Pamela auf Entdeckungstour am Gardasee -
Familienurlaub ohnegleichen!



Eigentlich gehörten wir immer zu den Reisenden der Kategorie "Hauptsache fern, exotisch und viel erleben". Jetzt saßen wir hier zu dritt und schon bei der aktuellen Urlaubsplanung war klar, wer hier neuerdings die Hosen an hat - unser kleiner Sohn Jannik, gerade mal ein paar Monate alt. Also nicht so weit, sollte das Reiseziel diesmal sein und gut erreichbar mit dem eigenen Auto. Schließlich muss man so ziemlich das gesamte Baby-Equipment einpacken - vom Kinderwagen hin zum Lieblingsgläschen. Bei der Frage nach einem familienfreundlichen Reiseziel, konnte nur eines auf den Plan rücken: Italien! Nirgendwo sonst sind doch die Menschen so verrückt nach kleinen, lockigen Blondschöpfen, hier reicht ein charmantes Lächeln, um alle um den Finger zu wickeln. Nach Bibione, wo ich mit meiner Familie als Kind oft hingefahren bin, war es uns von Kassel allerdings zu weit. Also fiel unsere Wahl auf den Gardasee: mit 900 Kilometern gerade noch nah genug für eine entspannte Anreise ohne Übernachtung. Ein Appartement mit Kinderpool war schnell gefunden. Und trotz der großen Vorfreude, musste ich mich doch manches Mal über mich selbst wundern: Es wird ein See! Ich verbringe meinen Sommerurlaub nicht am kilometerlangen Traumstrand von Florida oder in einer aufregenden Metropole wie Bangkok, sondern an einem See! Genauer in Peschiera del Garda am südlichen Zipfel in der Provinz Verona.



Die Anreise - Zehn Stunden im Familien-Kombi

Zehn Stunden im Familienkombi sind ja irgendwie auch gemütlich. Zumindest gemütlicher als in einem Flieger, wo man sich in seinem Sitz kaum bewegen kann. Ohne Schuhe hat Frau es sich bequem gemacht und sie könnte eigentlich auch jederzeit aufs Klo, wenn er nicht das Kommando am Steuer hätte: "Komm, die nächsten 50 Kilometer schaffst Du auch noch!" Während mein Mann fährt, versorge ich die Familie! Der Kofferraum ist bis oben voll gestopft, die Kühlbox ebenso. Natürlich hat erst durch Anlegen von weiblicher Zauberhand alles in die Familienkutsche hineingepasst. Man könnte meinen, Männer wollen mit ihren Packversuchen Frauen dazu bringen, immer nur die Hälfte mitzunehmen. Aber letztendlich haben selbst meine Nordic-Walking-Stöcke noch ihren Weg ins Auto gefunden.

Trotz der langen Fahrt, war unser Baby überwiegend gut gelaunt. Vielleicht lag es an den vielen kleinen Schläfchen zwischendurch oder der erstklassigen Interpretation von Karel Gotts "Biene-Maja", welche Mama und Papa voller Inbrunst trällerten. Nur die letzte Stunde mussten wir den Kurzen mit Keksen bestechen. Aber da waren wir auch schon kurz vorm Zieleinlauf: Willkommen in Peschiera del Garda.



Erkundungstour in Peschiera del Garda

Peschiera del Garda liegt am Südostufer vom Gardasee, wo es nicht ganz so hügelig ist: der perfekte Ort für einen Urlaub mit Kinderwagen. Es ist ein kleines Städtchen mit etwa 10.000 Einwohnern und bezaubert durch die engen Gässchen, die hübschen Restaurants und kleinen Lädchen. Ein kleiner Yachthafen, die Festungsanlage sowie die vielen Kanäle sorgen für pittoreske Postkartenmotive. Auf einer Promenade entlang des Flußufers lässt es sich mit Kind und Kegel gemütlich flanieren. Schnell waren all meine Vorbehalte über Bord geworfen. Hier lässt es sich die nächsten beiden Wochen spielend aushalten! Leckere, aber auch nicht die aller preisgünstigsten Restaurants erwarteten uns an der Uferpromenade. Aber Vorsicht Kostenfalle: In einem Restaurant wurde uns gleich für unser neunmonatiges Kind ein Gedeck hingestellt und dafür zwei Euro berechnet. Trotz der Fragezeichen in unserem Gesicht, was unser Kleiner mit Messer und Gabel anrichten soll, haben wir brav die üppige Rechnung beglichen. Empfehlen können wir das Ristorante La Plume in der Via Risorgimento - mit einer großen Auswahl an italienischen Nudel-, Antipasti- und Grillgerichten.

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Gardasee

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Yachthafen von Peschiera del Garda

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Peschiera del Garda

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Peschiera del Garda La Plume



Papa im Outlet-Wahn: Willkommen in Italiens Shoppingdörfer

Manchmal frage ich mich, wer eigentlich die Frau in unserer Familie ist. Mein Mann hat eindeutig mehr Schuhe und Klamotten und schon am zweiten Tag den Wunsch geäußert, einen Abstecher in die 60 Kilometer entfernte Shoppingmall zu unternehmen: in das Fanciacorta Outlet Village. Hier gibt es von Calvin Klein , über Nike und Triumph bis hin zu Hilfiger mehr als 100 Fashion-Läden. Für Papa und Sohn gab es neue T-Shirts! Die Mall ist hübsch angelegt und daher auch für Shopping-Muffel wie mich einen Bummel wert. Wer meinen Mann kennt, weiß, dass es nicht bei einer Mall bleibt. Wenige Tage später fanden wir uns in der Mantova-Mall wieder, die ein sehr ähnliches Angebot an den Tag legt. Wer es darauf anlegt, findet noch unzählige weitere Einkaufsmöglichkeiten und prima italienische Mode. Am besten man erkundigt sich vorher im Netz, wo es die Lieblingsgeschäfte gibt.

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Mantova Mall



Sirmione - historisch und facettenreich

Wer einen Urlaub am Gardasee plant, kommt um Sirmione nicht herum. Der Ort liegt am Südufer des Gardasees auf einer Halbinsel und gehört zur Provinz Brescia. Insbesondere die Altstadt mit den engen Gassen und den ruhigen Plätzen sowie den unzähligen Boutiquen und Cafés ist sehenswert. Die lebhafte Piazza Carduzzi lädt zum Verweilen ein, wobei die Restaurants dort nahezu unbezahlbar sind. Besonders beeindruckend ist das Scaligerkastell - eine Festungsanlage aus dem 13. Jahrhundert, die den Ort vom Festland trennt und das Tor zur Altstadt öffnet. Gerade ältere Kids können hier ihrer Fantasie freien Lauf lassen. In einer ruhigen Seitengasse haben wir übrigens ein schönes Lokal gefunden, wo wir lecker speisen konnten. Also lieber einmal mehr um die Ecke gehen - leckere italienische Küche zu moderaten Preisen ist vor allem abseits der lebhaften Plätzen zu finden.

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Piazza Carduzzi Sirmione

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Scaligerkastell in Sirmione

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Scaligerkastell Sirmione Seitenansicht



Venedig mit Kinderwagen? Niemals!

Vielleicht erklären uns einige Leute für verrückt, aber wer konnte denn ahnen, dass es in Venedig so viele Treppen gibt? Brücken ja, aber die kann man ja schließlich auch ohne Stufen bauen. Zu spät, das Auto ist geparkt und wir sind mittendrin - im Labyrinth der Gassen und Kanäle. Der eigentliche Grund für unseren Besuch ist nicht etwa die weltberühmte Rialto-Brücke oder der Markusdom - sondern das Hardrock Café im Herzen der Lagunenstadt. Schließlich sammeln wir die Shot-Gläser der Restaurant-Kette und können schon mit Mitbringseln aus Bangkok, Cozumel und anderen exotischen Hardrock-Café-Stätten aufwarten. Mehr als einmal haben wir ein Ausflugsziel danach ausgewählt und so gehörte Venedig auch ganz klar auf unsere Liste. Doch nicht eine Sekunde haben wir daran gezweifelt, dass es mit Kinderwagen mühselig werden könnte, die Stadt zu erobern. Ich hatte den Stadtplan und wollte uns zielsicher durch die Gassen zum "Bacino Orseolo" manövrieren. Doch schon nach wenigen Metern und 20 Kanalüberquerungen hatten wir uns gnadenlos verlaufen. Am Ende benötigten wir fast 1,5 Stunden, in denen wir den Kleinen gefühlte 100mal aus dem Kinderwagen genommen, selbige über die jeweilige Brücken geschleppt und wieder vereinigt haben. Völlig fertig erreichten wir unser Ziel, wo wir schließlich feststellten, dass wir es auch hätten leichter erreichen können - mit einem Wassertaxi ging es zurück.

Die schönsten Sehenswürdigkeiten haben wir natürlich trotzdem in uns aufgesogen. Die Lagunenstadt beeindruckt durch die Vielzahl an prachtvollen Bauwerken und Plätzen, die jetzt auch unser Fotoalbum schmücken: von der Kirche Santa Maria della Salute, über die Basilica di San Marco, dem Campanile di San Marco bis hin zum Dogenpalast. Hier gibt es Unzähliges zu entdecken und ein Venedig-Besuch ist in jedem Fall ein Muss für jeden Italien-Urlauber.

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Blick von Rialto Brücke in Venedig

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Markus Platz in Venedig

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Hardrock Cafe in Venedig

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Irgendwo in Venedig



Verona - nicht ohne meinen Tigger

In den ersten aufregenden Tagen am Gardasee musste ich immer wieder staunen, wie viel Abwechslung die Region bietet. Und egal, wo man sich gerade befindet: Die Menschen sind absolut gast- und kinderfreundlich. Unser kleiner Charmeur fühlte sich daher auch pudelwohl - erst recht, als er seinen neuen Freund in die Arme schließen konnte: Tigger aus dem Disney-Shop in der Via Mazzini im 20 Kilometer entfernten Verona. Hier ist die Auswahl an Kuscheltieren riesig, aber Tigger hat unserem Kleinen von Anfang am besten gefallen. Und so durften wir nur noch die beiden gemeinsam durch die Gassen Veronas kutschieren. In Verona gibt es allerdings noch mehr zu entdecken: zum Beispiel das römische Amphitheater, welches man für 6 Euro pro Person tagsüber besichtigen kann. Ob sich der Eintritt lohnt? Na ja, die Opernfestspiele in den Abendstunden sind sicherlich beeindruckender als die Bau- und Aufräumarbeiten bei Tageslicht. Aber immerhin gibt es in der Via Capello 23 auch noch den berühmt-berüchtigten Balkon, der angeblich als Kulisse für "Romeo und Julias"-Liebesgeschichte gedient haben soll. Alles nur Fake, aber die Touristen lieben die Romantik-Pilgerstätte und hinterlassen dort ihre Liebesbriefe. Mehr noch lohnt der Abstecher zur Piazza delle Erbe, wo täglich Markt ist und italienische Köstlichkeiten und Souvenirs eingeheimst werden können. Beeindruckend sind auch die beiden Torbögen der "Portoni della Brà", die die Piazza Brà nach Süden abgrenzen.

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Blick auf das Amphitheater von Verona

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Portoni della Bra Verona

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Hausfassade in Verona



Über die Weinberge von Verona nach Lazise

Unsere Tour ist an diesem Tag noch nicht zu Ende. Von Verona geht es über Weinstraßen in das Dörfchen Lazise, das komplett von einer Stadtmauer aus dem 13. Jahrhundert umgeben ist und nur durch drei Stadttore erreicht werden kann. Nach dem Touristentrubel in Verona geht es hier selbst auf der großen Piazza beschaulich zu. Hübsch anzusehen ist San Nicolò. Die Kirche aus dem 12. Jahrhundert steht direkt am Hafen und ist für ihre einmaligen Fresken bekannt.

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San Nicolo Lazise



Salò - unsere letzte Station

Die längste Uferpromenade des Gardasees in Salò am Westufer konnten wir uns auch nicht entgehen lassen. Viel zu sehr haben wir unsere ausgiebigen Spaziergänge am Seeufer lieb gewonnen. Ein Café reiht sich an das nächste, Bänke laden zum Verweilen ein, Fischerboote schaukeln sanft im Wasser. Hier kann man es sich einfach gut gehen lassen. Der ideale Platz für alle Eltern, die jeden Morgen um 06.00 Uhr aufstehen müssen - Urlaub hin oder her, den gibt es halt für junge Eltern nur bedingt.

 

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Uferpromenade von Salo

Dafür entschädigt uns der Gardasee mit einer traumhaften Kulisse, prächtigen Bauten, wunderschönen Plätzen und feinen Cafés - und unser Kleiner mit einem Lächeln, wenn er wieder seinen Tigger im Arm hält! Übrigens war nicht nur der Urlaub, sondern auch die Reisezeit perfekt. Mitte Juni ist das Wetter mild und die Orte und Sehenswürdigkeiten noch nicht so überlaufen.

Unser Fazit kann daher nur lauten: Gardasee gerne immer wieder!

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