24 Stunden in Dublin


Dublin, das ist Guinness, das sind alte Häuser mit urigem Ambiente und das ist... Ja, was macht die irische Hauptstadt eigentlich so besonders? Wenn ich an Dublin denke, habe ich schummrige Pubs im Kopf, in denen irgendwo eine Bands in der Ecke sitzt und Musik macht. Dann stelle ich mir Violinenklänge vor, vielleicht auch die rauchige Stimme eines Sängers, der auf der Bühne alte Hits zum Besten gibt. Eine schöne Vorstellung – und genau deswegen mache ich mich jetzt auf den Weg und schaue mir Dublin einmal genauer an.

  Anne 24Std in Dublin  

In Dublin werden jährlich mehr Pints Guinness als sonstwo auf der Welt gezapft. Das liegt eigentlich fast auf der Hand. Was mir aber bisher unbekannt war, ist die Straßenmusik in der Grafton Street. Hier startete selbst Damien Rice als kleiner Straßenmusiker und erreichte den ganz großen Erfolg. Dublin ist pulsierend, in all seinen Facetten. Mal wieder versuche ich ein riesiges Pensum in 24 Stunden zu packen und so viel wie möglich von der größten Stadt der Republik Irland zu sehen. Los geht’s!
 

24 Stunden in Dublin: 7 Uhr – Vom Flughafen in die Stadt

Am Flughafen springe ich in den Bus 747. Der bringt mich für 6 Euro direkt in die Stadt. Mehrere Stopps werden angefahren. Bis in die Stadt dauert es ca. 20 Minuten. Mein Tipp hier: Der Bus hält nur, wenn geläutet wird. Also nicht vergessen!



24 Stunden in Dublin: 8 Uhr – Frühstück und Straßenkünstler

Mein Bus setzt mich direkt vor der Bagel Factory in der Harcourt Road ab. Von hier aus schlendere ich durch die Grafton Street, um den Straßenmusikern zu lauschen. Die Grafton Street ist eine der größten Einkaufsmeilen Dublins und verläuft von der St. Stephen Street bis zum College Green. Neben den typischen Läden ist die Grafton Street vollgepackt mit Straßenmusikern, die alle die Hoffnung haben, ganz groß rauszukommen.

 

Straßen in Dublin


 

24 Stunden in Dublin: 10 Uhr – Einreihen fürs Gefängnis

Das Kilmainham-Gefängnis steht auf der Liste der Dinge, die man in Dublin unbedingt machen sollte, ganz oben dabei. Es wird oft als der versteckteste Touristenort der Stadt bezeichnet, obwohl es „nur“ ein Museum ist. Aber die Schlange vor dem Gefängnis ist so lang, dass ich noch nicht mal Zeit habe, diese anscheinend riesige Attraktion von innen zu sehen. Daher mein persönlicher Tipp: Kommt früh genug, wenn ihr es ins Gefängnis schaffen wollt. Wenn nicht, dann lohnt sich der Anblick auch von außen.

 

Dublin Museum

 

24 Stunden in Dublin: 12 Uhr – Auf geht’s auf den künstlerischen Weg

Direkt am Ende der Military Road, in der sich auch das Gefängnis befindet, liegt das Irish Museum of Modern Art. Das wohl Beeindruckendste an diesem Ort ist die Allee, die zum Haupteingang des Museums führt – eine breite Straße, gesäumt von Bäumen, die einen ganz eigenen Charme versprüht. Gerade, wenn das Wetter irisch kalt und der Himmel ein wenig grau ist, wirkt diese Allee wie der Weg zu etwas Großem. Das Museum ist übrigens die führende Einrichtung für moderne Kunst in Irland!

 

Dublin Museumsallee


 

24 Stunden in Dublin: 14 Uhr – Trinity-College-Tour

Ich bin eigentlich nicht der Typ für geführte Touren. Doch trotzdem wage ich es heute, für 10 Euro die Tour durch das Trinity College zu buchen. Außerdem dauert das Ganze nur eine gute Stunde und passt damit absolut in meinen Zeitplan.

Dublin Trinity

 

Dublin Trinity Kugel

 

Der geschichtliche Zusammenhang, die Anekdoten und der Einblick in das persönliche Leben des Guides, der selbst am Trinity College studiert hat, lohnen sich wirklich. Der Eintritt beinhaltet neben der Tour auch einen Einblick in die beeindruckende Bibliothek der Universität, wo das geheimnisvolle „Book of Kells“ versteckt wird – ein uraltes Buch, das im Jahr 800 n. Chr. gefunden wurde und über dessen Ursprung niemand etwas Genaues weiß. Gerade das macht den Anblick des goldenen Buchs in der Glasvitrine so mystisch.

 

Dublin Trinity Bücherei

 

24 Stunden in Dublin: 16 Uhr – Guinness-Fabrik

Wer Guinness liebt und die Quelle mal von ganz Nahem sehen und vor allem schmecken möchte, der sollte in die Fabrik in Dublin gehen. Das siebenstöckige Gebäude ist von außen ein Architektur-Kunstwerk. Sobald man die heiligen Hallen betritt, wird man auf eine Tour geleitet und bekommt erklärt, wie die Herstellung von Guinness abläuft – hautnah. Selbst das Zapfen lernt man hier! Die Tour kostet ab 13 Euro.

 

24 Stunden in Dublin: 18 Uhr – Zeit für das Abendessen

Crackbird ist die noble Hipster-Variante einer normalen Hähnchenbraterei. Getränke werden hier in Marmeladengläsern serviert und das Essen kommt in roten Metalleimern. Ich entscheide mich für einen „Eimer“ Soja-Knoblauch-Huhn mit verschiedenen Beilagen. Das Crackbird ist unmittelbar neben dem Tempel-Bar-Viertel und umgeben von zahlreichen Restaurants.

 


24 Stunden in Dublin: 20 Uhr – Ein Pint in Temple Bar

Ja, hier ist alles unheimlich touristisch und viel zu überteuert, aber Temple Bar ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Wovon ist rede, ist ein ganzer Stadtteil voll mit irischen Bars, in denen die typischen Pints zu irischen Klängen serviert werden. Während man natürlich in vielen Bars Dublins weniger bezahlt, gehört Temple Bar auf jede To-do-Liste.

 

Dublin Temple Bar


Dublin Fassade Temple Bar


 

24 Stunden in Dublin: 22 Uhr – Shisha, Cocktails und das schwingende Tanzbein

Es gibt ungefähr drei Millionen Möglichkeiten, in Dublin eine ordentliche Partynacht zu erleben. Hier ist mein Vorschlag: Ich starte in der Bar Pygmalion mit einer Shisha. Unter beheizten Schirmen kann man in diesem coolen Laden fruchtigen Tabak rauchen und den Abend locker beginnen. Weiter geht’s in die Liquor Rooms – einen schummrigen Laden im 60s-Stil, der an eine alte Apotheke erinnert. Kellnerinnen im Retro-Look servieren die wahrscheinlich besten Cocktails der Stadt. Als krönenden Abschluss des Abends ziehe ich weiter in den Worksman Club. Dieser Club bietet freien Eintritt, eine enorme Dachterrasse, Party bis fünf Uhr morgens und erinnert jeden Berliner an seine Hauptstadt.

Auch wenn sich das Zentrum von Dublin auf ein paar Straßen beschränkt, habe ich definitiv ein kleines Faible für diese Stadt entwickelt. Die verwinkelten Gassen, die alten Pubs und die urig-komischen Menschen sind einfach Grund genug, der Stadt schon bald wieder einen Besuch abzustatten.


Bagel Factory: http://www.obriens.ie/bagel.html

Irish Museum of Modern Arts: http://www.imma.ie/en/index.htm

Book of Kells: http://www.tcd.ie/Library/bookofkells/trinity-tours/

Guinnesstour: https://www.guinness-storehouse.com/en

Kilmainham Gefängnis: http://www.visitdublin.com/see-do/details/kilmainham-gaol/30635/#53.341754|-6.309647|16

Crackbird: http://www.joburger.ie/crackbird

The Temple Bar: http://www.thetemplebarpub.com/

The Liquor Rooms: https://www.facebook.com/theliquorroomsdublin

The Worksman Club: http://theworkmansclub.com/