom Geruch frischer, heißer Schokolade und dem süßlichen Aroma der Churros in Trance versetzt. José, der mich mit einem breiten Grinsen an der Bar begrüßt, weiß ganz genau was ich will: „Cinco churros con chocolate?“ Genau.


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Ich suche mir einen gemütlichen Platz in der Chocolateria San Ginés, die mir mit den unzähligen Spiegeln an den Wänden, den Marmortischen und den grünen Sitzen sofort ein Gefühl der Geborgenheit vermittelt. Die Churros werden hier schon seit dem Jahr 1894 verkauft – und zwar jeden Tag 24 Stunden lang.


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Meine Füße schmerzen und mein Kopf ist schon völlig wirr von den vielen wunderschönen Eindrücken dieser Stadt. Trotzdem habe ich es natürlich nicht geschafft, mir alles anzuschauen, was ich eigentlich sehen wollte. Madrid ist z. B. das Zuhause des Museo del Prado. Wer also zwischen all den anderen Dingen noch etwas Zeit finden sollte: Ab 18 Uhr von Montag bis Samstag ist der Eintritt hier kostenlos. Wer das Museum dagegen lieber (fast) für sich alleine hat, der geht am besten in den ganz frühen Morgenstunden, die rund 1500 Gemälde begutachten.

Meine Liste ist immer noch sehr lang, denn ich habe gerade mal die Hälfte von allem, was ich schaffen wollte, tatsächlich geschafft. Aber was sagt man in einem solchen Moment statt „adios“? Na, klar: Bis bald, Madrid!
 

Hier gibt es noch mehr Info zu meinen Lieblingsadressen:

Mercado de San Miguel
Lolina Vintage Café
Curiosite
Libros
Chocolateria San Ginés
Museo del Prado