Kerstin und das Inselhopping in Griechenland



Eine Kykladentour – oder – wie hoppt man am besten von einer griechischen Insel zur Nächsten...

Wir - 3 Freundinnen - treffen uns am Frankfurter Flughafen, bepackt mit 15 kg schweren Rucksäcken, um uns gemeinsam auf den Weg zu den griechischen Kykladen zu machen. Nach reichlich Abschiedstränen (immerhin sehen wir unsere Lieben nun ganze 3 Wochen nicht), werden wir auch schon von der Passkontrolle abgelenkt: Tinas Reisepass ist abgelaufen ... der grinsende Grenzbeamte Udo hat`s bemerkt! Sie nicht! Für ne Hand voll Euros gibt es zwar eine neue Identität, dafür aber keinen (!) Kaffee mehr in der Abflughalle ….

Nach einer Zwischenlandung in Thessaloniki geht es weiter nach Athen. Uff – ist das heiss hier!
In Athen angekommen fahren wir Bus, U-Bahn und wieder Bus, bis wir endlich in dem schönen Hafen Rafina angekommen sind. Der Ticketverkäufer stirbt fast vor Coolness, lässt sich aber schlussendlich doch noch dazu herab uns die Tickets zu verkaufen. Mittlerweile ist es stockdunkel und wir genehmigen uns erst einmal gegrillte Maiskolben und ein kühles Bier nach diesem ereignisreichen Tag! Anschließend gönnen wir uns ein Taxi um auf den Campingplatz zu kommen und fallen sofort schlaftrunken in unsere Zelte.


Am frühen Morgen geht es mit der Superferry weiter in Richtung Andros – unsere erste Insel und die zweit grösste Kyklade. Nach dem ersten Strandtag am Meer gibt es das berühmte Tzatziki mit Amstel Bier zum Abendessen. Am nächsten Tag steht auch schon die erste Sightseeing Tour fest – auf dem Programm stehen der hellenistische Rundturm Tourlitis und das Städtchen Kafira. Irgendwie ist es heute heisser als gestern! Wir gönnen uns einen leckeren Frappé, den es an jeder Ecke zu kaufen gibt, und essen dazu Feta in Blätterteig - sehr lecker!

Noch am selben Nachmittag führen wir unser Inselhopping fort und landen auf der nahe gelegenen Insel Tinos. Die Einfahrt in den Hafen bietet einen schönen Anblick auf das kleinstädtische Örtchen, mit einem grossen Bergmassiv im Hintergrund. Der Berg –Exomvourgo – ist die grösste Festung der Ägäis und bot schon damals Schutz für bis zu 8.000 Personen! Tinos ist bekannt für seine Taubenhäuser und Wallfahrtskirchen. Wir trauen unseren Augen kaum, als einige der Griechen damit beginnen, auf Knien von Bord zu „gehen“… Unter den Gläubigen ist es Brauch, die komplette Prozessionsstrasse zur Wallfahrtsbasilika auf Knien zurück zu legen. Wir probieren es auch – müssen jedoch bereits nach 5 Minuten wieder unsere Knie gegen unsere Füße eintauschen - der Asphalt ist einfach zu heiss und zu hart!!! Oben angekommen, küssen die Gläubigen ganze Teile der Inneneinrichtung. Wir fragen uns, welches denn nun eigentlich die heilige Ikone ist – wenn hier gleich ALLES geküsst wird? Wir sind von soviel Religiosität beeindruckt und suchen erst einmal unseren Campingplatz auf. Dieser erweist sich als Streichelzoo – es gibt hier Enten, Vögel, Hunde, Katzen und sogar einen schönen Esel, den wir prompt “Adonis“ taufen und ihn umgehend zu unserem Haustier erklären.

Esel - Adonis.jpg



Langsam bekommen wir wieder Hunger und suchen eine gemütliche Taverne auf: Greek-Salad – welcher der Erste von Vielen sein soll... Selbst ein Stromausfall im Örtchen Tinos beunruhigt hier keinen, also lassen auch wir uns nicht beunruhigen und essen gemütlich unseren Salat zu Ende.

Auch auf Tinos suchen wir am nächsten Tag den Strand auf und entscheiden uns für die Kolimbithra-Bucht! Wir verbringen den Tag faul an diesem kleinen, aber feinen Strand. Auf der Rückfahrt im Bus unterhält ein Grieche die gesamte Fahrt über die Reisenden mit seinem Gesang – sowas passiert auch nur in Griechenland.

Dieses Mal gönnen wir uns zum Abendessen einen selbst gemachten Obstsalat – sehr lecker! Wir entschliessen uns noch zu einer abendlichen Wanderung an die sehenswerte Steilküste – trotz starkem Wind lassen wir uns nicht davon abhalten einige Fotos zu machen. Die Resultate sehen dementsprechend witzig aus.


Am nächsten Tag steht der Berg Exomvourgo auf unserem Programm. Wir nehmen dieses Mal zwar den richtigen Bus – aber die falsche Ausstiegsstelle und landen somit nicht auf dem angestrebten Berg, sondern im Kloster Kechrovowni. Nachdem unsere Strandtücher spontan zu Wickelröcken umfunktioniert wurden, können wir uns trotzdem noch die freundliche Anlage mit vielen Nischen, Blumentöpfen und Gewürzständen anschauen.

Noch am Abend bauen wir eilig die Zelte ab und erwischen, der griechischen Unpünktlichkeit sei Dank, die Fähre in Richtung Mykonos. Am Hafen angekommen überfallen uns die Zimmervermieter wie Hyänen, aber wir bleiben bei unserem Vorhaben nur auf Campingplätzen zu übernachten. Also auf zur nächsten Busstation und in Richtung „Paradise Beach & Camping-Place“. Dieses Mal muss das Zelt schon stärker befestigt werden – es gibt verflixt viel Wind! Nach diesem Kraftakt wollen wir uns mit ein wenig Erholung am Strand belohnen – ups, hier ist es aber ganz schön voll! Wir sind anscheinend einfach zu verwöhnt durch die anderen Strände und haben für einen kurzen Moment verdrängt, dass Mykonos ja die bekannteste Insel auf den Kykladen ist.

Mykonos.jpg



Am Abend ist dann die lang ersehnte Shoppingtour angesagt und wir werden nicht enttäuscht. In traumhaft schönen Gässchen, die kreuz und quer durch Mykonos führen, gibt es scheinbar endlos viele Schmuck- und Taschenläden. Auch shoppen macht bekanntlich hungrig... wir finden eine Taverne, mit wunderschönem Ausblick – oder ist das eine Filmkulisse? Am Abend geht es dann weiter auf eine Moonlight-Party….die gibt es schon seit 1969. Wir vermuten Flower-Power Musik a la „Love,peace & happiness“ - weit gefehlt, das Corona lässt uns die Techno-Musik etwas leichter ertragen, die vielen Mücken unterstützen uns bei der Entscheidung, den Weg zum Campingplatz möglichst bald anzutreten.

Insel Delos.jpg



Am nächsten Morgen steht ein Ausflug auf die Insel Delos auf dem Plan. Mit einem kleinen Ausflugsboot geht es stark schwankend auf die Insel zu. Der unbewohnten Insel Delos schreibt man magische Kräfte zu – weshalb wir den Aberglauben annehmen und uns den gesamten Tag nur barfuss fortbewegen... man sagt es sei besser um die Energie richtig aufzunehmen! Wir durchschreiten Jahrtausend alte Ausgrabungsstätte wie den Apollon-Tempel, die Löwenstrasse, das Haus der Delphine und Masken….. Es ist für uns nur schwer vorstellbar, dass hier bis zu 20.000 Menschen gelebt haben, uns kommt die Insel relativ klein vor. Um Punk 15:00 Uhr wird Delos geräumt und wir schaukeln mit unserem Boot wieder nach Mykonos zurück.

Ein letzter Abend in der bunten und geschäftigen Stadt von Mykonos steht uns bevor, am nächsten Tag geht es weiter nach Naxos.

Insel Paros.jpg



5.000 Leute versuchen auf dem Weg nach Naxos gleichzeitig auf die Fähre zu gelangen….wir schaffen es aber trotzdem auf das oberste Deck und schauen uns beim Zwischenstopp die Insel Paros sozusagen „von oben“ an.

Nach einer scheinbar endlosen Fahrt kommen wir endlich auf Naxos an und wählen den Campingplatz „Maragas“. An einem der schönen Strände der Insel entfacht sich ein Wettbewerb im Sandfiguren bauen: Der Gewinner bekommt den Preis „Das goldene Sandkorn“. Weit vorne im Rennen sind die Schildkröte “Akropolis“ und der Haifisch “Fridolin“.

Strand von Naxos 2.jpg Strand von Naxos.jpg

 

Am Abend essen wir zum ersten Mal einen gegrillten Oktopus, der zuvor auf normalen Wäscheständern zum trocknen aufgehängt wird - das Essen schmeckt trotzdem sehr lecker! Zum Nachtisch gönnen wir uns traditionell einen Ouzo! Schließlich sind wir ja in Griechenland...

Naxos bietet uns tolle Sehenswürdigkeiten: Das archäologische Museum und die Altstadt sind unbedingt zu besichtigen! Auch eine Bustour zum Apollon durch die Tragea-Ebene sollte man sich nicht entgehen lassen – aber eigentlich wollen wir endlich die Kouroi Statuen von Naxos sehen. Nach einem kurzen Anstieg über eine Treppe liegt er direkt vor unseren Füssen. Wir untersuchen den Stein: Gibt es da auch wirklich keinen Materialfehler??

Naxos Sehenswürdigkeiten.jpg



Nachdem wir nun Naxos gründlich erforscht haben, freuen wir uns schon auf die nächste Insel: Amorgos. Da wir mitten in der Nacht um 03:00 Uhr ankommen bauen wir im stockdunklen mittlerweile geübt unser Zelt auf. Endlich schlafen! Am nächsten Morgen werden wir durch Geschirrgeklapper und laute Radiomusik geweckt – ungewollt haben wir unser Zelt direkt neben der Taverne vom Campingplatz aufgestellt – prima! Aber wenn wir schon mal wach sind, dann gönnen wir uns ein schönes Frühstück: Griechischer Yoghurt mit Honig oder wahlweise mit Früchten.

Kauend beschliessen wir unser erstes Ausflugsziel auf Amorgos: Das Felsenkloster Panagia Chozoviotissa, welches in der Bucht von Agia Anna liegt. Wir wissen jetzt, warum gerade hier der Film “Im Rausch der Tiefe“ (“The deep blue“ – “Le grand bleu“) gedreht wurde. Das Wasser hier ist unendlich klar und in allen Blauschattierungen zu bewundern – grosse Felsen liegen teilweise über- und unter Wasser. Ein verlockender Anblick, dem wir natürlich nicht widerstehen können! Umgehend hüpfen wir gleich von den Felsen aus ins kühle Nass und fühlen uns wie ein Delphin im Wasser! Dieses Mal nehmen wir unser Abendessen (hmmmm - lecker Calamaris) in einer gemütlichen Taverne nahe am Wasser unter einem ausladenden Baum ein. Der Film „The deep blue“ wird hier jeden Abend gezeigt und wir überlegen, ob wir nicht gleich hierhin auswandern sollten. Was spricht schon dagegen?

Doch wir entscheiden uns weiter zu ziehen und peilen die Insel Paros an. Hier erlauben wir uns ein paar nette Strandtage und wundern uns über die Salzwasserduschen auf dem Campingplatz. Nachdem wir uns ausgiebig ausgeruht haben und uns bei soviel Erholung schon ein wenig langweilig geworden ist, ziehen wir mit der Fähre weiter auf die Insel Serifos. Bei dem Zwischenstopp an der Insel Sifnos entscheiden wir uns spontan von Bord zu gehen – irgendwie hat es uns diese kleine Insel direkt angetan und wir hüpfen von Bord. Unsere Spontanität wird belohnt: Sifnos ist ein kleines Paradies. Das Grün der Insel und die kleinen Strände machen einen fast unberührten Eindruck und das kleine Dörfchen wirkt noch ganz verschlafen. Ein deutlicher und angenehmer Unterschied zu den eher touristischen Inseln wie Mykonos. Beim Abendessen sitzen wir samt Tisch und Stühlen direkt am Strand und das Meer umspült dabei unsere Füsse….was will man mehr?

Leider läuft uns die Zeit davon und wir müssen schon wieder an die Heimreise denken. Also machen wir uns auf in Richtung Festland zum Hafen nach Piräus, um von dort nach Athen zu reisen. In Athen angekommen gönnen wir uns ein Frühstück an den Füssen der Akropolis, bevor wir unser Sightseeing Highlight selber erklimmen. Zwischen den anderen Touristen und Reisegruppen bewundern wir die beeindruckenden Bauwerke, den wunderschönen Marmor und staunen über die verschiedenen Tempel, deren Säulen und Fassaden. So viel Bewunderung kann schon mal müde machen - als wir uns eine kurze Pause gönnen, schläft Uschi auf ihren Rucksack ein. Eine Ordnerin weist uns umgehend darauf hin, dass es respektlos wäre, auf der Akropolis zu schlafen. Also wecken wir unsere Freundin schnell wieder auf, die uns ihrerseits nörgelnd darauf hinweist, dass die Eintrittspreise auch “respektlos“ sind. Trotzdem können wir die Stimmung wieder aufhellen, indem wir den grandiosen Ausblick über Athen geniessen und mit reichlich Fotos festhalten.

Athen.jpg



Und damit sind auch schon 3 Wochen Inselhopping auf den Kykladen vorbei. Wir steigen wehmütig ins Flugzeug und zurück bleibt nur eine Frage – welche war nun die schönste Insel?


Folge uns

Neuigkeiten von HomeAway FeWo-direkt auf Facebook.


Newsletter abonnieren

Erhalten Sie die aktuellsten Neuigkeiten

Ferienhaus-Suche

Finden Sie das perfekte Domizil für Ihren Urlaub