Dieser Regionenbericht wurde erstellt von Stefan Scharfe
Urlaub in Dresden und Umland
Dresden, nordwestlich des Elbsandsteingebirges gelegen, ist die
Hauptstadt des Freistaates Sachsen. Nach
großflächigen Eingemeindungen gehört es mit
nahezu 65% Wald- und Grünflächen zu den
grünsten Großstädten Europas. Der Charakter
Dresdens als Kunststadt wurde von den Wettiner Kurfürsten
geprägt. Seit dem 15. Jh. wuchs Sachsen durch den Erzbergbau,
später durch seine Manufakturen zu einem der
führenden und fortgeschrittensten Staaten Deutschlands heran.
Ein Höhepunkt wurde unter August dem Starken und Friedrich
August II. erreicht, die mit vielfältigen
künstlerischen Interessen und Prunkliebe das barocke Stadtbild
Dresdens vollendeten, die phantastischen Kunstsammlungen
ermöglichten und das Umland mit Schlössern und
Parkanlagen bereicherten.
Sehenswürdigkeiten in Dresden
Die Kuppel der Frauenkirche George Bährs wölbt sich
wie eine Glocke über der Stadt und bestimmt die Silhouette,
die nun nach dem Wiederaufbau der Kirche wieder vollständig
ist. Der römische Baumeister Chiaveri brachte den
italienischen Spätbarock mit dem Bau der Hofkirche nach
Dresden. Die Gemäldegalerie Alte Meister gehört zu
den bedeutendsten Kunstsammlungen der Welt. Neben großartigen
Gemälden der italienischen Renaissance-Malerei (Raffaels
Sixtinische Madonna) gibt es hervorragende Werke der flandrischen
(Rubens), holländischen (Rembrandt), der spanischen,
französischen und deutschen Malerei (Dürer, Lucas
Cranach), Die Galerie Neue Meister (bis 2009 geschlossen)
enthält u. a. Werke von Caspar David Friedrich, Adolf Menzel,
deutschen Impressionisten und Expressionisten. Das Grüne
Gewölbe ist das prächtigste Schatzkammer-Museum
Europas. Die Werke werden präsentiert im Historischen
Grünen Gewölbe und im Neuen Grünen
Gewölbe. Sehenswert sind auch das Kupferstichkabinett mit
Werken aus 8 Jahrhunderten, die Porzellansammlung, das
Münzkabinett, die Rüstkammer, die Skulpturensammlung,
der Mathematisch-Physikalische Salon, die Museen für
Völkerkunde, Sächsische Volkskunst, Vorgeschichte,
die Städtische Galerie, das Stadtmuseum, die Technischen
Sammlungen und das Hygiene-Museum mit einem Museum für Kinder.
Nicht versäumen darf man den Zwinger, die Brühlsche
Terrasse (den „Balkon Europas“), das Schloss
Pillnitz (Sommerresidenz der Sächsischen Könige) und
den Pillnitzer Schloßpark mit Orangerie, Kamelie und vielen
exotischen Gewächsen. Eine besondere Atmosphäre
bieten die kleinen Museen, die an früher hier tätige
Künstler erinnern, z.B. Carl Maria von Weber, Erich
Kästner, Joseph Hegenbarth, Gerhard von Kügelgen
(gemeinsam mit anderen Romantikern) und Friedrich Schiller. Das Palais
im Großen Garten präsentiert Permoser-Skulpturen.
Unter der Brühlschen Terrasse kann man die Kasematten mit
steinernen Zeugnissen der Renaissance besichtigen. In diesem
Überblick lassen sich nicht alle Sehenswürdigkeiten
aufführen, Zoo und Botanischer Garten seien wenigstens
erwähnt. Die Semperoper gehört zu den
führenden Opernhäusern Europas, sie ist besonders den
Werken von Richard Strauss und Richard Wagner verpflichtet. Die
Sächsische Staatskapelle (1548 gegründet) gilt als
das älteste Orchester der Welt. Ein besonderes Erlebnis bieten
Konzerte in der Frauenkirche, Vespern in der Kreuzkirche (mit dem
Kreuzchor) und der Hofkirche. Jeden Mittwochabend finden Orgelkonzerte
in der Frauenkirche, der Kreuzkirche oder der Hofkirche
(Silbermannorgel!) statt. Neben dem Staatsschauspiel bieten mehrere
Privattheater interessante Aufführungen (z.B. Theaterkahn,
Komödie), es gibt ein Theater der Jungen Generation und ein
Operettentheater. Zu den schönsten Plätzen
gehört der Theaterplatz mit Oper, Semper-Galerie, Hofkirche
und Aufgang zur Brühlschen Terrasse. Am Neustädter
Elbufer sieht man Regierungspaläste im Stil der
Neorenaissance. Diskussionen gibt es um die Bebauung des im 2.
Weltkrieg komplett zerstörten Neumarkts an der Frauenkirche,
dessen Bauten sich an die historische Gestaltung anlehnen sollen. Als
Beispiele für moderne Architektur nach der Wende
mögen das Landtagsgebäude, die Synagoge, das Kino
Kristallpalast und die Gläserne Manufaktur erwähnt
werden.
Ausflüge in die Umgebung von Dresden
Ausflüge sind in alle Himmelsrichtungen möglich.
Besonders anziehend ist die Sächsische Schweiz mit zahlreichen
Wander- und Kletterrouten. Dampferfahrten werden durch das Elbtal
(Weltkulturerbe) nach Meißen, Pillnitz, in die
Sächsische Schweiz und nach Decín (Tschechien)
angeboten. Die Burg Meißen wurde im 10. Jh. als erster
Stützpunkt der Deutschen in slawischen Landen errichtet. Die
Albrechtsburg gehört zu den wenigen unverändert
erhaltenen spätgotischen Profanbauten. Pirna verfügt
über wertvolle alte Bürgerhäuser aus Gotik,
Renaissance und Barock. Der Barockpark Großsedlitz ist ein
Kleinod französischer Gartenarchitektur. Burg Kriebstein gilt
als die schönste Ritterburg Sachsens. Die Burg Stolpen, auf
einer Basaltkuppe errichtet, erzählt von dem Schicksal der
berühmtesten sächsischen Mätresse. Das
Jagdschloss Moritzburg gehört zu den ersten Renaissancebauten
Sachsens, wurde später prächtig im Barockstil
ausgestattet, berühmt sind die Trophäensammlung und
die vergoldeten Ledertapeten. Schloss Wesenstein präsentiert
eine König-Johann-Ausstellung, Burg Mildenstein Skulpturen aus
5 Jahrhunderten. Die Stiftskirche Wechselburg enthält einen
Lettner von 1230-35, der zu den bedeutendsten Kunstwerken des 13. Jh.
im deutschsprachigen Raum zählt. Die Festung
Königstein ist eine riesige Wehranlage, 240 Meter
über der Elbe gelegen. Schloss Colditz diente im 2. Weltkrieg
als Gefangenenlager für alliierte Offiziere,
spektakulär waren deren Fluchtversuche. Sehenswert sind auch
die Schlösser von Torgau, Wermsdorf, Rammenau, Nossen,
Rochlitz, Augustusburg, Kuckuckstein, die Burgen Gnandstein,
Scharfenstein, Lauenstein und der Klosterpark Altzelle (ehem.
Zisterzienserabtei). Sehr zu empfehlen ist auch der Besuch der
historischen Städte Freiberg (Dom mit Goldener Pforte,
Bergmannskanzel, Silbermannorgeln), Bautzen und Görlitz.
Anreise nach Dresden
Dresden ist verkehrstechnisch gut erschlossen: Flughafen Dresden-
Klotzsche, Autobahnen A 4 und A 17. Sehenswert ist der durch Norman
Foster sanierte Hauptbahnhof. Der Elberadweg ist einer der beliebtesten
Radfernwege Deutschlands.
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