Dieser Regionenbericht wurde erstellt von Hermann-Josef Hucke, Vivenda Mar e Monte
Urlaub auf den Azoren
Nur wenige haben bisher die Azoren entdeckt. Lediglich im Sommer gibt es ab Frankfurt zwei wöchentliche Direktflüge, wobei man aber auch ansonsten täglich über Lissabon dorthin fliegen kann. Diejenigen, die sich in diese Inseln verliebt haben, die dort sogar ihren Ruhestand verbringen, sind froh darüber. Sie schätzen die (noch) friedliche Idylle, die heile, so prächtige, einmalige Landschaft, das angenehme Klima und die freundlichen Azoreaner und ihre Kultur.
Drei Inseln werden täglich, zwei weitere wöchentlich von Lissabon aus angeflogen. Alle neun Inseln besitzen Flughäfen.
Jede Insel hat ihren eigenen Charakter, ist unbedingt sehenswert und ein Erlebnis.
Weniger besucht sind die kleineren und etwas abseits gelegenen Inseln Santa Maria, São Jorge, Graciosa, Flores und Corvo. Erstere überzeugt durch schöne Strandpartien und alte Bauernhäuser. São Jorge ist die Insel der "Fajas", der einsamen Küstenebenen, des aromatischsten Käses und besonders bei Wanderern beliebt. Graciosa die Insel der Windmühlen und des Höllenschlunds der Schwefelhöhle. Flores, die Blumeninsel weit im Westen, ist die große Schwester der kleinen Insel Corvo, die nur ein einziges urwüchsiges Dorf hat.
Faial ist mit die interessanteste Insel der Zentralgruppe. Wegen ihrer unzähligen blau blühenden Hortensienhecken wird sie auch "Ilha azul", die "blaue Insel" genannt. Die hübsche alte Inselhauptstadt Horta hat stets den Vulkankegel des Pico auf der gleichnamigen Nachbarinsel vor Augen, mit 2351 m der höchste Berg Portugals. Der Hafen wimmelt von Transatlantikseglern. Die Kaimauern sind über und über mit gemalten Motiven übersät: Jede Seglercrew ist darum bemüht, sich möglichst originell darzustellen. Vor sechzig Jahren ist die Insel ein Stückchen gewachsen: Ein neuer Vulkan brach an der Nordwestecke aus und bedeckte umliegende Dörfer mit einem Aschenregen. Inselzentrum ist ein 1041 m hoher Vulkanberg, in dessen Mitte eine Caldeira mit einem tiefen Maarkrater. Bei klarer Sicht sehen wir von hier die anderen Inseln der Mittelgruppe.
Die Fähre bringt uns in einer halben Stunde hinüber nach Pico. Hinter der Inselhauptstadt Madalena beginnen die Weinberge: Tausende von winzigen Weingärtchen, umgeben von hoch aufgeschichteten Basaltlavamauern, ein einmaliges Weltkulturerbe. Gewiss kosten Sie den exzellenten Azorenwein, den roten Basalto oder den weißen Terras de Lava. Einmalig aber auch über der tosenden Steilküste die alten Dörfchen in den Lavafeldern.
Terceira, unsere dritte Insel, heißt auch "die Dritte", weil sie nach den beiden Westinseln als dritte entdeckt wurde. Angra do Heroismo, die Inselhauptstadt, einmalig mit ihren Ensembles aus Renaissancebauten, ist auch ein Weltkulturerbe der UNESCO.
Die letzte Insel, die wir besuchen, ist São Miguel: Die größte und abwechslungsreichste Insel. Über die Hälfte aller Azoreaner lebt hier, besonders der mittlere Teil der Insel um Ponta Delgada ist dichter besiedelt. Der Tourist findet hier in der historischen Altstadt und an der Meerespromenade genügend Abwechslung.
Da ist der Bergsee Lagoa do Fogo mit prächtigen Inselrundblicken, weiter im Osten der Badeort Furnas mit dem Furnassee und den zahlreichen heißen, blubbernden Schwefelquellen. Ein schmackhaftes Eintopfgericht gart hier in Töpfen, die in die heiße Erde eingegraben werden und dann in den Restaurants den Gästen serviert wird. Der Terra-Nostra-Park ist wohl der schönste auf den Azoren. Eine Rundfahrt um den östlichen Teil der Insel bezaubert nicht nur durch die abwechslungsreiche Landschaft, vor allem aber durch die zahlreichen mit hübschen Parkanlagen umgebenen Aussichtspunkte an der Steilküste. Nicht versäumen sollte man aber auch eine Gebirgsfahrt mit immer wieder neuen Landschaftseindrücken. Oder eine Fahrt hinaus aufs Meer zur Wal- und Delphinbeobachtung.
Ein Höhepunkt der Insel ist das Vulkanmassiv von Sete Cidades im Westen der Insel. Vom Vista do Rei, dem Königsblick, schaut man auf der einen Seite hinunter auf die Küstenlandschaft, auf der anderen auf ein bildhübsches Doppelmaar. Das Gelände rings um kleinere Bergseen hat man zu Parkanlagen mit phantastischen Aussichtspunkten umgestaltet. An der Westküste sollte man besonders den Fischerort Mosteiros mit seinen Meeresfelsen und Badestränden und die noch sehr junge Vulkanlandschaft der Ferraria besuchen, wo ein Meeresbecken mit einer heißen Quelle zum Baden einlädt. - Die Ferienhäuser sind fast alle in deutscher Hand. Jeder, der sich hier einmietet, kehrt begeistert zurück. Sie auch?
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