Dieser Regionenbericht wurde erstellt von Bernd Gasser, Agriturismo Tiziana
Urlaub in Umbrien
Umbrien eine Region, die als "das grüne Herz" Italiens bekannt
ist, schließt in einer einzigartigen Landschaft sehr reiche
Schätze von Kunst- und Kulturerzeugnisse ein. Im Land des
Heiligen Franziskus und Benediktus, unter Wäldern und auf den
Hügeln entstanden Einsiedeleien und Kloster, Orte für
die Meditation, aber auch für eine glühende
kulturelle und wirtschaftliche Tätigkeit. Intakte Umwelt, Ruhe
und zentral gelegen zwischen Rom und Florenz; Unterkünfte
für alle Ansprüche und Geldbeutel: traditionell oder
modern, immer geprägt von familiärer
Gastfreundlichkeit; eine breite Palette an kulturellen und sportlichen
Aktivitäten wie Wander-, Reit- und Fahrradurlaub.
Diese kleine Region (8.456 km²), mit ihren 840.000 Einwohnern,
bietet mit ihren 92 Gemeinden (79 davon haben weniger als 15.000
Einwohner) viele Möglichkeiten für interessante
Touristenausflüge und unvergessliche Aufenthalte in
einzigartigen Landschaften. Von den Hundert aller Orten, die zu den
schönsten in Italien gewählt wurden, liegen allein
sechs in Umbrien (Bevagna, Castiglione del lago, Corciano, Montefalco,
Parciano, Trevi).
‚Man muss nur die Nebenstraßen befahren, sich in
den Pfaden und Wegen verlieren oder auf die Hügel steigen, die
oftmals mit antiken Schlössern verziert sind, um
festzustellen, dass im Zentrum Italiens die Natur und die Landschaft
geblieben sind, die wir auf Bildern und Fresken vieler, unsterblicher
italienischer Künstler gesehen haben...’ sagt Fulco
Pratesi (ital. Umweltschützer und Schriftsteller).
Nicht nur italienische Künstler waren und sind von Umbrien
erfüllt, sondern deren Reichtümer wurden auch durch
Goethe und Byron im 18. Jhd. ‚besungen’. Heute
bietet Natur, Ambiente, Kunst, Kultur, Geschichte, Weinbau,
Gastronomie, Sport und die Archäologie für den
interessierten Touristen ein spannendes Kaleidoskop von faszinierenden
Schönheiten, das es zu entdecken und genießen gilt.
Die Region hat es geschafft, ihr Angebot zu erneuern und zu
modernisieren und den Bedürfnissen der modernen Besucher
anzupassen. Von den Wasserfällen, den Cascata delle Marmore,
dem Dom des Heiligen San Valentino in Terni (Namensgeber des in der
ganzen Welt gefeierten Valentinstages) bis zur Kunststadt Orvieto mit
seinem außergewöhnlichen Dom bietet zum Beispiel die
Provinz Terni dem Reisenden Gelegenheit zum Erleben und
Genießen. Die Provinz Terni grenzt im Norden an die Provinz
Perugia, im Nordwesten an die Toskana mit der Provinz Siena und im
Osten, Süden sowie Westen an Latium mit den Provinzen Rieti
und Viterbo. Besonderes Ausflugsziel ist der nah gelegene Bolsena See.
In der gesamten Region sind vielfältige Möglichkeiten
zur Erholung und Freizeitgestaltung geboten, die neben einer
größeren Anzahl von Sehenswürdigkeiten
einen wunderschönen Urlaub in einer Ferienwohnung oder einem
Ferienhaus in Terni versprechen und einen Aufenthalt unvergesslich
machen. Antike Landhäuser, Klöster, Burgen und
Schlösser wurden allesamt zu modernen
Tourismusunterkünften umgewandelt, die den Anforderungen des
21. Jahrhunderts entsprechen.
Veranstaltungen in Umbrien
Karusselle, Turniere, Prozessionen und Blumenfeste: jede Ortschaft hat
mit seinen historischen Veranstaltungen einen Teil der eigenen
Vergangenheit wiederbelebt. So haben sie die Traditionen und
Bräuche, die tief in der eigenen Kultur und im Territorium,
reich an mittelalterlichem Flair, verankert sind, wieder erweckt
(Corpus Domini mit Blumenteppichen, Palombella Fest / Pfingsten in
Orvieto, Corsa all`Anello/Reiterspiele, Fest del`acqua am Piediluco
See, Cantamaggio in Terni mit allegorischen Wagen, Krippenspiele,
Karfreitagsprozessionen und mehr).
Es gibt große Musikevents wie Terniinjazz, Umbria Jazz Winter
in Orvieto, Festival due Monti in Spoleto.
In diesem Gebiet ist der Sport nicht nur ein Synonym für
Wohlbefinden und für lange Spaziergänge im
Grünen, sondern auch für
„Abenteuer“, eine andere Art, in direkten Kontakt
mit der Natur zu kommen: Rafting, Kanufahren, Canoying, Rudern,
Klettern, Bird watching, Reiten, Trekking, Mountainbike, Segelfliegen
und Heißluftballonfahrten.
Burgen, Schlösser und Verteidigungsanlagen sind sehr weit
verbreitet. Man kann sogar feststellen, dass es keinen großen
oder kleinen Ort gibt, der keine mehr oder weniger weiten Spuren des
ursprünglichen mittelalterlichen Dorfes, seiner
städtischen Anlage und des sozial-territorialen Netzes, das
sich darum entwickelt hat, zeigt. (Burg von Polino, Burg von Albornoz
von Narni, Schloß von Alviano, Orvieto, Schloss Montegiove).
Mit den beiden Begriffen Tradition und Einfachheit kann der Wert der
schmackhaften umbrische Küche ausreichend gekennzeichnet
werden. Beides ist auch zugleich Erfolgsrezept der Gerichte, die auf
der nie vergessenen bäuerlichen Kultur basieren. Dabei hat
aber die umbrische Küche auch einen König unter den
Küchenzutaten zu bieten, es gibt schwarze und weiße
Trüffel. Die gloriose Tradition der Fleischgerichte findet
ihren Höhepunkt in der Zone um Norcia. Umbrien hat eine
besonders lange Tradition für Desserts. In Perugia ist die
Schokolade König, seit die Schokoladenfirma Perugina damit
begann so genannte „Cazzotti“ herzustellen aus
denen die berühmten „Baci“ sich
entwickelten. Jedes Jahr im Oktober findet in Perugia das
große Schokoladenfest „Eurochocolate“
statt. In Orvieto das große Slowfoodfestival
„Orvieto con gusto“. Wein und Olivenöl
gibt es in Umbrien in Spitzenqualität.
Der folgende Reisetipp wurde geschrieben von Petra Regensburger, Landhaus Ripa d'Elce.
Essen/Trinken in Umbrien: In Italiens „grünem Herzen“ wird auch in der Küche die Tradition groß geschrieben. Öl, Getreide, Hülsenfrüchte, Käse und Wein bilden seit der etruskisch-römischen Zeit die Grundlage der umbrischen Küche. Sie ist einfach, bäuerlich und doch äußerst wohlschmeckend. Das liegt nicht zuletzt daran, dass fast ausschließlich einheimische Produkte der jeweiligen Saison frisch verarbeitet werden. Das dickflüssige, leicht scharfe Extravergine Dop, das in den umliegenden Hügeln in erstklassiger Qualität produziert wird, verbindet wie ein grüner Faden antipasti, primi und secondi. Das Brot ist in Umbrien normalerweise ungesalzen. Das stammt noch aus einer Zeit in der Salz ein Luxusgut war und hoch besteuert wurde. Brot ist Grundlage für eine beliebte Vorspeise: Crostini und Bruschette, geröstete Brotscheiben mit den unterschiedlichsten Belägen, manchmal aber auch nur mit Knoblauch und Olivenöl. Hier liebt man, wie fast überall in Italien, die Pasta. Allen voran die hausgemachten Tagliatelle und Umbrichelli. Am liebsten werden sie al ragù, al pomodoro oder all arrabiata zubereitet. Ähnlich wie in der Toskana lehnt die umbrische Küche jedes Zuviel an Zutaten ab – nach dem Motto: die Gewürze machen die Gerichte. Einfache Gemüse- und Fleischgerichte werden mit feinen, selbstverständlich frischen, Gewürzkräutern in Delikatessen verwandelt. Typische Gerichte bekommt man in den kleinen Trattorie, wo der Wirt oder die Wirtin noch selbst kocht und das Fleisch über der Holzkohleglut gegrillt wird.
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