Susannes Woche voller Action in Neuseelands
Abenteuermetropole Queenstown



Wenn ich an meine Neuseelandreise denke, denke ich immer zuerst an Queenstown. Die schönsten Tage der Reise habe ich hier verbracht und möchte jedem Neuseelandbesucher ans Herz legen, genügend Zeit für Queenstown einzuplanen. Als Standort für unzählige Ausflüge auf der südlichen Südinsel ist es ideal, und langweilig wird es hier sowieso niemals!

Queenstown liegt sehr idyllisch und ruhig am Lake Wakatipu, umgeben von den Crown Range Bergen, den Südalpen, von Weinregionen, Flüssen und Seen, im Südwesten der neuseeländischen Südinsel, in der Provinz Otago. Gefühlt und auch tatsächlich so ziemlich am Ende der Welt.

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Die Stadt ist bestens per Flugzeug angebunden, der Flughafen liegt nicht weit außerhalb und wird national und von Sydney angeflogen. Trotz seinen nur rund 10.000 Einwohnern hat Queenstown unendlich viel Programm zu bieten und ist sicherlich die Abenteuer-Hauptstadt der südlichen Hemisphäre. Der gefühlte Altersdurchschnitt der Einwohner und Besucher Queenstowns liegt bei höchstens 25 Jahren. Alle sind in Sport- und Outdoor-Klamotten unterwegs, und das Leben spielt sich draußen in der traumhaften Natur ab. An Aktivitäten gibt es hier so ziemlich alles, was man sich vorstellen kann – von Wassersport über Biken, Wandern, Ski, Bungy, Paragliding bis hin zum Skydive und andern außergewöhnlichen Aktivitäten wie Body Boarding, wozu ich später noch komme. In der Innenstadt gibt es genügend Shoppingmöglichkeiten und eine gemütliche Fußgängerzone, unzählige Bars, Cafés, Restaurants und eine schöne Promenade am See. Hier spielt auch jeden Abend zum Sonnenuntergang die Musik. Zum Sunset kann wunderschön bei einem kühlen Getränk an der Waterfront sitzen und dem Treiben vor grandioser See- und Bergkulisse zusehen.

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Blick vom Hotel auf den Lake Wakatipu

3 - Waterfront.jpg Waterfront am Tag

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Sonnenuntergang


Wie gesagt, die Möglichkeiten sind endlos, und ich hätte ewig bleiben können. Dies waren meine Highlights in und um Queenstown:


Shotover Jet fahren

Shotover Jet – 'The World's Most Exciting Jet Boat Ride' – ist eine rasante Jetbootfahrt für Adrenalinjunkies. Ein paar Kilometer außerhalb von Queenstown fließt der Shotover River in engen Schluchten durch die Berge. Am Arthur’s Point liegen inmitten der Shotover River Canyons in einer sandigen Flussbiegung rote Jetboote – die Shotover Jets. Ausgestattet mit Schwimmweste nehmen wir mit insgesamt 12 Passagieren in dem Boot Platz, der Jetbootpilot macht noch ein paar Witze, dass er „extremely hungover“ sei und heute die extradunkle Sonnenbrille trage, wir sollen ihn zur Not wecken. Hilfe – nicht witzig, wenn man sowieso schon nervös ist! Der Pilot startet mit irrer Beschleunigung durch und im Affentempo geht es los. Mit 85 km/h fliegt das rote Boot förmlich übers türkisfarbene Wasser und durch die engen Schluchten. Teilweise ist das Wasser nur 10 cm tief und man wird wie wild durchgeschüttelt. Der Pilot rast auf steile Felswände zu und dreht erst haarscharf vor der Wand ab – längst hat man sich geduckt und mit einem Aufprall gerechnet. Kreisch! Gerne dreht er auch aus voller Fahrt das Boot in spektakulären 360 Grad-Wendungen, so dass einem fast der Atem stockt. Eigentlich denke ich die ganze Zeit „Spinnt der Typ eigentlich – mit Vollgas frontal auf die Felswände zusteuern?!?“. So geht das eine knappe halbe Stunde weiter, bis wir ziemlich nass und mit wackeligen Beinen und blank liegenden Nerven wieder aus dem Boot steigen. Der Hammer – aber definitiv nichts für schwache Nerven!

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Ein Shotover Jet in Aktion

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Shotover Jet auf dem Shotover River


Goldgräberstadt Arrowtown & Crown Range

Nicht weit von Queenstown entfernt liegt das Skigebiet Coronet Peak Ski Area auf gut 1600 m Höhe. Zur Skistation geht es über eine kleine Passstraße, die ich mit dem Mountainbike in Angriff nehme – zum Glück ohne vorher zu wissen, wie steil die Straße ist. Die Skistation ist tot und man kann sich kaum vorstellen, dass hier im Winter tatsächlich reger Skibetrieb ist. Der Ausblick von oben macht die Schweißperlen wett, die Abfahrt sowieso.

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Ausblick auf den Coronet Peak


Hinter Coronet geht es weiter durchs schöne Tal in die alte Goldgräberstadt Arrowtown. Ende des 19. Jahrhunderts war hier Goldrush mit über 80 Goldfeldern. Viele Bergmannhäuser aus dieser Zeit wurden restauriert, so dass heute zig wunderschöne historische, bunte Häuser die Haupstraße des romantischen Ortes säumen. Man kann auch heute noch sein Glück versuchen und im Arrow River Gold waschen! Bei Golfern ist Arrowtown wegen des berühmten Arrowtown Golf Clubs berühmt. Unvergessen ist für mich der köstliche Boysenberry Cheesecake in der Arrowtown Bakery. Und auch beim Thema Eis ist mir Arrowntown in bester Erinnerung geblieben, denn hier hatte ich beste Hokey Pokey Eis der Reise! Hokey Pokey Ice Cream gibt es (leider) nur in Neuseeland und macht süchtig. Cremige Vanille mit knusprigen Honig-Toffee Stückchen – extra lecker!

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Hauptstraße Arrowtown


Kurz hinter Arrowtown biegt die traumhaft schöne Passstraße Crown Range Road über zahlreiche Serpentinen zum Skigebiet Cardrona und in Richtung Wanaka ab. Auch wenn im Sommer das Skigebiet verlassen ist, so lohnt doch ein Abstecher über den Pass, allein wegen des tollen Panoramas und um in der ehemaligen Goldgräbersiedlung Cardrona das berühmte historische Cardrona Hotel zu sehen.

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Das Cardrona Hotel

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Typisches Gebäude in Cardrona


Bodyboarding auf dem Kawarau River

Als spannendster und anstrengendster Ausflug ist mir definitiv das Body Boarding auf dem Kawarau River in Erinnerung geblieben. Body Boarding, auch River Surfing genannt, ist hier voll im Trend. Per Minivan werden wir von Queenstown zum Kawarau River gefahren, wo wir uns in wurstenge Neoprenanzüge und Helme quetschen. Man bekommt ein kleines Board, auf das man sich mit dem Oberkörper legt und so gut es geht festhält. Mit den beiden Guides müssen wir erst einmal in einer etwas ruhigeren Flussbiegung üben, wie man das Board überhaupt lenkt. Leider kapiere ich es absolut nicht, was später zum Verhängnis werden sollte. Das Wasser ist trotz Neoprenanzug rattenkalt. Und rasend schnell! Nach der Einweisung geht es mit der Gruppe und den Guides dann ins tiefere Wasser. Und hier geht auch gleich richtig die Post ab. Der Fluss ist reißend und gefühlt eine einzige Stromschnelle. Die Stromschnellen haben so schöne Namen wie „Chinese Dog Leg“ und „Roaring Meg“. Das mit dem Lenken ist ja nun bei mir so eine Sache - und so rase ich immer wieder auf Felsbrocken und Felswände zu. Schön und gut mit dem Helm, aber der Neoprenanzug ist nicht wirklich eine Hilfe, wenn man in die Klippen donnert. Bei den anderen sieht es kontrollierter aus! Ab und zu kommt eine Welle frontal über mich, ich schlucke massig Wasser, ich trudele um mich selbst, gehe kurz unter und werde dann weitergerissen. Mein Puls steigt auf 180. Nach einer Stunde endlich Pause an einem Ufer. Alle leben noch. Weiter geht’s. Mittlerweile läuft es auch bei mir etwas geübter. Trotzdem bin ich froh, als wir nach 2 Stunden im kalten Strom das Ziel erreichen. Fürs Body Boarding fehlt mir wahrscheinlich das Wasserratten-Gen. Aber irre war es trotzdem! Bevor es nach Queenstown zurückgeht, dürfen wir nach dem Adrenalinschub noch ein bisschen am schönen Flussufer chillen und uns ein kühles Bierchen genehmigen. Wohlverdient.

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Einige Bodyboarder auf dem Kawaru River


Wanderung auf den Queenstown Lookout

Um Queenstown und Lake Wakatipu von oben zu genießen, kann man eine kleine Wanderung auf den Hausberg unternehmen. Der Queenstown Hill ist gut 900 Meter hoch. Über einen bequemen Waldweg laufe ich knapp 2 Stunden auf den Gipfel und werde mit einem tollen Ausblick belohnt. Für alle, die keine Lust zum Wandern haben, bietet sich eine Fahrt mit der Skyline Gondola auf den 800 Meter hohen Bob’s Peak an. Hier oben herrscht allerdings nicht die Ruhe wie auf dem Queenstown Hill sondern ziemlich Halligalli mit Restaurants, Souvenirshop, Sommerrodelbahn, Bungy und Paragliding.

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Blick auf den Queenstown Hill

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Blick ins Tal auf Quenstown



Weinregion Otago

Queenstown gehört zur Region Central Otago, die auch bekannt ist für ihre guten Weine, vor allem Pinot Noir und Sauvignon Blanc. Ich hatte eigentlich erwartet, in Neuseeland nur schales Lager und Bier serviert zu bekommen, aber die Kiwis trinken in der Tat viel lieber Wein. Die Weine sind echt köstlich und außerdem preiswert! Tatsächlich ist Central Otago die am südlichsten gelegene Weinregion der Welt. Unser Ausflug in die Weinregion findet auf dem Rad statt. Eine wunderschöne Tour durch idyllische, grüne Hügellandschaft, aber im Nachhinein doch etwas schade, da man als Radler nicht auf den vielen schönen Weingütern den leckeren Wein probieren kann. Jedenfalls hatte ich Angst, alkoholisiert nicht mehr die richtige Seite der Fahrbahn einhalten zu können. Hier herrscht ja leider Linksverkehr.

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Die Weinreben von Otago


Durch die Weinregion fließt auch der türkisfarbene Kawarau River mit dem berühmten Kawarau Bridge Bungy. Hier begann 1988 der Bungy Hype unter AJ Hacket, auf den hier alle ganz stolz sind. In Queenstown läuft ungefähr jeder zweite mit dem „AJ Hacket Bungy – I did it!“ T-Shirt rum. Ich schaue von der legendären Brücke aus den Bungy-Springern zu, die gut 50 Meter in die Tiefe stürzen und habe so schon Angst genug. Selbst traue ich mich leider nicht. Also kein T-Shirt für mich…

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Kawaru River

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Die legendäre Kawaru Bridge



Flug zum Milford Sound

Von Queenstown sollte man unbedingt einen Abstecher zum berühmten Milford Sound an der Westküste im Fjordland National Park machen. Der Milford Sound ist die unzugänglichste, einsamste Ecke Neuseelands, über den Landweg von Queenstown stolze 300 km entfernt. Möglich als sehr langer Tagestrip per Bus oder natürlich per Mietwagen. Schneller und einfacher (und teurer) geht es per Flugzeug. Wir steigen am Queenstown Airport in eine kleine Propellermaschine mit 8 Plätzen. Mir wird der beste Platz vorne neben dem Piloten zugewiesen. Ich verwechsle leider die Seite und nehme auf dem Pilotensitzplatz. Das finden die restlichen Passagiere nicht so lustig und bitten mich doch den Chef ans Steuer zu lassen.

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Meine Propellermaschine


Der Flug von Queenstown über die Südalpen zum Milford Sound dauert 40 Minuten und ist einfach nur atemberaubend. Unendliche Weite, Wildnis, Berge und Gletscher wohin das Auge reicht. Auch der Anflug in den Fjord ist spektakulär.

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Einzigartige Aussicht über die Südalpen


Am Ende des Fjords landen wir auf einer kleinen Wiese und begeben uns auf ein Boot, das uns ein paar Stunden über den riesigen Milford Sound bis hinaus aufs offene Meer schippert. Das Panorama ist traumhaft, die Berge um den Sound ragen bis fast 1700 Meter hoch, riesige Wasserfälle stürzen über die Steilwände hunderte von Metern in die Tiefe. Ein paar Kajakfahrer sind unterwegs und wagen sich erstaunlich nahe an die Wasserfälle heran. Wenn man Glück hat, kann man im Fjord auch Delfine und Orcas beobachten. Uns zeigen sich leider nur ein paar Robben. Und unzählige Mücken…

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Aussicht Richtung Südalpen

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Aussicht Richtung Meer

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Die Wasserfälle von Mindon Sound


Die Bootsfahrt ist viel zu schnell vorbei. Schade, dass wir nicht die Ausflugsoption mit Übernachtung auf dem Schiff gebucht haben. Für den Rückweg kommen wir wieder in den Genuss über die Fjorde, Berge und Seen zu fliegen und landen nachmittags wieder sicher in Queenstown. Im Landeanflug sehen wir den Lake Wakatipu auch einmal in seiner ganzen Länge. Allein wegen des unvergesslichen Fluges hat sich der Trip gelohnt!


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