Dieser Regionenbericht wurde erstellt von Susanne Neven, A Casa da Eira
Urlaub in Galicien
Im Norden von Portugal und im Nordwesten Spaniens liegt ein kleines Land - kaum 3 ½ Autostunden von Nord bis Süd - voller Kontraste und Überraschungen an jeder Wegkreuzung: Galicien.
Ganz Galicien ist eine Symphonie in Grün durch sein vom Atlantik beieinflusstes Klima. Allerdings gibt es auch Binnenlandregionen (Ourense und der Südteil Lugos) die ebenfalls dem Kontinentalklima ausgesetzt sind und wo das Termometer im Sommer auch schon mal auf über 35 ºC steigt.
Die Küste Galiciens erstreckt sich über 1659km mit Kliffs von bis zu 620m Höhe und Stränden von bis zu 12km Länge. Hauptsächlich unterscheidet man zwischen den Fjorden der Rías altas (im Nordenwesten) und den Rías bajas (im Süden) sowie der Küste von Lugo ganz im Norden und an Asturien grenzend. Galicien ist das Land der 1000 Flüsse, die das hügelige bis bergige, vielfach bewaldete Binnenland durchfurchen und ständiger Begleiter der Wanderer und Radler sind. Von besonderem Interesse sind auch die tiefen Schluchten des Flusses Sil und das Ribeira Sacra Gebiet im Norden der Provinz Ourense und Süden Lugos mit einer Vielzahl an historischen Bauwerken (hauptsächlich romanischen Ursprungs) entlang der Flüsse Sil und Miño. Ribeira Sacra bedeutet soviel wie "Das Heilige Ufer" und hat sowohl landschaftlich als auch kulturell enorm viel zu bieten.
Weitere Höhepunkte für Binnenlandausflüge oder -urlaub sind die Gebirgsregionen O Courel und Os Ancares. O Courel birgt die Devesa A Rogueira, einen Wald mit einer der grössten Artenvielfalten Spaniens und Europas. Weniger bekannt ist die Grenzregion A Baixa Limia, wo sich der galizische Naturpark Serra do Xurés und der portugiesische Nationalpark O Gerês vereinen. Der Jakobsweg ist einer der bedeutendsten Pilgerwege Europas. Vielfach unbekannt ist, dass es nicht "den" Jakobsweg gibt sondern eine Vielzahl von Wegen: Camino francés (wohl der bekannteste spätestens seit Hape's Buch "Ich bin dann mal weg", Camino del Norte (an der Küste entlang), Camino de la Plata (vom Süden her über Ourense), etc.
Gastronomie in Galizien
Die wohl populärsten Speisen sind die Empanada, ein mit Fleisch, Fisch oder Meeresfrüchten gefülltes, kreisrundes, Brot- oder Blätterteig-Gebilde und der Pulpo.
An der Küste sind die Meeresfrüchte ein Muss und das varierte Angebot an Fisch.
Im Binnenland das Kalbfleisch und der Bacalao. Insgesamt basiert die galizische Küche auf sehr naturbelassener Zubereitung, mit hervoragen Produkten aber wenig elaboriert und gewürzt.
Wein aus Galizien
5 Anbaugebiete (Ribeiro, Rías Baixas, Monterrei, Valdeorras u. Ribeira Sacra)
Landurlaub: hier turismo rural genannt; umfasst Unterkünfte in Ferienwohnungen, -häusern, -apartments und Bed&Breakfast.
Land und Leute in Galizien
In Galicien zählt ausser der Staatsprache Castellano auch das Galizische als offizielle Landessprache. Dies muss bei der Strassen und sonstigen Beschilderung, die nicht immer zweisprachig ist, beachtet werden. Ein wenig Phantasie und Kentnisse anderer romanischer Sprachen sind dabei von Hilfe. Bei einem Anteil von nur 5,90% Fläche vom Gesamtspanien, weist Galizien über die Hälfte der Ortschaften Spaniens auf. Also nicht beirren lassen von dem Wirrwar der Ortsnamen, Abzweigungen, Namenswiederholungen. Übrigens Navigationsgeräte sind nur von geringer Hilfe, also auch ein bisschen auf den gesunden Menschenverstand verlassen. Man sagt von den Galiziern das sie auf eine Frage nicht mit einer Antwort sondern einer Gegenfrage antworten. Was man sonst so nicht von einer spanischen Region erwarten würde:
Die galizische Folkmusik basiert auf dem Dudelsack, Tambourin, Drehleier, etc.
Es gibt keine Stierkampfarenen (Ausnahme Pontevedra), keine Kastagnetten, keine Paella (aber viele andere Leckereien).
Ausgrabungen keltischen Ursprungs (Castros) und Megalithanlagen (Dolmen u. Mamoas)
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