Stefan auf Rundreise durch Rumänien



Eine Rundreise durch Rumänien bedeutet vor allem ein Trip durch diverse und zum Teil unberührte Landschaften. Angefangen hat mein Trip erst einmal in der Hauptstadt Bukarest. Die anschließenden Stationen meiner Reise, wo ich in Ferienunterkünften und auf einem Schiff übernachtet habe, waren die Donau Schluchten an der rumänisch-serbischen Grenze, das Maramures Gebiet im Norden von Rumänien, Transsilvanien und letztendlich das Donaudelta.

Zwei Wochen Zeit bzw. Sommerurlaub habe ich mir genommen, um diese Reise durch ein Land voller Überraschungen zu unternehmen. Die Recherche und das Planen meines Urlaubs in Rumänien haben, dank des Internets, nicht lange gedauert. Es gibt viele, die schon mal einen ähnlichen Trip durch Rumänien gemacht - und darüber zum Teil sehr detailliert in Blogs berichtet haben. Anhand der ganzen Informationen konnte ich mir meinen eigenen Trip-Plan zusammenstellen, den ich nach kurzer Zeit auch schon realisieren konnte. Falls Ihr Lust bekommt auch mal eine Rundreise durch Rumänien zu machen, hoffe ich, dass Euch dieser kurze Reisebericht dabei helfen und inspirieren kann.

Roadmap.jpg
Roadmap unserer Tour



Bukarest

Nach meiner Landung am internationalen Flughafen Otopeni (15 km nördlich von Bukarest), habe ich mich mit einem Taxi direkt zu meiner Unterkunft in die Innenstadt von Bukarest aufgemacht. Ein Auto brauchte ich in Bukarest nicht. Tageskarten für die öffentlichen Verkehrsmittel waren angenehm, vollkommen ausreichend und sehr empfehlenswert.

Mein erstes Ausflugsziel war die alte Innenstadt, die Lipscani genannt wird. Die Innenstadt wird oftmals als kleines Paris bezeichnet, was man - sofern man schon mal in Paris war - sofort bestätigen kann. Den Vergleich könnte man auch ziehen, wenn man den Triumphbogen sieht, welcher ein etwas kleiner Nachbau des originalen Arc de Triomphe aus Paris ist. In Lipscani lohnt es sich eines der vielen Straßenkaffees zu besuchen und einen originalen, von den ehemaligen osmanischen Besetzern übernommen, Mocca Kaffee zu trinken und das doch einfache Leben in einer zwei Millionen Metropole zu genießen. Ein weiteres Ausflugsziel von vielen, das sehr erwähnenswert ist, ist der Parlamentspalast. Früher auch „Haus des Volkes“ genannt, ist es das größte Gebäude Europas und bis vor wenigen Jahren das zweitgrößte Gebäude der Welt - nach dem Pentagon. Ein wirklich immenses und beeindruckendes Gebäude, wenn man davor steht. Im Gebäude selbst sieht man Marmor, Gold, Seide und Kristall soweit das Auge reicht. Wie von außen ist demnach auch das Innere des Gebäudes sehr beeindruckend. Im Hinterkopf hatte ich aber auch immer die Gedanken, wie sehr das Volk des früheren, größenwahnsinnigen Diktators Ceausescu, für das Haus des „Volkes“ gelitten und gehungert haben, wie ich Vorort von unserem Reiseführer mitbekommen habe.
Nach zwei Tagen in Bukarest habe ich mir ein Auto gemietet, um das Land weiter zu bereisen.



Donau Schluchten

Rund 350 km westlich von Bukarest, für die man mit dem Auto etwa fünf Stunden braucht, liegen die Donau Schluchten. Ein wirklich wunderschönes und beeindruckendes Gebiet, welches man am besten so wie ich mit dem Schiff durchfahren sollte. Eine der sehenswertesten Stellen war, das Eiserne Tor, eine sehr berühmte Durchbruchstelle und Staumauer der Donau. Entlang der Flussstraße türmen sich rechts und links riesige Felsen auf, die zum Teil im rechten Winkel zum Wasser stehen und bis zu 200 Meter in den Himmel ragen. In so einen Felsen befindet sich auch die Statue des Decebalus, dem letzten Herrscher der Daker (Vorfahren der Rumänen). Die Statue ist 40 Meter hoch und wurde von 1994 bis 2004 von insgesamt 12 Bildhauern erstellt.
Weiter ging es dann, ebenfalls mit dem Auto, vom Süden Rumäniens in den Norden. Genauer gesagt in das etwa 500 km entfernte Maramures.



Maramures

Angekommen in Maramures, der nördlichsten Provinz Rumäniens, hatte ich sofort den Eindruck, als wäre die Welt dort stehen geblieben. Die Menschen waren sehr freundlich und man hatte das Gefühl als wüssten sie gar nicht was Stress ist. Dass die Menschen dort „anders“ sind merkte ich vor allem daran, als ich den „fröhlichen Friedhof“ besuchte. Ein weltweit einzigartiger Friedhof, in dem die traditionellen hölzernen Grabstellen mit handgemalten Bildern der Verstorbenen und mit lustigen Versen zu deren Leben, verziert wurden. Wunderschön und sehenswert sind auch die zahlreichen Holzkirchen in der Region, die 1999 zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt wurden. Um von Holzkirche zu Holzkirche zu gelangen, sollte man am besten die Wassertalbahn nehmen. Eine schmalspurige Waldbahn, die von einer alten Dampflock gezogen wird und zum Teil immense Höhenunterschiede durch urige Wälder überwindet. Die Wassertalbahn ist die letzte regulär betrieben Waldbahn Rumäniens.

Um in den rumänischen Gebirgen zu bleiben, bin ich den Südkarpaten entlang bis nach Transsilvanien gefolgt.



Transsilvanien

Die meisten denken bei Transsilvanien sofort an Dracula und Vampire. Dabei hat Transsilvanien einiges mehr zu bieten, von dem man in der Regel in Deutschland gar nichts weiß. Das grüne- oder dunkle Gebirge Europas, wie es oftmals genannt wird, begrüßte mich direkt mit den endlos erscheinenden Wäldern und der unglaublich frischen Luft. Transsilvanien ist meiner Meinung nach nahezu perfekt zum Wandern. Durch Schluchten und Täler bin ich kilometerweise gewandert und bei einheimischen Bauern und Hirten habe ich gerastet, um traditionellen Käse und Wurst zu essen sowie einen hausgemachten Rotwein zu trinken. Ein wirklich unvergessliches Erlebnis. Man braucht eigentlich gar keine bestimmten Punkte oder Sehenswürdigkeiten zu planen, die man abklappern muss, denn der Weg ist sprichwörtlich das Ziel besonders in den urigen Gebirgen Transsilvaniens. Das größte und unvergesslichste Erlebnis, das ich dort hatte, war als ich in der Nähe von Brasov (dt. Kronstadt) einen Bär in freier Natur gesehen habe. Die Einheimischen meinten, dass es nicht selten sei, einen Bär in den Wäldern Transsilvanien zu sehen. Bisher kannte ich Bären nur aus Zoss, hinter Gittern oder dickem Panzerglas weggeschlossen und deshalb war ein Bär in seiner natürlichen Umgebung so etwas Besonderes für mich.

Nach den Abenteuern in Transsilvanien ging es weiter, etwa 400 Km Richtung Osten, zur letzten Station meiner Rumänien Rundreise: dem Donaudelta.



Donaudelta

Angekommen in Tulcea, wo das Donaudelta beginnt, habe ich mich einer zweitägigen Schiffstour angeschlossen. Diese führte mich quer durch das Donaudelta bis hin zur Mündung ins Schwarze Meer. Das Donaudelta ist das größte Delta Europas und besitzt die größte Artenvielfalt an Vögel und Fischen des gesamten Kontinents. Eine Landschaft, die ihres gleichen sucht. Mit dem Schiff, auf dem wir inklusive des Kapitäns zu acht waren, sind wir durch die verschiedensten Kanäle gefahren, bei denen ich mich fühlte, als wäre ich im Amazonas und nicht mehr in Europa. Auf dem Schiff hatten einige Angeln dabei, mit denen wir auf Raubfischjagd gehen konnten, denn für kapitale Hechte und Welse ist das Donaudelta berühmt. Unser Kapitän, der zugleich auch unser Koch auf der Schiffsreise war, entzückte uns an beiden Tagen mit kulinarischen Fischköstlichkeiten. Er hat uns vor dem Abschied eine Fischsuppe zubereitet, oiriginal mit Wasser aus der Donau. Er meinte, dies sei die traditionelle Art im rumänischen Donaudelta. Wieder eine einzigartige Erfahrung, wie auch viele zuvor auf meiner Rundreise durch Rumänien!

In den zwei Wochen, in denen ich durch Rumänien gereist bin, habe ich einiges erlebt, was ich nie vergessen werde. Es waren zwei Wochen in einem Land, über das man bei uns in Deutschland viel zu wenig weiß und das aber für jeden eine Reise wert ist. …Zwei Wochen, die viel zu schnell vorbei gegangen sind. Aber ich komme auf jeden Fall wieder!


Folge uns

Neuigkeiten von HomeAway FeWo-direkt auf Facebook.


Newsletter abonnieren

Erhalten Sie die aktuellsten Neuigkeiten

Ferienhaus-Suche

Finden Sie das perfekte Domizil für Ihren Urlaub